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Oberlinxweiler
letzte Änderung: 17/1/2005
Blies ab- und aufwärts
entlang der Rhein-Nahe-Bahn

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(1) = Walkmühle

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Oberlinxweiler - einer der ältesten Orte unserer Gegend
Quelle: link www.oberlinxweiler.de

Oberlinxweiler heute

Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974 ist Oberlinxweiler ein Stadtteil der Kreisstadt St.Wendel. Heute leben rund 2.400 Menschen in den verschiedenen Teilen des Ortes, der durch die Blies, die Bahn und die B41 geteilt wird.

Oberlinxweiler hat eine sehr gute Verkehrsanbindung (B41 und Haltepunkt der Bahnlinie Saarbrücken - St.Wendel) und eine gute Infrastruktur. So kann man im Ort noch alle Waren des täglichen Bedarfs kaufen. Es gibt eine Zweigstelle der Volksbank und eine Postagentur sowie verschiedene Fachgeschäfte und Dienstleister. In unmittelbarer Nähe des Ortes befinden sich aber auch verschiedene Diskount- und Supermärkte und das Stadtzentrum von St.Wendel ist nur rund zwei Kilometer entfernt.

Zur Geschichte des Ortes

Erstmals erwähnt wurde Oberlinxweiler am 13. Juni 781, also vor weit über tausend Jahren in einer Urkunde von Kaiser Ludwig des Deutschen. Darin bestätigte er dem Bischof Adventius von Trier, dass dieser dem von ihm gegründeten Kloster bei Ottweiler auch das Dorf Lainchesivillare oder Linchisivillare gehört. Wörtlich heißt es in der Urkunde:

"Zudem beschenkte der das Kloster der Sitte seiner Hl. Vorgänger gemäß aus den Gütern des Hl. Stephanus. Er gab den Mönchen zur Nutznießung ein Landgut mit Namen Lainchesivilliare oder Linchisivillare nahe bei der Kirche zur Nahrung und Kleidung mit der daselbst erbauten Kapelle, die auf den Namen des Bekenners Martinius errichtet war."

Da in dieser Urkunde nur von "Linchisivillare" - also Linxweiler - die Rede ist, stellt sich die Frage, ob Ober- oder Niederlinxweiler damit gemeint war.

Diese Frage wird wohl nie endgültig zu beantworten sein. Viele Lokalforscher haben sich - dem Niederlinxweiler Heimatforscher Diehl folgend - für Niederlinxweiler entschieden.

Wolf Schwingel hat sich bereits 1982 in dem Heimatbuch von Oberlinxweiler mit deren Argumenten auseinander gesetzt und zahlreiche Belege dafür angeführt, dass Linchisivillare sich im Bereich des heutigen Oberlinxweiler befand.

Wissenschaftlich dürfte den Streit - ebenfalls im Jahr 1982 - jemand entschieden haben, der jeglichen Lokalpatriotismus unverdächtig ist: Der frühere Landeskonservator Dr. Alfons Kolling.

In einem Aufsatz mit dem Titel "Zur Archäologie des Spiemonts", erschienen in der "Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete", befasste er sich auch mit Siedlungskontinuität im Bereich des Spiemonts in der Völkerwanderungszeit:

"Als gewichtiger für die Frage der Besiedlungskontinuität ist jedoch die Kirchenwüstung innerhalb der Ortslage von Oberlinxweiler anzusehen. Die "gemauerten Gräber" und das eiserne Schwert erinnerin an den Befund im Kirchhügel von Losheim. Die Belegung des Friedhofs kann begonnen haben, als die Niederlinxweiler Martinskapelle noch nicht stand. Sie mag im späteren Mittelalter aufgehört haben, als die Kirche zerstört war (Brandschutt) und St.Martin Parochialrechte zuerkannt und dortige Sepultur verordnet war." (a.a.O. Seite 59)

Dr. Alfons Kolling teilt also - wissenschaftlich begründet - die Meinung, die Wolf Schwingel im gleichen Jahr im Heimatbuch von Oberlinxweiler vertreten hat: Bereits im frühen Mittelalter gab es im heutigen Oberlinxweiler eine Siedlung mit einem Friedhof und einer Kapelle im Bereich des Dorfgemeinschaftshauses. Es ist sogar wahrscheinlich, dass seit der Römerzeit hier durchegehend Menschen gelebt haben, auch während der Völkerwanderung, als ganze Landstriche verwaisten.

Bei dieser Kapelle handelt es sich wohl um die in der Urkunde Ludwigs des Deutschen angeführte Martinskapelle. Als die Kapelle zerstörte wurde, erfolgte der Neubau nicht mehr am alten Platz im heutigen Oberlinxweiler, sondern in Niederlinxweiler. Denn mittlerweile gehörte die Gegend zu dem Klosten Neumünster in Ottweiler. Und für dessen Mönche war Niederlinxweiler wesentlich besser erreichbar als Oberlinxweiler.

Damit gerieten der Friedhof und die Kapelle in Vergessenheit - bis ihre Überreste beim Bau der Scheune der Hochmühle wieder ans Tageslicht kamen.