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Wallerfangen
letzte Änderungen: 6.11.2004 / 12.3.2008


Schloß Villeroy


Schloß Villeroy
Quelle: link www.memotransfront.uni-saarland.de

Sehenswürdigkeiten:
Schloß Villeroy - 18./19.Jh., Schloß von Papen - Anf. 19.Jh. – link Heimatmuseum

Ortsteile: Bedersdorf, Birkenhof, Donnerborn, Düren, Forsthaus Mookenloch, Gisingen, Golfclubhaus, Grenzhof, Harras, Haus Scheidberg, Haus Sonnental, Hof Limberg, Hubertushof, Husterheck, Ihn, In den Ulmen (bei Rammelfangen), In der Kasseck, Ittersdorf, Jugenddorf Blauloch, Kalkofen, Kerlingen, Königsmühle, Leidingen, Oberlimberg, Rammelfangen, St. Barbara, Wiesenhof, Zollamt (bei Bedersdorf)

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Baudenkmäler
(link Staatliches Konservatoramt: Denkmalliste des Saarlandes.)

Kath. Pfarrkirche St.Katharina und St.Barbara. Neogotische Basilika mit Einturmfront und Polygonchor, ohne Querhaus. Erbaut 1862 nach Plänen von Alexander Himpler. Im Inneren qualitätvolle neogotische Ausmalung des 19.Jahrhunderts und Figuren des 18.Jahrhunderts.


© www.dersaargau.de

St.Nikolaus-Hospital. Großer zweigeschossiger Bau über T-förmigem Grundriß mit angeschlossener Hospitalkapelle. Der Bau 1883-1885 mit finanzieller Förderung durch Nikolaus Adolph von Galhau entstanden. Das Hospital hervorgegangen aus einem von Borromäerinnen betreuten Armenverein. Das Gebäude von Lisenen gegliedert mit einfach gerahmten Rechteckfenstern und übergiebeltem Eingangsrisalit. In der Kapelle eine qualitätvolle Innenausmalung von 1907 mit Darstellungen aus dem Marienleben.

Schloß Villeroy, auch Schloß an der Engt.
(vgl.: www.dersaargau.de) 1794 für Herrn Lasalle de Bombon en Brie erbaut. Aufwendiger im Stil französischer Landschlösser errichteter Bau, bestehend aus dem fünfachsigen Mittelbau mit vorgewölbter Eingangsachse und je dreiachsigen vorspringenden Seitenrisaliten. Über dem Eingang Balkon. Nördlich Anbau aus der Mitte des 19.Jahrhunderts. Das Anwesen eingefaßt von Mauer mit Tor. Zur Straße eingeschossige Nebengebäude mit hohem Walmdach.

Ensemble Schloß und Park von Papen
vgl.: www.dersaargau.de

Bestandteile: Hauptstr. 11: Großer Stall- und Remisenbau, Pförtnerhaus, Räucherhaus, Hühnerstall, Gärtnerei mit Gewächshaus, großer Park mit umgebender Parkmauer; Schlachthausweg 3: Gärtnerei; Wallstr. 2: Wohnhaus.

Bereits im 15.Jahrhundert lag an dieser Stelle ein Hofgut, das sog. Gut Niederhoffen. Das große Anwesen wechselte über die Jahrhunderte mehrfach den Besitzer und erlebte mehrere Aus- und Umbauphasen. 1830 ging Niederhoffen an die Familie de Galhau. Nikolaus Adolph de Galhau übernahm von seinem Vater das Anwesen 1862 und begann sofort tiefgreifende Umgestaltungen. Alle bestehenden Bauten wurden abgebrochen und ab 1862 die heutige Anlage errichtet. Ende des 19.Jahrhunderts kamen noch kleinere Baulichkeiten hinzu. Ab 1864 wurde der zuvor mit Sckell in München am Englischen Garten beschäftigte Gartenarchitekt Seitz beauftragt, einen großen Park im englischen Stil anzulegen. Der Park mit ca. 25 Hektar ist eine der bedeutendsten Parkanlagen im Saarland.

Durch Heirat kam 1905 das Anwesen in Besitz des späteren Reichskanzlers Franz von Papen.

Das eigentliche Wohnschloß wurde 1944 zerstört. Erhalten hat sich jedoch der große Stall- und Remisentrakt, eine dreiflügelige Anlage mit nachklassizistischen Formen, wie Palladio-Motive oder Lünettenfenster. Er entstand bereits in der ersten Bauphase ab 1862 wie auch das dreiflügelige Hühnerhaus und die Gärtnerei (heute Schlachthausweg 3). Etwas jünger dürften hingegen das Pförtnerhaus, das Räucherhaus hinter den Stallungen, die Gärtnerei mit Gewächshaus im nördlichen Teil des Parks sowie ein dazugehöriges Wohnhaus (heute Wallstr. 2) sein.

Ensemble Adolfshöhe

Bestandteile: Ehem. Rathaus; drei Schulhäuser an der Louisen- und Alicenstraße.

Der Gutsbesitzer und Teilhaber an der Steingutfabrik Nikolaus Adolph de Galhau, der von 1850 bis zu seinem Tode 1889 Ehrenbürgermeister von Wallerfangen war, trat durch besonderes soziales Engagement hervor. U.a. war die Verbesserung der schulischen Verhältnisse Wallerfangens sein Ziel. Ab 1860 initiierte er auf familieneigenem Gelände - im südlichen Bereich des Ortes - eine geordnete städtbauliche Erweiterung. Zentrum wurde ein Rathausneubau mit Festplatz und drei seitlich angeordnete Schulhäuser. Baubeginn war 1864, Fertigstellung 1874. Die neuen Straßen erhielten Namen von weiblichen Familienmitgliedern:

Alicen-, Esther-, Gabrielen- und Louisenstraße. Der baumbestandene Festplatz - nach Westen durch eine Hangstützmauer begrenzt - wird im Osten von dem breitgelagerten Bau des Rathauses abgeschlossen.

An dem eingeschossigen Gebäude, das kurze seitliche Flügel besitzt, fallen besonders die Eckquaderung und die Keramikfriese auf. Diese Friese umgürten den Bau, knicken jedoch an den Fenstern jeweils um, sodaß sich bügelartige obere Rahmungen ergeben.

Das Rathaus sollte auch das Amtsgericht des Kreises beherbergen, um dessen Verlegung nach Wallerfangen sich Adolph de Galhau bemühte. Dazu kam es jedoch nicht. Platz fand aber hier das Friedensgericht für Wallerfangen und die umgebenden Gemeinden.

Die Schulhäuser sind architektonisch ähnlich wie das Rathaus gestaltet. Sie bestehen jeweils aus einem großen Schulsaal und angegliederter Lehrerwohnung. Die Lösung mit drei getrennten Schulhäusern, einer Art Pavillon-Schule, war zu ihrer Zeit ein bemerkenswertes Experiment.


Schloß von Papen
© link www.villafayence.de


Schloß von Papen – Wirtschaftsgebäude
© www.dersaargau.de

St. Katharina und St. Barbara
ehem. Synagoge (1893)


© link http://home.t-online.de/home/alwisius/Index.htm

Chronik

3500 bis 2500 v. Chr.
Jungsteinzeit

Artefakte auf dem Gau (z.B. Faustkeile, Steinbeile)

750 v. Chr. Hallstattzeit

Höhensiedlung der Kelten auf dem Limberg; Überreste eines Rigwalls; Depontfunde: Waffen und Schmuck aus Bronze

59 v. Chr. bis 476 n. Chr. Römerzeit

Gallo-römische Felsgottheit; Quellenheiligtum der Sirona und Villa Rustica in Ihn; römisches Kupferbergwerk ("Emilianus-Stollen") in St. Barbara

6. und 7. Jahrhundert

Fränkische Steinsärge und Merowingergräber mit Grabbeigaben.

893 bis 1492

Urkundliche Erwähnung der Gaudörfer

962

Als fränkische Siedlung erscheint der Ort erstmals in einer Schenkungsurkunde als "Uualdevinga"; Entwicklung zur mittelalterlichen Stadt.

16. Jahrhundert

Walderfingen ist Hauptort der Deutschen Ballei Lothringens, Festungsstadt mit Stadtrechten, Assisengericht, Märkten, Zünften und Bruderschaften

1635

Eroberung und Plünderung der Stadt im 30-jährigen Krieg durch den Kaiserlichen General Gallas

1687

Zerstörung Walderfingens: auf Befehl des französischen Königs Ludwig XIV. nach Erbauung der Stadt Saarlouis.

1791 bis 1931

Die Steingutfabrik Villeroy & Boch verhilft dem Ort zu neuem wirtschaftlichen Aufschwung. Sehr groß war die Arbeitslosigkeit nach Schließung der Fabrik während der Weltwirtschaftskrise.

1815

Wallerfangen wird preußisch

nachdem es viele Jahrhunderte zum Herzogtum Lothringen gehörte und etwa ein Jahrhundert französisch war.

1870 und 1871

Deutsch-Französischer Krieg; Frankreich tritt das Elsaß und Lothringen ab.

1914 bis 1918 1. Weltkrieg

als Folge des Versailler Vertrages, Rückgabe von Elsaß-Lothringen an Frankreich. Das Land an der Saar wird treuhänderisch von einer Völkerregierung verwaltet. Wallerfangen ist Grenzlandgemeinde.

1935

Rückgliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich

1939 bis 1945 2. Weltkrieg

hohe Verluste an Menschenleben und Sachwerten; 2 Evakuierungen; Abtrennung der Saar von Deutschland

1955

Die Saarländer lehnen das Saarstatut ab.

1957

erfolgt die politische Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland

1974 Verwaltungsreform:

Einheitsgemeinde Wallerfangen mit 10 Ortsteilen

Bedersdorf, Düren, Gisingen, Ihn, Ittersdorf, Kerlingen, Rammelfangen, St. Barbara, Wallerfangen / Oberlimberg

1992

Partnerschaft (Jumelage) mit der französischen Gemeinde St. Vallier (Burgund).