Grube Luisenthal Luisenthal
letzte Änderung: 24/2/2005


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siehe auch Schacht Alsbach (Burbach)

Grube Luisenthal
Von Harald Freis, 26.01.2004 – Quelle: link www.fotocommunity.de

1899 begann das Teufen des Richardschachtes als Förderschacht und des Dellbrückschachtes als Wetterschacht.

Neben dem ersten Wetterschacht teufte man ab 1.April 1905 einen zweiten Frischwetterschacht ab. Anläßlich des Besuches des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe, Dr. Delbrück, im Jahre 1907 erhielten die "Klarenthalschächte I und II" die neuen Namen "Delbrückschächte I und II".

1. April 1905 Abteufe von Richard II als zweiter Frischwetterschacht.

Ab 17. Mai 1910 teufte man den Ostschacht ab, welcher ab 1920 "Calmeletschacht", dann "Klarenthalschacht" genannt wurde.

Der 31.März 1954 war der Teufbeginn zum "Alsbachschacht".

1957 wurde ein Band-Stollen unter der Saar hindurch zur Kokerei Fürstenhausen gefahren.

Am 7.2.1962 erschütterte eine Schlagwetterexplosion das Alsbachfeld. 299 Kumpel wurden dabei getötet. [siehe SR-Beitrag auf der rechten Seite!]

1966 wurde das Feld der Grube Victoria übernommen, deren Schacht 2 heute noch der Wasserhaltung dient.

1992 entstand durch Zusammenlegung mit dem Bergwerk Warndt das Verbundbergwerk Warndt / Luisenthal

1995 wurde der Förderstandort Luisenthal aufgegeben.

Heute dienen die Schächte noch der Materialförderung.

Staatliches Konservatoramt: link Denkmalliste des Saarlandes.

Grube Luisenthal (entstanden von 1897 an als Tochtergrube der Grube Gerhard, heute Hauptschachtanlage des Bergwerks Luisenthal), Fördermaschinenhaus I. Erbaut vor 1903 an dem 1899 angehauenen Richard-Schacht I (in der Völkerbundszeit Davy-Schacht I). Sandsteinquaderbau mit hohen Rundbogenfenstern und bossierten Lisenen.

ehem. Inspektionsgebäude (Parkstr.). Schlichter zweigeschossiger Sandsteinquaderbau, erbaut um 1900 als Verwaltungsgebäude der Berginspektion II. Dachgeschoß nachträglich ausgebaut. Davor ovales Wasserbecken mit gußeiserner Einfassung in gotisierenden Formen.

ehem. Waschkaue, später Mechanische Werkstatt (Parkstr.). Historisierender Sandsteinquaderbau mit bossierten Lisenen und Rundbogenfriesen, um 1905.

sog. Villa Stutz (Parkstr.). Erbaut um 1910/20 als Direktorenwohnhaus, benannt nach dem ersten Bewohner, Bergrat Stutz. Barockisierender Putzbau, zweigeschossig mit Lisenengliederung und Mansarddach. An der Gartenseite gerundeter Standerker mit Halbsäulenvorlagen und eine balustradengesäumte Terrasse. Mundloch des Veltheim- und Albert-Stollens: siehe Straße des 13. Januar 273. Mundlöcher des Alsbach-Stollens: siehe Denkmalliste SAARBRÜCKEN, Altenkessel.


Veltheim- & Albertstollen – Photo: © Delf Slotta link www.delfslotta.de

Doppelmundloch (Straße des 13. Januar 273) des 1837 angesetzten Veltheim-Stollens (rechts) und des jüngeren Albert-Stollens, die dem Kohlentransport von der Grube Gerhard (später auch von der Püttlinger Grube Viktoria) und von der Grube Luisenthal an die Schiffsanlegestelle Luisenthal dienten. Gotisierende Sandsteinarchitektur mit Rundbogenfriesen und Blendmaßwerk, stark restauriert.

Gruben & SchächteLuisenthalwww.saarlandbilder.netKarte
Ortsverzeichnis


anro 7.11.2004


Albert Richard Schacht 1903
© link www.voelklingen-im-wandel.de


Schacht Richard I – erbaut 1962
Strebengerüst in Vollwandbauweise
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Maschinenhaus Calmelet
Schacht Calmelet
Quelle: link www.memotransfront.uni-saarland.de

Vor 40 Jahren - Das Grubenunglück Luisenthal
Quelle: © (Text & Bilder) link www.sr-online.de

Das Bild links zeigt nicht den Alsbachschacht sondern den Schacht Richard II

Der 7. Februar 1962, der als "schwarzer Tag für den Bergbau und das Saarland" in die Geschichte einging, begann trist und trübe, mit Nieselregen.

Gegen 7.45 Uhr, am Alsbachschacht, einem der vier Seilfahrtschächte der Grube Luisenthal: ein dumpfer Knall, der in Saarbrücken-Burbach und Altenkessel zu hören ist. Unter der Wucht einer Detonation unter Tage fliegt der Schachtdeckel hoch und bleibt im Gerüst hängen. Eine schwarze Rauchwolke tritt aus dem Alsbachschacht aus und steht wie ein finsteres Mahnmal über dem Förderturm. Ein Anwohner fotografiert sie - das einzige bekannte Bild von dem Grubenunglück. Die schlimmsten Vermutungen bestätigen sich: Im Alsbachfeld von Grube Luisenthal ist es auf Sohle vier zu einer Schlagwetterexplosion gekommen.

Die Hauptrettungsstelle in Friedrichsthal und die Grubenwehr Luisenthal wurden sofort alarmiert, sodass die Rettungsarbeiten schon wenige Minuten nach der Explosion anliefen. Bald beherrschte der Lärm von Sirenen, Krankenwagen, Hubschrauber-Rotoren und Martinshörnern Luisenthal und Umgebung. Längs der Auffahrt zur Grube und am Zechentor sammelte sich eine Menschenmenge: vor allem Angehörige der 998 Bergleute, die an diesem Morgen auf Grube Luisenthal zur Schicht eingefahren waren. 664 allein im Alsbachfeld, und von diesen 433 im Bereich der Explosion.

Bis zum Mittag waren 73 Bergleute lebend geborgen, mit zum Teil schwersten Verletzungen. 61 Kumpel kehrten unverletzt ans Tageslicht zurück. Schon kurz nach Mittag hieß es: keine Überlebenden mehr. Nun wurde die Dimension der Katastrophe erkennbar: Nicht elf Bergleute, wie es zunächst hieß, sondern 287 Männer hatten in 600 Metern Tiefe ihr Leben lassen müssen.

24 Stunden nach der Explosion kamen die ersten Namenslisten heraus, brachten erleichternde aber meist traurige Gewissheit für die Angehörigen in der noch immer wartenden Menge. Erst zwei Wochen später waren auch die letzten Vermissten tot geborgen. Andere, zunächst lebend aus dem Berg geholt, erlagen später ihren Verletzungen, so dass die Katastrophenbilanz Ende Februar 1962 lautete: 299 Tote, der älteste 59 Jahre alt, der jüngste noch nicht ganz 17, und 73 Verletzte.


Foto: Joachim Lischke
Quelle: Saarheimat 4´ 1977


Heute bröckelt der Veltheimstollen
anro 22/2/2005