Baugeschichte von Ludwigsplatz und -Kirche

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Am 21. Oktober 1761 ordnete Fürst Wilhelm Heinrich an, daß in der Residenzstadt Saarbrücken eine lutherische Kirche errichtet werden solle.

Die Planzeichnung für Platz und Kirche im Entwurf und auch in den auszuführenden Details, stammen von Friedrich Joachim Stengel.

Wie wir auf der Grundsteinplatte lesen können, wurde nach der feierlichen Grundsteinlegung am 4. Juni 1762 mit dem Bau der Kirche begonnen.

Nach Stengels Wunsch war eine umfangreiche Bebauung, vor allem durch vier weitere geplante Häuser in Höhe der heutigen Eisenbahnstraße und Keplerstraße, vorgesehen.Doch nur ein Teil dieser Vorstellung konnte verwirklicht werden.

Die jetzige Ausführung wurde nach langen Verhandlungen als gemeinsame Grundlage festgelegt und ist sicher als eine befriedigende Lösung anzusehen.

Als Wilhelm Heinrich 1768 im Alter von 50 Jahren verstarb, war das Äußere der Kirche zum größten Teil fertiggestellt - am Turm standen noch etliche Arbeiten aus; es waren erst zwei der vier Turmstockwerke fertig.

Im Jahre 1773 hat Wilhelm Heinrichs Sohn und Nachfolger. Fürst Ludwig, den weiteren Ausbau der Kirche angeordnet. Von da an machten die Arbeiten rasche Vortschritte. Nachträglich wurde nun auch eine Grablege unter der Kirche zum Turm hin gebaut. Dort wurden allerdings niemals Tote bestattet.

In nur einem Jahr wurden 1773 von Carlo Luca Pozzi insgesamt zehn der zwölf Kyriatiden gefertigt, die das Kircheninnere entscheidend prägen. Zwei weitere, künstlerisch weniger gelungene , wurden von Johann Phillip Mihm im nachfolgenden Jahr modelliert.

Im Jahr 1774 entstanden der Orgelkasten, die Kanzel und dass Gestühl (Bänke, Familienstühle usw.). Erst 1775 wurde dann der Altar fertig und am 25. August des Jahres 1775, am "Ludwigstage", wurde die Kirche in den Dienst genommen (ein ausführlicher Bericht davon und die Texte von Einweihungskantate und Einweihungspredigt sind erhalten).

Von 1761 waren die Ausmaße und die Größe des Platzes festgelegt. Wenn es auch Probleme gab, den Platz in der ursprünglichen geplanten Fassung zu errichten, blieben bei allen Auseinandersetzungen diese ursprünglichen Platzmaße erhalten.

Fürst Wilhelm Heinrich fand nicht genug Bauherren, die genau nach den Plänen von Friedrich Joachim Stengel bauen wollten, und so wurde dann 1763 die heute noch vorhandene Fassung beschlossen. Dabei wurde den Bauherren große Zugeständnisse und Erleichterungen eingeräumt. Der Fürst stellte das Grundstück und das Bauholz zur Verfügung, erklärte sich bereit, dir zusätzlichen Steinmetzkosten für die vorgeschriebenen Sandsteinarbeiten zu begleichen, und gewährte den Bauherren noch etliche Befreiungen und Entlastungen im Hinblick auf allgemein zu erbringende Abgaben.

Aufgrund eines Vorschlages von Geheimrat Lauz wurde am Westende des Platzes anstelle eines Wohnhauses nun das "Armen-, Siechen- und Weisenhaus" errichtet. Ein solches Vorhaben war schon seit 1761 geplant, und es gab auch einen Förderkreis. Über den Standort des Gebäudes war noch keine Entscheidung gefallen. Wilhelm Heinrich nahm deshalb gerne diesen Vorschlag an.

Dabei ging es ihm allerdings nicht in erster Linie um die Zweckbestimmung des neuen Hauses, Er wollte gerne den neuen Platz erbauen und spürte Kritik. So kam ihm dieser Vorschlag sehr gelegen. Damit war es ihm möglich, auch die eigenen Vorhaben verwirklichen zu können.

So hat der Platz drei verschiedene Funktionen erhalten:

  1. nach dem erbauenden Fürsten wurde er "Wilhelmsplatz" genannt und sollte Fürst Wilhelms Ruhm der Nachwelt überliefern.
  2. der Platz war Ort für eine neu zu errichtende Kirche; damit wurde die Fürsorge des evangelischen Fürsten für seine Kirche erkennar und ein den Erfordenissen entsprechendes großes Bauwerk errichtet;
  3. der Platz war Zeichen für die Verantwortung eines aufgeklärten Landesherrn gegenüber seinen Untertanen und deren Wohlergehen; erkennbar an dem "Hospital", einem "Sozialgebäude".


Trauriges Bild: Die schwer beschädigte Ludwigskirche 1945

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