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Sehenswürdigkeiten:
kath. Kirche - 18.Jh.

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Ortsverzeichnis

Bisten
Quelle: link www.mosel-saar-pfalz.de

Der Name des mit 858 Einwohner kleinsten Ortsteiles Bisten leitet sich von dem Flüsschen Bist ab, das aus Frankreich kommend durch das Dorf fließt. Vor dem 12.Jahrhundert wurde der Ort kaum urkundlich erwähnt. Nachweislich gehörte Bisten jedoch seit dem frühen Mittelalter, wie auch Altforweiler, Berus und Felsberg, zum Herzogtum Lothringen. Bis zur Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 war der Ort Sitz des Amtsbezirkes Bisten, zu dem auch Altforweiler, Berus, Bisten, Felsberg, Neuforweiler und Überherrn gehörten.

Wahrzeichen des Ortes ist die katholische Pfarrkirche St.Peter.


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Bisten - Geschichte
Quelle: www.dersaargau.de

Soweit bekannt, wurde der Name Bisten erstmals in einer Urkunde des Klosters Wadgassen aus dem Jahre 1221 erwähnt. In einem Schreiben des Papstes Honarius III. an das Kloster Wadgassen werden diesem "Patronatsrechte" an einer Kapelle in Bisten bestätigt. Diese Kapelle befand sich auf dem Gelände des heutigen Dorffriedhofes. Die letzte Eintragung über eine Trauung in dieser Kapelle erfolgte 1787. Die heutige Kirche St. Peter wurde von 1783 - 1788 errichtet. Als Erbauer werden Johann Guerich und Johann Gerard erwähnt. Zu der Pfarrei Bisten gehörten auch die Bewohner Überherrns. 1866 wurde der "Bistener Kreditverein" gegründet, den der damalige Pfarrer Schoop "mit Umsicht und -Eifer" leitete. Unter Pfarrer Johann Thielen aus Bisten begann 1896 der Kapellenbau in Überherrn, die Einweihung erfolgte am 12.11.1897. Am 18.04.1920 wurde die Errichtung einer eigenen Kapellengemeinde Überherrn beschlossen, deren Grenzen sich mit denen der Zivilgemeinde decken mit der Ausnahme, dass das Gut Linslerhof bei der Pfarrei Bisten bleibt (heute noch). Seit diesem Zeitpunkt ist Überherrn eine eigene Pfarrei. Pastor Thielen genoss ein hohes Maß an Vertauen. Viele Bürger befolgten seinen Rat und legten ihre Spargroschen beim Kreditverein an. 1918 erfolgte der Zusammenbruch des Vereins. In der unsicheren Zeit vor Ausbruch des Weltkrieges 1914-18 hatte der Verein 10.000 Mark als Kriegsanleihe gezeichnet. Viele Kunden hoben ihre Goldeinlagen ab. Der Genossenschaftsverein wurde zahlungsunfähig. Der Zusammenbruch traf vor allem die Ärmsten der Armen.

Bis zum Beginn der Industriealisierung unserers Raumes in der Mitte des 19. Jahrhunderts waren Landwirtschaft und Viehzucht die Haupternährungsgrundlage. Als der Kohlenabbau an der Saar und im benachbarten Lothringen begann, änderte sich die Lage. Bergleute organisierten sich in Bruderschaften und Vereinen. Die Belegschaftsmitglieder der einzelnen Gruben gründeten Knappschaftsvereine zur Selbsthilfe. Viele Männer arbeiteten in den Warndtgruben oder als "Grenzgänger" in Lothringen.

Die Errichtung der Eisenbahnstation Überherrn 1880 hat zur industriellen Entwicklung viel beigetragen. 1939 wurden alle Dörfer des Amtsbezirkes Bisten evakuiert, nach Beendigung des Frankreichfeldzuges kehrten die Bewohner ab 1941 wieder zurück. Da viele Häuser zerstört oder stark beschädigt waren, begann ein zügiger Wiederaufbau. Im Sommer 1944 kam der Krieg wieder näher, dem Aufruf zur 2. Evakuierung folgten nicht alle. In Schutzkellern versteckten sich viele Familien . Am 3. Dezember 1944 rückten die Amerikaner von Merten kommend in Bisten ein. Die Sieger verhielten sich gegenüber der Bevölkerung tadellos, sehr diszipliniert, es gab bei uns keinerlei Übergriffe. Die deutsche Front hatte sich auf die Westwallbunker an der Saar zurückgezogen. Wegen des Gefechtsfeuers wurde die zurückgebliebene Bevölkerung des Ortes nach Überherrn evakuiert, kehrte erst nach der Frühjahrsoffensive wieder zurück. Der Wiederaufbau nach 1945 war schwieriger als der erste 1940/41.