Weinbau im Saargau  

Karte vom Saargau | der Saargau
Quelle: www.dersaargau.de

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Karte vom Saargau

Es ist fast ganz in Vergessenheit geraten, daß noch bis in unser Jahrhundert hinein tausende von Rebstöcken die Hänge an der Nied, im Ihner-Tal und auf dem Saargau bedeckten. Auf dem Saargau war der Weinbau wegen der Sonnenlagen und des Muschelkalkbodens lohnend, weil sich der Boden schnell erwärmte und die Steine nachts die gespeicherte Wärme abgaben. Die erste Kunde von Weinbergen an der Nied geben Dokumente aus dem Jahre 1340, aber auch aus anderen Teilen des Landkreises Saarlouis und seiner Nachbarkreise hören wir vom Weinbau. In der Kirche des alten Winzerortes Großhemmersdorf weist eine Skulptur links neben dem Sakramentsaltar auf den Weinanbau hin. Sie stellt den hl. Papst Urban I. (Pontifikat von 222 bis 230 n. Chr.) im Ornat mit Tiara dar. Sein Krummstab ist oben mit Weinranken verziert. Papst Urban I. gilt seit alters her als Patron der Winzer. Sucht man heute nach den Spuren des Weinbaus im Saargau, so muß man schon genau hinschauen, um Reste aus dieser Zeit zu finden. Nur alte Flurbezeichnungen und Straßennamen wie "Im Wingert", "In den Wingerten", "In den Reben" oder der Straßenname Weingartstraße in Rammelfangen deuten noch auf eine ehemalige Nutzung als Weinbaufläche hin. Pilzkrankheiten und der Einfall der Reblaus brachten hier den Weinanbau schließlich zum Erliegen. Auf behördliche Anordnung wurden die Rebanlagen gerodet und durch Obstanpflanzungen ersetzt. Heute sind diese Terrassen mit Streuobst bewachsen oder von Gebüsch und Schlingpflanzen überwuchert oder mit Wald bedeckt. Aus dieser Zeit stammen übrigens die noch heute in Ihn, Hemmersdorf, St. Barbara und anderen Orten wachsenden Mispeln (Mespilus germania), im Volksmund wegen ihres Aussehens "Hundsärsch" genannt, deren Frucht wegen ihrer Gerbsäure als Weinzusatz verwendet wurde. Im Niedtal und an den Südhängen des Hansenberges bei St. Barbara, am Lautersberg und Hirnberg bei Ihn, in Großhemmersdorf an den Hängen unterhalb des Jungenwald oder am Höllberg in Niedaltdorf sind noch die alten mit Steinmauern befestigten Terrassenanlagen zu erkennen, auf denen ehemals Rebstöcke standen. In Hemmersdorf erstrecken sich diese Terrassenstützmauern über mehrere hundert Meter. In diesen Hangmauern führen in kurzen Abständen Treppen zur oberen Terrasse hinauf.

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