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Felsberg
mit den Ortsteilen Ober- und Unterfelsberg
letzte Änderung: 8/1/2005


Felsberg von Süden
© link www.felsberg-saar.de

Sehenswert: Burgruine Teufelsburg; "Großhaus", herrschaftliches Anwesen

folgend einer geologischen Schichtstufe

© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

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Felsberg von Osten


link www.teufelsburg1.de


Kirche


Oberfelsberg


Großhaus – 17.Jh.
© www.dersaargau.de

Felsberg - Geschichte
Quelle: www.dersaargau.de

Im Jahre 1179 taucht mit Udo von Vellesperc erstmals der Ortsname Felsberg auf. Nachgewiesen ist die Erbauung der Burg Felsberg (heute Teufelsburg genannt) im Jahre 1354 durch Herzog Jean I. von Lothringen. Die offzielle Gründung des Ortes erfolgte jedoch später. Im Zusammenhang mit dem Bau der Festung Saarlouis durch Ludwig XIV. im Jahre 1680 gründete Herzog Leopold I. von Lothringen zur Eindämmung des Expansionsdranges des französischen Königreiches eine ganze Reihe von Grenzdörfern, darunter auch Felsberg, Neuforweiler und Niederlimberg. Am 22. April 1704 traf die Gründungsurkunde aus Lunéville der Residenz des Herzogs, beim Gericht in Berus ein und wurde dort registriert. Nach diesem Gründungsprotokoll, welches auch die Land- und Baustellenverteilung beinhaltet, wurden 10 Bauern und 15 Handwerker und Tagelöhner angesiedelt. Bis heute haben sich noch einige Namen von Gründungssiedlern in Felsberg erhalten, wie Müller (Moulin), Nicola, Tonnellier, Rupp (Robin). Aus dem vorgenannten Gründungsdatum geht hervor, dass das Dorf im Jahr 2004 das 300. Jubiläum seiner Gründung feiert.

Eine Besiedlung gab es hier aber bereits vor der offiziellen Gründung. Für den Bau der Festung Saarlouis wurde nämlich in Oberfelsberg Kalk gebrannt. Die in Baracken wohnenden Kalkbrenner - heute gibt es noch die Gewann "Auf der Barack" - nannten ihre Siedlung "Fours a Chaux" = Kalkofen. Gleichzeitig wohnten vor der Ruine der Teufelsburg, die Ludwig XIV. 1676 zerstören ließ, Steinmetzfamilien in Baracken. Diese Siedlung wurde Filsberg genannt.

Zur Versorgung der Festung Saarlouis mit Trinkwasser wurde bereits 1685 eine Wasserleitung aus Holzrohren vom heute noch "Saarlouiser Burren" genannten Brunnen bis zur Mitte des Großen Marktes (ehemaliger Exerzierplatz) in Saarlouis verlegt, wo sich ein großer Springbrunnen befand.

Funde von Steinwerkzeugen aus behauenem Feuerstein in der Nähe des Neuhofs lassen vermuten, dass sich dort möglicherweise schon in der jüngeren Steinzeit eine Werkstatt zur Herstellung solcher Werkzeuge befunden haben könnte. Die Art und Weise der Bearbeitung weist auf ein Alter von ca. 8000 Jahren hin, so dass auf eine sehr frühe Ansiedlung geschlossen werden kann.

Felsberg
Quelle: link www.mosel-saar-pfalz.de

Felsberg verdankt seine Gründung dem Bau der Festung Saarlouis 1680. Hier wurden Sandstein gebrochen und Kalk gebrannt. Beide Materialien wurden zum Bau der Festung benötigt. Im heutigen Oberfelsberg ließen sich französische Kalkbrenner nieder, und in den Steinbrüchen nahe der Teufelsburg wohnten einige Steinmetzfamilien. Die Burg Neufelsberg, heute Teufelsburg genannt, wurde während des Festungsbau als Steinbruch genutzt. Herzog Leopold von Lothringen gründete um 1700 mehrere Dörfer an der Grenze zum französischen Staatsgebiet Saarlouis. Damit wollte er den Einfluss der französischen Krone eingrenzen. So entstand das Dorf Felsberg, dessen Gründungsurkunde vom 22. April 1704 datiert (300-Jahr-Feier). 1815 kam Felsberg wie Saarlouis zu Preußen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Felsberg vom reinen Bauerndorf durch Sandsteinbrüche und das Kalkwerk Gebrüder Schütz zu einem kleinen Industriestandort. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung wurde 1915 eine Dampfbahnstrecke von Saarlouis nach Felsberg gebaut, die nicht nur dem Personen- sondern vor allem dem Güterverkehr diente. Später wurde die Strecke über Altforweiler bis zur Grube 'La Houve' in Creutzwald weiter gebaut.

Nach dem zweiten Weltkrieg kamen die Industriezweige zum Erliegen. Eine besondere Ansiedlung erfolgte 1950: Der französische Werbesender 'Europe Nr. 1' ließ sich auf dem Felsberger Sauberg nieder und strahlt von dort seine Sendungen weltweit aus. Die Sender waren sogar schon einmal Etappenziel der Tour de France. 16 Vereine beleben heute das dörfliche Leben.