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Büschfeld
letzte Änderung: 8/1/2008

Prims ab- und aufwärts
entlang der Primstalbahn/ Lebach-Nonnweiler
entlang der Büschfeld-Merziger Eisenbahn
(auf beiden Streckenabschnitten ist nur noch der Bahndamm erhalten)

© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

die Burg ist verschwunden, sie lag am Fuße des Schloßberges auf Höhe der Brücke
(Die Lage der Burg ist rot markiert)


Lageplan der Burgstelle


Abbruch der letzten Burgreste 1902
beim Bau der Merzig-Büschfelder Kleinbahn

Büschfeld wurde erstmals 802 in einer Grenzbeschreibung von Karl dem Großen genannt. Am 1. September 802 wird es als «Byschofsvelt» in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen an den Trierer Erzbischof Weomad als Grenzpunkt erwähnt. Am 15. Mai 949 erfolgt eine weitere Nennung als «Bischofsfeld» in einer zweifelsfrei echten Urkunde Kaiser Ottos I.. Im Jahr 1220 erfolgt die Auflistung im Bistumsurbar (Güterverzeichnis der Trierer Domkirche) als Bustvelt.

1272 erscheint am 21. Oktober ein «cour de Bisfeldt» in einer lothringischen Urkunde Herzog Ferri III. Dort werden auch zum ersten Mal die «Herren von Hagen» (de la Haye, de Hainne, de Haynne) erwähnt. Sie scheinen dort mit ihrem Lehen Büschfeld lothringischer Lehnshoheit zu unterstehen. Im Jahr 1322 erfolgt durch den Erzbischof Balduin von Luxemburg die Belehnung des «Castrum Bussefeld» an den Lehnsmann Johann von Chambley und seiner Ehefrau Beatrix. Ihre Tochter Elisabeth heiratete in 2. Ehe den Wildgrafen Otto von Kirburg. 1350 belehnt Erzbischof Balduin von Luxemburg beide mit «Burg und Dorf Bischvelt». Vom 6. Dezember 1368 datiert der älteste Trierer Lehnsbrief für die Herren von Hagen. Nach dem Tod Otto von Kirburgs werden Thilmann von Hagen und seine Frau Else Bayer von Boppard von dem Trierer Erzbischof Kuno II. mit Gütern und Gefällen (=Einnahmen) zu Nunkirchen, Lebach, Michelbach und Bardenbach, sowie der «Veste, Herrschaft und Dorf Bisfelt» belehnt. 1439 wird der Sohn von Thilmann I. Johann von Hagen von Erzbischof Jakob I. von Sierck mit den Burgen Motte und Büschfeld mit Zubehör sowie Gütern in Düppenweiler belehnt. 1444 erbt sein Sohn Heinrich von Hagen dieses Lehen. Am 17. Dezember 1477 wird Thilmann II. von Hagen von dem Trierer Erzbischof Johann von Baden u. a. mit Dorf und Herrschaft belehnt. Am 15. August 1497 (Maria Himmelfahrt) werden die Büschfelder und Bardenbacher Untertanen in einem «Vergleich» zwischen dem Trierer Erzbischof und Kurfürsten Johann II. von Baden und Friedrich von Hagen von der Leibeigenschaft befreit. Als Johann Ludwig von Hagen Kurfürst von Trier wird (Johann IV.,1540–47), entschädigt er seine Brüder für durch Franz von Sickingen 1522/23 ihrem Vater zugefügte Schäden. Am 28. April 1546 wird das Hagen'sche Erbe Motte und Büschfeld zwischen den Vettern Nikolaus und Heinrich von Hagen aufgeteilt. Schloss und Haus Büschfeld fällt an Nikolaus und seine Erben. Nikolaus verstirbt 1547 und wird in der Kirche zu Lebach beigesetzt. Er ist der eigentliche Begründer der Hagenschen Seitenlinie Büschfeld. In der Kirche zu Lebach ist heute noch seine Grabplatte zu sehen. Das Büschfelder Lehen fällt an seine beiden Söhne Kasper und Johann. Kasper ist Amtmann zu St. Wendel und Blieskastel als er am 7. September 1551 verstirbt. Beerdigt wird er im Dom zu St. Wendel wo auch heute noch sein Wandgrabmal zu sehen ist. 1558 heiratet Johann von Hagen in 2. Ehe Agnes Schenkin von Schmidtburg. Aus dieser Ehe gehen die Söhne Johann Nikolaus und Philipp Daniel hervor. In einem Kaufvertrag von 1559 wird der Ortsteil Biel zum ersten Mal urkundlich erwähnt als "uff dem Boil zu Bardenbach" (auch «uff dem Boil»/«Buel»). 1581 heiratet Johann Nikolaus von Hagen die Elisabeth von Lützelburg. Er ist hoher Beamter des Grafen Ludwig von Nassau-Saarbrücken. Ihrer beider Grabmal ist in der Stiftskirche von St. Arnual zu sehen.

In diesem Jahr beginnen die ersten Hexenverfolgungen im Hochwaldraum. Ihnen sollen in den nächsten zwei Jahrzehnten etliche Frauen und Männer zum Opfer fallen. Im Hochgericht Büschfeld selbst wird kein Hexenprozess bekannt. 1631/32 begann auch der Kurstaat Trier unter den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden. Raub, Mord und Seuchen dezimierten die Bevölkerung. Aus den zehn Haushaltungen eines Verzeichnisses von 1632 tauchen erst wieder 1651 drei Bewohner von Büschfeld in einer Steuerliste auf. 1635 ertrinkt??? Bernhard von Hagen in der Prims. Da er nur Töchter hinterließ, ging das Mannlehen Büschfeld an seinen Cousin Johann Adam. 1655 verstirbt dieser und sein Sohn Johann Heinrich später verheiratet mit Juliane Felicitas von Löwenstein zu Randeck wird sein Nachfolger. 1663 führt eine Steuerliste von Büschfeld 9 Haushaltsvorstände auf. 1680 muss Johann Heinrich von Hagen beim Sonnenkönig Ludwig XIV. von Frankreich während der Reunionszeit um die Belehnung mit der hohen, mittleren und niederen Gerichtsbarkeit für seine Herrschaft nachsuchen. Im gleichen Jahr erhält er den erblichen Freiherrnstand. 1707 bekundet die verwitwete Felicitas von Löwenstein zu Randeck, von ihrem ältesten Sohn Johann Wilhelm Ludwig 133 Reichstaler zur Reparatur des Schlosses Büschfeld bekommen zu haben. Am 1. Februar 1719 wird Johann Wilhelm Ludwig von Hagen von dem Erzbischof von Trier mit den Dörfern Lebach, Michelbach, Bardenbach und mit Dorf und «Veste Büschfeld» sowie Haus und Schloss zur Motten bei Lebach belehnt. Er war verheiratet mit Anna Maria Charlotte Freiin zu Eltz-Rotendorff. Von den sieben Kindern aus dieser Ehe sind erwähnenswert-der älteste Sohn und Lehnserbe Johann Hugo von Hagen der letzte adlige Herr von Büschfeld und Reichshofratspräsident am kaiserlichen Hof in Wien, -der spätere Chorbischof von Trier Karl Emmerich von Hagen – und Agnes Apollonia Elisabeth Antonia von Hagen die spätere Herrin von Schloss Münchweiler. Am 6. Juni 1750 verstirbt der Freiherr Johann Wilhelm Ludwig von Hagen im Alter von 69 Jahren. Seine letzte Ruhestätte findet er in der Liebfrauenkirche in Trier. Um 1770 kommt die Bannmühle von Büschfeld in die «temporale Erbpacht» des herrschaftlichen Jägers Johann Friedrich Schmanck.

In einer Statistik aus dem Jahre 1773 werden in Büschfeld «27 ganze Ehen, 1 Witwer und 7 Witwen» aufgelistet. Sie haben 51 Söhne und 49 Töchter – sodass zusammen 162 Personen in Büschfeld leben. 1791 verstirbt ohne Nachkommen im Alter von 84 Jahren in Wien der Reichshofratspräsident Johann Hugo von Hagen. 1794 beginnt nach der Flucht von Kurfürst Clemens Wenzeslaus für Kurtrier die «Franzosenzeit». Für das wohl schon in schlechtem Zustand befindliche Schloss Büschfeld kam durch die sich bis 1805 hinziehenden Erbstreitigkeiten um den Hagenschen Nachlass das baldige bauliche Ende. Der neue Besitzer Nikolaus Ludwig Georg Friedrich Paul de la Haye schien für Schloss Büschfeld keine Verwendung mehr zu haben. Das wurde durch die geänderten rechtlichen Bedingungen unter der französischen Verwaltung «der Selbstbewirtschaftung» noch verstärkt. Die Erben von Nikolaus Ludwig mussten 1820–23 alle Hagenschen Güter nebst Burgruine auf Büschfelder Gebiet verkaufen. Damit kam die inzwischen vollständig verfallene Burgruine 1823 in den Besitz der Familie Schmanck. Diese baute aus den Bruchsteinen der Ruine das noch heute existente Haus Schmanck-Pantenburg. Die letzten Reste der Burg wurden 1897 beim Bau der Staatsbahn Lebach – Nonnweiler und 1903 beim Bau der Merzig – Büschfelder – Eisenbahn beseitigt. Quelle: link de.wikipedia.org