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Niederkirchen
letzte Änderung: 28/1/2008

Oster ab- und aufwärts
entlang der Ostertalbahn

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ev. Kirche - 13.-16.Jh.

ev. Kirche - Innenansicht

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Herausragende Sehenswürdigkeit von Niederkirchen ist die im Kern romanisch-frühgotische, seit Einführung der Reformation 1538 evangelische Kirche. Älteste Teile (12./13. Jh.) sind das Untergeschoss des Turms und ein tonnengewölber Raum an der Nordseite, der heute als Taufkapelle genutzt wird. Der Turm wurde im 16. Jh durch ein vorkragendes Obergeschoss mit Spitzhelm aufgestockt. Das südliche Langhaus (datiert 1517) weist kräftige Strebepfeiler auf. Hier sind auch die spätgotischen Fenster mit ihrem kompletten Maßwerk erhalten.

Der Innenraum (3-schiffig) ist durch spätgotische Netzgewölbe geprägt. Groteske Masken dienen als Konsolenfiguren. Die Schlusssteine sind vielseitig symbolischen Inhalts, u.a. findet sich der Bundschuh. Ein anderes - ungeklärtes - Motiv ist eine Hand, die sich nach einem Ring ausstreckt; das gleiche Motiv findet sich ein zweites Mal an der Choraußenwand.

Quelle: link de.wikipedia.org

Das Ostertal war Bodenfunden zufolge bereits in prähistorischer Zeit bewohnt. Funde aus den Niederkircher Fluren Heidenköpfchen (1928 und 1934/35) und Steinpforr dokumentieren ferner eine römische Besiedlung.

In einer Urkunde vom 17. November 880 schenkt Ludwig der Deutsche ein königliches Lehen Osternaha der Frankfurter Salvatorkapelle. Dies ist die erste bekannte Erwähnung des mittleren Ostertals im Mittelalter. In einer Bestätigungsurkunde Ottos II. (12. April 977) wird erstmals eine Kirche (mutmaßlich Niederkirchen) erwähnt.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wechseln die Ostertaler Güter mehrfach den Besitzer, am Ende (1444) erbt sie das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.

1538 wird die Reformation eingeführt; die Klöster im Herzogtum werden aufgelöst.

Im 30-jährigen Krieg wird Niederkirchen wie das gesamte Ostertal schwer verwüstet und entvölkert, 1677 erneut durch französische Truppen niedergebrannt.

Im 18. Jahrhundert kommt es zu einer wirtschaftlichen Erholung unter den Wittelsbachern. Die Reformation verbleibt.

Nach der Besetzung durch französische Revolutionstruppen im Jahr 1793 wird Niederkirchen - wie das gesamte mittlere Ostertal - Teil des Departement de la Sarre. Es bildet 1800 innerhalb des Arrondisements Saarbrücken (Kanton St. Wendel) eine eigene Bürgermeisterei mit den weiteren Orten Bubach, Hoof, Leitersweiler, Marth, Osterbrücken und Saal. Nach dem Wiener Kongress gelangt die Gemeinde als ehemalig pfälzisches Land an den bayerischen Rheinkreis, der angrenzende Landkreis Ottweiler hingegen fällt an die preußischen Rheinprovinz, die 1832 - nach Auflösung der Sachsen-Coburg-Gothaer Enklave Fürstentum Lichtenberg - auch weite Teile des Landkreises St. Wendel aufnimmt.

Nach dem Ersten Weltkrieg 1914 - 1918 und dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags 1920 wirkte sich diese Grenzziehung, die zwischen Niederkirchen und Sankt Wendel, Saal und Werschweiler verlief, wirtschaftlich stark aus. Denn die angrenzenden Landkreise Ottweiler und große Teile des Landkreises St. Wendel fielen 1920 an das wirtschaftlich von Frankreich abhängige Saargebiet, während Niederkirchen mit dem mittleren Ostertal pfälzisch blieb. Jedoch waren viele Ostertaler Arbeiter zwischen 1920 und 1935 im Saargebiet beschäftigte Grenzgänger und überschritten zwischen Arbeitsstelle und Wohnung zweimal täglich eine Zollgrenze.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt Niederkirchen 1947 zum Saarland und wurde als selbstständiges Amt und Gemeinde in den Landkreis St. Wendel aufgenommen. Bei der Kreisreform im Saarland 1974 werden Amt und Gemeinde aufgelöst und als Stadtteil Sankt Wendel zugeschlagen.

Quelle: link de.wikipedia.org