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Niederlinxweiler
letzte Änderungen: 17.1.2005 / 14.3.2008
Blies ab- und aufwärts

Sehenswürdigkeiten:
ev. Kirche - J.F. Stengel 18.Jh., Spiemont

Bilder von Niederlinxweiler

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Geschichte vom Bliestal
Mittwoch, 27. Juli 2005
Quelle: link www.niederlinxweiler.de

In der Dotationsurkunde des Klosters Neumünster vom 13. Juni 871, erhalten in 3 Abschriften, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, Anfang 17. Jahrhundert und Ende 17. Jahrhundert erwähnte als Linchisivillare, Lainchisivillare, Lainchisvillare, 1270 Linxweiler, vor 1386 (Abschrift um 1500) Niederlinxwiler. Oberlenxwiler. Deutung: Nach dem Personennamen Laniogais.

Auf dem Bann von Niederlinxweiler wurden 1961 zwei Grabhügel im Staatsforst festgestellt. Römische Gebäudereste finden sich in den Flurteilen "Kalkofen" und "Ernstbach", ein Brandgrab wurde1846 "auf der Juchhöhe" freigelegt. Außerdem wurden Münzen gefunden. 1966 wurden am Südhang des Spiemontes auf Niederlinxweiler Gelände ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit entdeckt, das sich heute im Landesmuseum befindet. Auf dem Höhenrücken des Himmelwaldes wurden 1845 fünf vorgeschichtliche Grabhügel festgestellt und teilweise freigelegt. Zwei von ihnen sind heute noch deutlich zu erkennen.

Armringe aus der Bronzezeit vermerkt Max Müller, ebenso mehrere Bronzeringe. Römische Gräber wurden am „Steinberg” und „in der Etzenbach” gefunden, auf der Nordseite des Spiemontes Fundamente einer römischen Villa. Das heutige Niederlinxweiler ist als erstes der beiden Dörfer in der mittelalterlichen Ausbauzeit entstanden, während Oberlinxweiler wohl erst im 15. Jahrhundert auf dem Bann von Niederlinxweiler angelegt wurde.

Das alte Linxweiler gehörte dem Stift Neumünster mit der Grundgerichtsbarkeit. Vödte des Klosters waren Grafen v. Saaerbrücken, die die Vogtrechte mit Linxweiler als Lehen an die Herren v. Kirkel vergeben hatten. Als Hafnerlehensträger der Herren v. Kirkel besaßen die Hubenrisser v. Oldenburg und die Mauchenheimer v. Zweibrücken das Dorf Linxweiler bis zum Aussterben der Kirkeler 1289. Ein Saarbrücker Lehen in Linxweiler besaßen auch die Herren v. Greiffenklau zu Vollraths und ebenso die Herren v. Dagstuhl, das später auf ihre Erbnachfolger überging und wovon noch im 17. Jahrhundert Abgaben nach Dagstuhl geliefert wurden. Im Jahre 1328 verkaufte der Graf v. Saarbrücken den Berg Spiemont an den Erzbischof von Trier und dieser beabsichtigte, hier eine Burg zu erbauen. Ob es tatsächlich zum Bau kam, ist bis heute nicht zu belegen.

Bei Ausgrabungen 1980 wurde auf dem Schlossberg eine größere, römisch-keltische Fliehburg freigelegt. Bei der auch zahlreiche römische Funde gemacht wurden. Mittelalterliche Bausubstanz wurde hierbei nicht gefunden. Im 30-jährigen Krieg wurden die beiden Orte verwüstet. Schon 1626 waren sie „von Soldaten gar verderbt” und noch 1656 waren sie „ganz ruiniert”

In der Flur Ernstbach des Bannes Niederlinxweiler lag wahrscheinlich eine gleichnamige Siedlung, von der aber kein urkundlicher Nachweis vorliegt. Die eingegangene Siedlung Keimbach auf dem Bann Oberlinxweiler ist nur als Flurname erhalten. Heute liegt hier ein Aussiedlerhof. Niederlinxweiler, eines der ältesten Dörfer des Saarlandes, über 1.100 Jahre alt, liegt am Südhang des Spiemontes, einem steil aus der Landschaft herausragenden Höhenrücken südlich der Altstadt St. Wendel. Es hat eine katholische und eine evangelische Kirche, wobei die evangelische Kirche, ein Stengelbau, den Mittelpunkt des Orts bildet. Zwei moderne Kindergärten, kath. und ev., bieten genügend Platz für alle Kinder im entsprechenden Alter.

Ein Waldlehrpfad von 6,5 km Länge mit 3 Schutzhütten, 1 Kinderspielplatz, 1 Weiher mit Angelmöglichkeit und 2 Parkplätzen laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Zahlreiche Hinweistafeln geben Erklärungen zu naturkundlichen und geschichtlichen Besonderheiten. Mehrere Aussichtspunkte gewähren einen weiten √úberblick über das St. Wendeler- und Ottweiler Land. Anbindung an mehrere Ausgeschilderte Radwege sind vorhanden.