Katharina Weißgerber genannt "Schultze-Kathrin"
* 3.8.1818 6.8.1886

Unter denen, die sich im Zusammenhang mit der Schlacht von Spichern hervorgetan haben, möchte ich nur eine Person hervorheben, und zwar keinen der Generäle und Offiziere hervorheben, die nur für das Töten zuständig waren, sondern Katharina Weißgerber [Bild rechts, Quelle: link geogate.geographie.uni-marburg.de], die mitten in der Schlacht Verwundete versorgte und den erschöpften Soldaten Lebensmittel brachte. Im folgenden gebe ich einen eher deutschtümelnden und kriegsbefürwortenden Text wieder, der allerdings die wichtigsten Informationen über Schultze-Kathrin enthält.

Andreas Rockstein

Schultze-Kathrin
Quelle: Saarbrückens Vergangenheit im Bilde


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Unter den Persönlichkeiten, die sich während der Schlacht bei Spichern durch tapferes Verhalten besonders ausgezeichnet haben ist Katharina Weißgerber (genannt Schultze-Kathrin) besonders zu erwähnen. Ihr ganzes stilles Leben war Dienst an den Mitmenschen. Sie kam in die Familie des Herrn Karl Schultz, woselbst sie als Erzieherin, Beraterin, Freundin, ganz im Dienste der Familie aufging. Am 2. August griff sie hilfreich zu, als vor dem Hause am "Schultze Eck" am Schloßberg ein deutscher Soldat der 40er Füsiliere zusammenbrach. Sie brachte den Schwerverwundeten in das Haus der Geschwister Glaser und sorgte dafür, daß dem Sterbenden die Tröstung der Kirche zuteil wurde. Während der Schlacht am 6. August war sie mitten auf dem Schlachtfeld und reichte aus ihrem Kübel den kämpfenden Soldaten Wasser und half mit, die Verwundeten aus der Gefechtslinie zu schaffen. Für ihr tapferes, unerschrockenes Verhalten erhielt Katharina Weißgerber das Eiserne Kreuz mit dem kleinen roten Kreuz im Mittelschild und später die Kriegsdenkmünze für Nichtkämpfer. In den Jahren nach 1870 erwarb sich Katharina ihren Lebensunterhalt als Waschfrau. Am Jahrestag der Schlacht bei Spichern, am 6. August 1886, starb sie, 69 Jahre alt. Sie hat im Ehrental an der Seite der Krieger, denen sie im Kampfe so behilflich war, ihr Ehrengrab gefunden. Sie ist eine volkstümliche Gestalt in den Saarstädten.

Bild rechts: Grab der Katharina Weißgerber im Ehrental
[Quelle: link www.saarbruecken.de]

Das Ehrental im Deutsch-Französischen Garten, ein parkartiger fast unverändert erhalten gebliebener Geländeabschnitt mit Eichen, Buchen und Winter-linden erstreckt sich zwischen Quellfontäne und Ehrenfriedhof. Auf dem von schattigen, alten Eichen, Linden und Zypressen umrahmten Ehrenfriedhof ruhen Deutsche und Franzosen, die während der Schlacht bei Spichern am 06. August 1870 fielen. Auf diesem, einem der ältesten Soldatenfriedhöfe Deutschlands, sind Deutsche neben Franzosen, Offiziere neben Mannschaftsdienstgraden und Zivilisten begraben.

Auch eine Frau fand hier ihre letzte Ruhe: Katharina Weißgerber, genannt 'Schultze Kathrin'. Während des Deutsch-Französischen Krieges half sie verwundete Soldaten aus der Gefechtslinie zu bergen und zu versorgen.

Dafür wurde sie mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet.

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