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Hoof im Ostertal
letzte Änderung: 19/1/2005


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Oster ab- und aufwärts
entlang der Ostertalbahn

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Ortsgeschichte von Hoof, Teil 1 – Teil 2
Quelle: link www.ostertal.de

von Hans Kirsch und Klaus Zimmer

Hoofer Denk- und Merkwürdigkeiten

Vorbemerkung

Ziel der folgenden Darstellung ist es, auf wenigen Seiten einen knappen Überblick über die Geschichte des Jubiläumsortes zu geben, um so dem Leser eine erste Orientierung zu ermöglichen. Ausführlich und umfassend werden die historischen Zusammenhänge in der durch den Heimat- und Kulturverein Ostertal e. V. herausgegebenen Buchreihe "Chronik des mittleren Ostertals" beschrieben. Dort finden sich auch detaillierte Quellen- und Literaturangaben.

Vor- und Frühgeschichte

Erste Hinweise menschlicher Besiedlung im mittleren Ostertal stammen von durchziehenden Nomaden aus der Mittelsteinzeit (6000 - 3000 v.Chr.). Auch Jäger und Sammler bzw. Viehzüchter der Jüngeren Steinzeit (3000 - 2000v. Chr.) haben spärlich Spuren hinterlassen. So tauchte zum Beispiel im Jahr 1948 am Krähenberg im Abraum des dortigen Steinbruches auf der Gemarkung Leitersweiler, in unmittelbarer Nähe der Gemarkung Hoof, ein Steinbeil auf, das dieser Epoche zuzuordnen sein könnte. Für die Bronzezeit (2000 - 750 v.Chr.) werden nur ganz vereinzelt Funde gemeldet. Hingegen war unsere Gegend als Folge der Einwanderung einer "urkeltischen" Bevölkerung aus Frankreich während der Eisenzeit (750 - 200v. Chr.) relativ dicht besiedelt. Dies gilt insbesondere für deren jüngeren Abschnitt, die Latènezeit (ab 450 v. Chr.), während der sich in unserem Gebiet die Hunsrück-Eifel-Kultur herausbildete. Das mittlere Ostertal verbucht für diese Zeit eine ganze Reihe von Bodenfunden. Erstmals ist auch die Gemarkung Hoof betroffen. Im Jahr 1965 wurden an der Böschung eines Waldweges im Baumbusch die Scherben eines latènezeitlichen Gefäßes entdeckt. Aus der Spätlatènezeit (200 v. Chr. - 0) stammt ein Brandgrab, das 1956 in einem Acker am Elzenberg angepflügt wurde.

Nach der Eroberung Galliens durch den römischen Feldherrn Gaius Julius Caesar begann bei uns die Römische Kaiserzeit (0-400 n. Chr.). Unser Gebiet wurde zur Provinz Belgica geschlagen, die einheimische keltische Bevölkerung öffnete sich für die römischen Sitten und Gebräuche, wodurch eine gallorömische (keltoromanische) Mischkultur entstand. Die Keltoromanen haben auf der Gemarkung Hoof etliche Spuren hinterlassen. Auf der Scharmeshöhe zwischen Hoof und Haupersweiler, insbesondere in den Hoofer Fluren "Hirtenwiese" und "An der Hirtenwiese", siedelten Menschen in einem römischen Landhaus (villa rustica), das dann während der Germaneneinfälle, vermutlich Ende des 3. Jahrhunderts, zerstört und abgebrannt wurde. Zahlreiche Ziegeln und Ziegelsteinreste, teilweise mit Brandspuren sind heute noch stumme Zeugen dieser menschlichen Ansiedlung und ihres gewaltsamen Endes durch eine Brandkatastrophe. Sie wurde nach ihrer Zerstörung nicht wieder aufgebaut. Auch mehrere römerzeitliche Krüge wurden auf der Scharmeshöhe gefunden, die heute aber verschollen sind. Das Wissen um diese Siedlungsstelle hat sich in einer Sage niedergeschlagen, wonach auf der Scharmeshöhe einst die Burgen zweier feindlicher Brüder oder ein durch einen Brand zerstörtes Kloster oder eine Ziegelei gestanden haben soll. Die Sage berichtet, die Bewohner hätten sich geteilt, seien ins Tal gezogen, und die eine Hälfte habe dann Hoof, die andere Haupersweiler gegründet.

Auch Steine mit Inschriften, die 1928 am Krähenberg gefunden und in einem Feldweg verbaut wurden, weisen auf die römerzeitliche Siedlungstätigkeit auf der Gemarkung Hoof hin. Ein Wohngebäude stand auch auf der Leitersweiler Seite des Krähenberges, was aus dem Auffinden von großen Sandsteinquadern, Tongefäßscherben, Ziegelstücken mit Holzkohle, Ziegelplatten und schwarzer Asche gefolgert werden kann. Diese Siedlungsstätte wurde wahrscheinlich ebenfalls durch Germanen niedergebrannt.


Grabfunde aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Im Quetterling

Die Keltoromanen hinterließen nicht nur archäologische Hinweise auf ihre Wohnplätze, sondern auch auf ihre Begräbnisstätten. Neben einem Keller aus der Römerzeit wurde 1964 bei Baggerarbeiten "Auf der Staffel" auch eine zwiebelförmige Urne, vermutlich aus einem Flachgrab, zutage gefördert. Schließlich kamen 1975 beim Aushub einer Baustelle "Im Quetterling" mehrere Tongefäße, Eisenreste sowie Bronzefibel aus drei Brandgräbern aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. zum Vorschein.

Die römische Verwaltung in unserer Heimat brach dann endgültig zu Anfang des 5. Jahrhunderts zusammen, und kriegerische Germanen rotteten die keltoromanische Bevölkerung bis auf geringe Reste völlig aus.

Frühmittelalter (400 - 900 n.Chr.)

Beim Kampf um die Vorherrschaft in den eroberten römischen Provinzen Galliens und Germaniens gelang es den Franken Ende des 5. Jahrhunderts, ihre Hauptgegner, die Alemannen, zu unterwerfen und ein mächtiges Königreich zu gründen. Der Westrich, das Gebiet zwischen Rhein und Saar, wurde danach zunächst nicht wiederbesiedelt und bedeckte sich mit Wald oder verödete. Dieser Zustand änderte sich erst im 6. bis 8. Jahrhundert, als die Franken im Rahmen einer systematischen Landnahme auch von diesem Gebiet siedlungsmäßig Besitz ergriffen. Inwiefern das mittlere Ostertal damals schon erschlossen wurde, läßt sich schwer sagen. Vermutlich wurden alle heutigen Ostertalorte erst im Rahmen einer mittelalterlichen Ausbauperiode im 8. bis 13. Jahrhundert gegründet.

Bei der fränkischen Kolonisation wurde alles herrenlose Land - und dies waren riesige zusammenhängende Komplexe - zum Eigentum des Königs erklärt. Die fränkischen Herrscher zeigten sich sehr spendabel, und schon bald wurden Teile dieses Königsgutes großzügig an nahe Verwandte, königliche Beamte, ausgediente Soldaten sowie Kirchen und Klöster verschenkt oder als Lehen gegeben. Es blieben schließlich nur noch königliche Restgebiete übrig. Eins davon war der "Bannforst Lutra" mit dem Zentrum Kaiserslautern, später auch "Reichsland um Kaiserslautern" genannt. Das mittlere Ostertal bildete den westlichen Teil dieses Gebietes. Auch dieser Bannforst blieb nicht von Schenkungen ausgenommen. Sein nordwestlicher Teil, in etwa das Gebiet des heutigen Kreises Kusel, Remigiusland genannt, wurde im 6. Jahrhundert der Kathedrale von Reims in Frankreich übergeben. Das mittlere Ostertal blieb dem König zunächst noch erhalten und wurde als "Königreich im Ostertal" bezeichnet. Das Gebiet an Glan und mittlerer Oster ordnete man zunächst landschaftlich dem Wormsgau zu, etwa ab Mitte des 10. Jahrhunderts dem Nahegau. Kirchlich gesehen kam Hoof zur Pfarrei Niederkirchen, die 1538 zur Reformation übertrat.

Die urkundliche Ersterwähnung 1344

Das diesjährige Jubiläum fußt nicht auf der Gründung des Ortes Hoof, denn Siedlungsgründungen lassen sich nur in ganz seltenen Fällen für ein bestimmtes Jahr nachweisen. Es geht vielmehr um das erste schriftliche Zeugnis, in dem Hoof (und gleichzeitig Leiterswei1er) erstmals genannt wird.

Wann unser Jubiläumsort genau gegründet wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls entwickelte sich das Dorf Hoof, dies sagt ja schon der Name, aus einer bäuerlichen Hofstätte. Sie wurde entweder im Auftrag des Königs oder durch einen durch den König beschenkten Adligen errichtet. Hoof erscheint urkundlich zusammen mit Leitersweiler erstmals im Jahr 1344. In dem Dokument wird eine Frau, Adelheid vom Hofe, genannt. Sie ist die erste namentlich nachweisbare Einwohnerin des Ostertalortes.

Die heute noch gebräuchliche mundartliche Form des Ortsnamens, "Hoob", ist keineswegs eine linguistische Verballhornung, sondern entstand im Rahmen einer ganz normalen sprachlichen Entwicklung. Diese Variante wird urkundlich erstmals im Jahr 1413 als "vom Hobe" sowie noch einmal im Jahr 1538 als "von dem Hobe" festgehalten.

Bis in die frühe Neuzeit hinein war die Geschichte von Hoof stets eng mit der der Nachbarorte Leitersweiler und Grügelborn (südlicher Teil) verbunden. Den größten Teil der Gemarkungen dieser Orte besaßen die Herren von Steinkallenfels, benannt nach ihrem Stammsitz, der Burg Steinkallenfels bei Kirn im Hahnenbachtal. Im Jahr 1301 erhielt Ritter Ulrich vom Steine (von Steinkallenfels) von König Albrecht I. für seine getreuen Dienste 200 Pfd. Heller und die Anwartschaft auf Lehen, die dem Reich heimfallen mögen. Es ist durchaus denkbar, daß Ulrich auf dem Wege königlicher Belehnung oder Schenkung zu seinem Grundbesitz und seinen Rechten in den genannten Ostertaldörfern kam. Sein Ostertaler Gebiet baute er zu einem besonderen Gerichts- und Verwaltungsbezirk aus, dem ein durch ihn ernannter Schultheiß vorstand.

Urkundlich erstmals erwähnt werden Hoof und Leitersweiler am 13. Januar 1344. Ulrich vom Steine und seine Frau Irmgard von Heinzenberg hatten ihren Anteil an dem zwischen beiden Orten gelegenen Mühlenwald an ihre Leibeigenen Adelheid vom Hofe sowie Wylche, Hennechin und Herbord von Luterswilre für jährlich 9 Heller Zinsen in Erbpacht vergeben. Diese verkauften den Waldanteil im Auftrag Ulrichs und Irmgards an Erzbischof Balduin von Trier. Der Text der Ersterwähnungsurkunde lautet:

Wir Ulrich Ritter vom Steyne und Yrmengart sin eliche Husfrauwe tun kunt allen luden, daß eß unser gut wille und verständnisse ist, daß unser lude, Wylche, Hennech und Herbord von Luterswilre und Adelheid vom Hofe verkaufen unserm Herren Gnd. Baldewyne Ertzbyschof zu Trieren den busch in Mulenboume zwischen den zweyen Welden gelegen waß dazu gehoret daß ir Erbe ist und von uns hant gehabet alle ir umb nun Haller zinsen uff den Bosch und zyng verzehen wir mit gudeme willen und wollen unsern vorgenannten Herren von Trier noch sine nachkumen nit hindern an deme kaufe in keyner hande wijs one alle argeliste. Des zu urkunde do han ich Ulrich vorgenannt min Ingesygel vor mich und Yrmengarten min eliche Husfrauwe an disen brief gehangen. Der wart gegeben do man zalte nach gots geburte Dritzehn hundert iar und vier und vierzig iar an deme dritzehendsten
Dage des mandes der do heizetzu latine Januarlus."

(Urkunde vom 13. Jan. 1344 im Landeshauptarchiv Koblenz, Best. 1 A, Nr. 5254)

Hochmittelalter und Spätmittelalter (900-1500)

Mit der Verwaltung des Frankenreiches waren königliche Beamte, die Grafen, beauftragt. Diesen gelang es dann im 12. und 13. Jahrhundert, zu selbständigen Landesfürsten für ihr Gebiet aufzusteigen. Dadurch entstand eine verwirrende Vielzahl von Kleinstaaten. Das mittlere Ostertal kam dabei zur Grafschaft Veldenz und war ein ausgesprochenes Grenzgebiet zwischen Lothringen (z.B. Haupersweiler), Kurtrier (z.B. Urweiler), Nassau- Saarbrücken (z.B. Dörrenbach) und Kurpfalz (z.B. Frohnhofen). Verwaltungsmäßig ordnete man das mittlere Ostertal dem Amt Lichtenberg und der Schultheißerei Konken zu. Im Rahmen einer Erbfolge gelangte unsere Gegend dann 1444 territorial an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, dessen Schicksal es bis zur Französischen Revolution teilte.

Vom Königreich im Ostertal war im Hoch- und Spätmittelalter nur noch der Name übriggeblieben, der königliche Besitz im Ostertal war restlos an Adlige und kirchliche Institutionen verschenkt worden. Einer der Nutznießer war vermutlich - wie wir schon sahen - Ritter Ulrich von Steinkallenfels. Er verstarb 1348, nur vier Jahre nach der urkundlichen Ersterwähnung von Hoof und Leitersweiler, und hinterließ Frau und sieben Kinder. Zu ihrer eigenen Versorgung erhielt seine Frau Irmgard als Witwenrente die Einkünfte aus den Ostertalorten. Wegen der Ausstattung der vielen Kinder geriet sie in finanzielle Schwierigkeiten, weswegen sie bei Heinrich von Veldenz ein Darlehen über 150 Pfd. Heller aufnahm. Als Sicherheit (Pfand) wurde durch sie am 1. März 1349 der Steinkallenfelser Besitz im Ostertal zugesagt. Das Darlehen dürfte ordnungsgemäß zurückgezahlt worden sein, denn der Ostertaler Besitz verblieb in Händen Irmgards und ihrer Erben.

Zahlreiche Erbfolgen führten schließlich zu einer vielschichtigen Zersplitterung der Steinkallenfelser Güter, wovon u. a. die Vögte von Hunolstein, Herren von Schwarzenberg, Freiherren von Warsberg, Herren von Lewenstein, Grafen von Manderscheid, Grafen von Oberstein und Grafen von Eberstein profitierten. Die Vögte von Hunolstein und die Herren von Schwarzenberg bildeten eine Verwaltungsgemeinschaft und errichteten als Zeichen ihrer Hochgerichtsrechte im Bezirk Hoof-Leitersweiler auf dem Krähenberg (Fluren "Galgenberg" und "Auf dem Gericht") einen Galgen, in Hoof selbst ließen sie ein Halseisen anbringen. Der Platz, wo ihr Hoof-Leitersweiler Gericht tagte, lag rechts der Straße nach Marth, am Elzenberg in der Flur "Im Ding".

Teile der Gemarkungen Hoof und Leiterswei1er waren auch an die Ritter von Lichtenberg gelangt, die ihren Ostertaler Besitz mit dem der Herren von Lewenstein gemeinschaftlich verwalteten.

Der Konflikt mit dem Herzog von Pfalz-Zweibrücken

Die Zweibrücker Herzöge bildeten in Kusel ein mit 14 Schöffen besetztes Landgericht, das auch für alle Fälle der hohen Gerichtsbarkeit innerhalb des Amtes Lichtenberg zuständig sein sollte, also für den Straftatbestand des Raubes, Mordes und Totschlags. Daran entzündeten sich vor allem im mittleren Ostertal jahrhundertelange Konflikte mit den zahlreichen dortigen Grundherren, die die mit lukrativen Steuereinnahmen verbundenen Hochgerichtsrechte im Bereich ihres Besitzes für sich beanspruchten. Die Güterinhaber im Ostertal waren aber im großen und ganzen dem übermächtigen Herzog nicht gewachsen, so daß dieser nach und nach seine Position durchsetzen konnte, wobei auch Gewaltanwendung gegenüber den Untertanen an der Tagesordnung war.

In einem Vertrag vom 8. März 1543 traten die Vormünder der damals minderjährigen Vögte von Hunolstein als Folge des Streites die hohe Gerichtsbarkeit im Bezirk Hoof-Leitersweiler an den Herzog ab. Trotz dieses Vertrages durften die Vögte aber in der Praxis weiter ihre diesbezüglichen Rechte ausüben, allerdings nur mit stillschweigender Duldung des Herzogs. Als die Hunolsteiner Erben volljährig wurden, erkannten sie die von ihren Vormündern gemachten Zugeständnisse nicht an und betrachteten sich weiterhin als Hochgerichtsherren aus eigener Macht.

Ab dem Jahr 1601 unternahm Herzog Johann dann massive Schritte, um seinen beanspruchten Rechten Geltung zu verschaffen. Als die hunolsteinischen, warsbergischen, obersteinischen, ebersteinischen und blickischen Leibeigenen in Hoof, Leiterswei1er und Grügelborn den Eid auf die herzoglichen Ordnungen und Forderungen verweigerten, wurde ihnen 1606 Wasser- und Weideverbot erteilt. Wer sein Vieh aus dem Stall lassen würde, sollte desselben verlustig gehen. Da daraufhin die Einwohner sich immer noch widersetzten und vom Herzog geforderte Steuern verweigerten, schritten die pfalz-zweibrückischen Behörden zur gewaltsamen Pfändung von Vieh und Haushaltsgegenständen, was sie dann zugunsten des Staates zwangsversteigern ließen. Ferner wurden Untertanen ins Gefängnis geworfen. Anordnungen des höchsten deutschen Gerichtes, des Reichskammergerichtes in Speyer, wonach die Zwangsmaßnahmen rückgängig gemacht werden sollten, blieben ohne Auswirkung, da sie durch die Zweibrücker Herzöge ignoriert wurden.

Der Dreißigjährige Krieg und die Erbfolgekriege des 17. Jahrhunderts

Die Ostertaler Bevölkerung flüchtete während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) mehrfach hinter die Mauern der befestigten Stadt St. Wendel. Das totale Verderben brach 1635 üb den Westrich herein, als kaiserliche Truppen den Rhein überschritten. Insbesondere kroatische Söldner richteten unvorstellbare Verwüstungen und Massaker unter der Bevölkerung an. Die überlebenden Ostertäler flohen, meist nach Holland, so daß alle Dörfer von 1635 bis 1638, also drei Jahre lang, wüst und unbewohnt dalagen. In Hoof lebte zeitweise, vermutlich während dieser drei Jahre, nur noch ein junger Mann, Adam Müller, der in einem Keller hauste und sich von Kräutern, Holzäpfeln und Fröschen ernährte. Bei dem Haus, in dessen Ruinen er sich aufhielt, soll es sich um Weyrichs altes Haus in der Vorstadtstraße gehandelt haben. Alle alteingesessenen Hoofer Familien namens Müller können ihren Stammbaum auf ihn zurückführen.

Der Westfälische Friede beendete zwar 1648 den Dreißigjährigen Krieg, doch das Land kam wegen verschiedener Erbfolgekriege nicht zur Ruhe. Immer wieder drangen Heere ein, plünderten, verwüsteten und mordeten. Im Jahr 1675 wohnten in Hoof wieder fünf Familien, deren mühsam aufgebaute Anwesen 1677 ohne Ausnahme durch Soldaten des französischen Königs Ludwig XIV. niedergebrannt wurden. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts schwiegen in unserer Gegend für etwa 50 Jahre die Waffen, und der Wiederaufbau konnte endlich ungestört durchgeführt werden.

Grundherrschaftliche Veränderungen im 18. Jahrhundert

Auch nach dem Dreißigjährigen Krieg setzten die Zweibrücker Herzöge ihre Versuche fort, sämtliche Hochgerichtsrechte und die damit verbundenen Abgaben im mittleren Ostertal an sich zu reißen. Wieder wurden Zwangsmaßnahmen angewandt, um die hunolsteinischen und warsbergischen Leibeigenen in Hoof und Leitersweiler gefügig zu machen. Im Jahr 1723 schließlich verkaufte die hunolsteinische Vormundschaftsverwaltung, wohl um sich endlich die zermürbenden Streitigkeiten vom Halse zu schaffen, alle ihre Rechte in Hoof, Leitersweiler und Grügelborn an den Freiherren von Schorrenburg. Wie schon im 16. Jahrhundert wurde die Aktion der Vormünder nach Erreichen der Volljährigkeit von den Vögten angefochten, jedoch ohne Erfolg. Allerdings übernahmen sie dann schon 1729 im Rahmen eines Tauschvertrages die bisherigen Rechte der Freiherren von Warsberg. Die Vögte verabschiedeten sich dann 1753 endgültig aus der Ostertaler Geschichte, indem sie alles dem Zweibrücker Herzog verkauften. Auch die Freiherren von Schorrenburg überließen im Rahmen eines Vergleiches im Jahr 1738 ihre Ostertaler Besitzungen dem Landesfürsten, der dadurch schließlich endgültig zum alleinigen Inhaber sämtlicher Gerichtsrechte und fast sämtlicher Grundrechte im mittleren Ostertal wurde.

Der Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg

Bei den Siedlern nach dem Dreißigjährigen Krieg handelte es sich meist um wenige überlebende Ostertaler Rückkehrer. Vereinzelt sind auch Zuzüge aus anderen Orten zu melden, darunter auch erstmals einige wenige katholische Familien. (Das Gros des für das mittlere Ostertal relativ hohen katholischen Bevölkerungsanteils in Hoof rührt von Zuzügen aus Nachbarorten im 19. Jahrhundert her.)

Nach der Verheerung wußte von den wenigen zurückgekehrten Ostertälern kaum noch jemand, wem die einzelnen Ländereien gehörten bzw. wem sie vor dem Krieg gehört hatten. Das Land war völlig verwildert, die Ackergrenzen waren nicht mehr zu erkennen. In dieser Situation kamen die Einwohner überein, verschiedene Gebiete mit den Bewohnern von Nachbardörfern gemeinsam wieder nutzbar zu machen, zu kultivieren und in Besitz zu nehmen. So entstand eine verwirrende Vielzahl von gemeinschaftlichen Distrikten, auf denen Weide -, Beholzigungs- und Beackerungsrechte gemeinsam ausgeübt wurden. Hoof zum Beispiel hatte Banngemeinschaften mit Leitersweiler, Haupersweiler und Marth. Als im 18. Jahrhundert das Land knapper wurde, wurden die Gemeinschaften ohne Ausnahme zu einer Quelle nicht enden wollender Streitereien und Prozesse zwischen den Gemeinden. Endlich legten dann im Jahr 1762 alle Ostertalorte unter Vermittlung der Behörden im Rahmen von Vergleichen ihre Meinungsverschiedenheiten bei, trennten sämtliche Bänne voneinander und setzten die heute noch gültigen Gemarkungsgrenzen fest. Zu einer Einigung kam es allerdings nicht mit dem damals im Ausland gelegenen Haupersweiler.

Die Hoofer Kapelle lag bis 1717 in Ruinen und wurde dann neu aufgebaut. Als später die Glocken, vermutlich das alte, aus dem Mittelalter stammende Geläut, bei einem Gewitter Schaden litten, wurden 1720 zwei neue Glocken in der Gießerei in Auftrag gegeben. Eine davon befindet sich heute noch in der protestantischen Kirche.

Erstmals 1720 wird für Hoof eine Schule genannt, die allerdings nur im Winter existierte und so zunächst in der kalten Jahreszeit den Kindern den beschwerlichen Weg nach Niederkirchen oder Leitersweiler ersparte. Eine Hoofer Mühle ist schon für ca. 1550 bezeugt. Die Mühle am Grügelbach wird 1745 als "ein schlechtes und elendes Mühlchen" beschrieben. Steinkohlen wurden im Jahr 1766 durch den Breitenbacher Steiger Konrad Diehl auf der Gemarkung Hoof entdeckt und bis in unser Jahrhundert hinein in verschiedenen kleinen Stollen im und um den Ort gefördert. Die 1770 durch den Staat errichtete Hoofer Glashütte, die vermutlich am "Hommersrech" gegenüber der Mühle stand, war ein wirtschaftlicher Fehlschlag und ging schon um 1774 wieder ein. Eine 1776 auf dem Platz ins Auge gefaßte Geschirrfabrik kam über das Planungsstadium nicht hinaus.

Der Dreißigjährige Krieg und die Erbfolgekriege des 17. Jahrhunderts

Die Ostertaler Bevölkerung flüchtete während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) mehrfach hinter die Mauern der befestigten Stadt St. Wendel. Das totale Verderben brach 1635 üb den Westrich herein, als kaiserliche Truppen den Rhein überschritten. Insbesondere kroatische Söldner richteten unvorstellbare Verwüstungen und Massaker unter der Bevölkerung an. Die überlebenden Ostertäler flohen, meist nach Holland, so daß alle Dörfer von 1635 bis 1638, also drei Jahre lang, wüst und unbewohnt dalagen. In Hoof lebte zeitweise, vermutlich während dieser drei Jahre, nur noch ein junger Mann, Adam Müller, der in einem Keller hauste und sich von Kräutern, Holzäpfeln und Fröschen ernährte. Bei dem Haus, in dessen Ruinen er sich aufhielt, soll es sich um Weyrichs altes Haus in der Vorstadtstraße gehandelt haben. Alle alteingesessenen Hoofer Familien namens Müller können ihren Stammbaum auf ihn zurückführen.

Der Westfälische Friede beendete zwar 1648 den Dreißigjährigen Krieg, doch das Land kam wegen verschiedener Erbfolgekriege nicht zur Ruhe. Immer wieder drangen Heere ein, plünderten, verwüsteten und mordeten. Im Jahr 1675 wohnten in Hoof wieder fünf Familien, deren mühsam aufgebaute Anwesen 1677 ohne Ausnahme durch Soldaten des französischen Königs Ludwig XIV. niedergebrannt wurden. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts schwiegen in unserer Gegend für etwa 50 Jahre die Waffen, und der Wiederaufbau konnte endlich ungestört durchgeführt werden.

Grundherrschaftliche Veränderungen im 18. Jahrhundert

Auch nach dem Dreißigjährigen Krieg setzten die Zweibrücker Herzöge ihre Versuche fort, sämtliche Hochgerichtsrechte und die damit verbundenen Abgaben im mittleren Ostertal an sich zu reißen. Wieder wurden Zwangsmaßnahmen angewandt, um die hunolsteinischen und warsbergischen Leibeigenen in Hoof und Leitersweiler gefügig zu machen. Im Jahr 1723 schließlich verkaufte die hunolsteinische Vormundschaftsverwaltung, wohl um sich endlich die zermürbenden Streitigkeiten vom Halse zu schaffen, alle ihre Rechte in Hoof, Leitersweiler und Grügelborn an den Freiherren von Schorrenburg. Wie schon im 16. Jahrhundert wurde die Aktion der Vormünder nach Erreichen der Volljährigkeit von den Vögten angefochten, jedoch ohne Erfolg. Allerdings übernahmen sie dann schon 1729 im Rahmen eines Tauschvertrages die bisherigen Rechte der Freiherren von Warsberg. Die Vögte verabschiedeten sich dann 1753 endgültig aus der Ostertaler Geschichte, indem sie alles dem Zweibrücker Herzog verkauften. Auch die Freiherren von Schorrenburg überließen im Rahmen eines Vergleiches im Jahr 1738 ihre Ostertaler Besitzungen dem Landesfürsten, der dadurch schließlich endgültig zum alleinigen Inhaber sämtlicher Gerichtsrechte und fast sämtlicher Grundrechte im mittleren Ostertal wurde.

Der Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg

Bei den Siedlern nach dem Dreißigjährigen Krieg handelte es sich meist um wenige überlebende Ostertaler Rückkehrer. Vereinzelt sind auch Zuzüge aus anderen Orten zu melden, darunter auch erstmals einige wenige katholische Familien. (Das Gros des für das mittlere Ostertal relativ hohen katholischen Bevölkerungsanteils in Hoof rührt von Zuzügen aus Nachbarorten im 19. Jahrhundert her.)

Nach der Verheerung wußte von den wenigen zurückgekehrten Ostertälern kaum noch jemand, wem die einzelnen Ländereien gehörten bzw. wem sie vor dem Krieg gehört hatten. Das Land war völlig verwildert, die Ackergrenzen waren nicht mehr zu erkennen. In dieser Situation kamen die Einwohner überein, verschiedene Gebiete mit den Bewohnern von Nachbardörfern gemeinsam wieder nutzbar zu machen, zu kultivieren und in Besitz zu nehmen. So entstand eine verwirrende Vielzahl von gemeinschaftlichen Distrikten, auf denen Weide -, Beholzigungs- und Beackerungsrechte gemeinsam ausgeübt wurden. Hoof zum Beispiel hatte Banngemeinschaften mit Leitersweiler, Haupersweiler und Marth. Als im 18. Jahrhundert das Land knapper wurde, wurden die Gemeinschaften ohne Ausnahme zu einer Quelle nicht enden wollender Streitereien und Prozesse zwischen den Gemeinden. Endlich legten dann im Jahr 1762 alle Ostertalorte unter Vermittlung der Behörden im Rahmen von Vergleichen ihre Meinungsverschiedenheiten bei, trennten sämtliche Bänne voneinander und setzten die heute noch gültigen Gemarkungsgrenzen fest. Zu einer Einigung kam es allerdings nicht mit dem damals im Ausland gelegenen Haupersweiler.

Die Hoofer Kapelle lag bis 1717 in Ruinen und wurde dann neu aufgebaut. Als später die Glocken, vermutlich das alte, aus dem Mittelalter stammende Geläut, bei einem Gewitter Schaden litten, wurden 1720 zwei neue Glocken in der Gießerei in Auftrag gegeben. Eine davon befindet sich heute noch in der protestantischen Kirche.

Erstmals 1720 wird für Hoof eine Schule genannt, die allerdings nur im Winter existierte und so zunächst in der kalten Jahreszeit den Kindern den beschwerlichen Weg nach Niederkirchen oder Leitersweiler ersparte. Eine Hoofer Mühle ist schon für ca. 1550 bezeugt. Die Mühle am Grügelbach wird 1745 als "ein schlechtes und elendes Mühlchen" beschrieben. Steinkohlen wurden im Jahr 1766 durch den Breitenbacher Steiger Konrad Diehl auf der Gemarkung Hoof entdeckt und bis in unser Jahrhundert hinein in verschiedenen kleinen Stollen im und um den Ort gefördert. Die 1770 durch den Staat errichtete Hoofer Glashütte, die vermutlich am "Hommersrech" gegenüber der Mühle stand, war ein wirtschaftlicher Fehlschlag und ging schon um 1774 wieder ein. Eine 1776 auf dem Platz ins Auge gefaßte Geschirrfabrik kam über das Planungsstadium nicht hinaus.

Die Zeit der französischen Besetzung

Als sich im Juli 1789 Bürger und Bauern in Frankreich gegen die Feudalherren erhoben, war dies der Beginn einer weltverändernden Revolution. Die Fürsten der Nachbarländer, vor allem Österreich und Preußen, wollten ihren Standesgenossen in Frankreich zu Hilfe kommen und begannen 1792 Krieg gegen die junge Republik. Die verbündeten Truppen wurden jedoch zurückgeschlagen, und ihnen folgten die Franzosen, unter anderem über Saarbrücken, Homburg, Fürth und St. Wendel in Richtung Trier. In den Jahren 1793 und 1794 wogten die Kämpfe im Westrich hin und her, wobei es immer wieder zu Plünderungen kam. Am 30. und 31. März 1794 "brandschatzten die Republikaner mehr als zwanzig Dörfer in und bei dem Osterthale. Gewöhnlich wurden von jedem Hause zwei Louisdor verlangt. Wo man nicht zahlte, wurden Geiseln fortgeschleppt." Langsam gewannen in der Folgezeit die Franzosen die Oberhand. 1795 zog sich Preußen aus der militärischen Auseinandersetzung zurück, und zwei Jahre später mußte auch Österreich einen Friedensvertrag akzeptieren, nach dem Frankreich das gesamte linksrheinische Gebiet besetzt halten durfte.

Noch im selben Jahr begannen die Franzosen mit der Neuordnung der Verwaltung in den eroberten Gebieten. Das gesamte Territorium wurde in vier Departements eingeteilt, diese wiederum in Arrondissements, diese in Kantone. Hoof gehörte zum Saardepartement, Arrondissement Saarbrücken, Kanton St. Wendel. Im Jahr 1800 schloß man mehrere Gemeinden zu einer Mairie, das heißt zu einer Bürgermeisterei, zusammen. Hoof bildete mit Leitersweiler, Marth, Niederkirchen, Saal, Bubach und Osterbrücken die Bürgermeisterei Niederkirchen.


Ortsplan von 1806

1798 startete die Pariser Zentralregierung eine Unterschriftenaktion, bei der sich die Bewohner des linksrheinischen Gebiets für einen freiwilligen Anschluß an Frankreich aussprechen sollten. Der Versuch schlug jedoch fehl, es kamen nicht viele Unterschriften zusammen. In Hoof hatte sich überhaupt niemand in die ausgelegten Listen eingetragen. Am 1. März 1801 wurde das linksrheinische Gebiet durch den Friedensvertrag von Lunéville endgültig mit der Republik Frankreich vereinigt. Damit waren die Hoofer Franzosen geworden, als welche sie zum Beispiel auch an der Volksabstimmung von 1804 teilnehmen konnten, aufgrund der sich Napoleon zum Kaiser krönen ließ. Wirtschaftlich stellte sich aufgrund der neuen Gewerbefreiheit, der Größe des französischen Absatzgebietes und dem Abbau der früher sehr zahlreichen Zollschranken bald ein gewisser Aufschwung ein. Der Kriegsfeldzug von 1812/13 gegen Rußland führte aber zum Untergang der französischen Armee und zur Besetzung des linken Rheinufers durch deutsche Truppen.

Hoof im Königreich Bayern

Die Verwaltung des zurückeroberten Gebiets oblag zunächst einer österreichisch-bayerischen Regierungskommission. Die Gemeinden der Bürgermeisterei Niederkirchen gehörten dabei von 1814 bis 1816 zum Kreis Ottweiler. Aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses kam die Pfalz dann am 1. Mai 1816 zum Königreich Bayern, während die Hoofer Nachbargemeinden Haupersweiler, Leitersweiler und St. Wendel dem sachsen-coburgischen Fürstentum Lichtenberg zugeordnet wurden. Somit war die Grenze zwischen Hoof und den genannten Gemeinden wieder zur Staatsgrenze geworden. Bei den Neuordnungsmaßnahmen kam die Bürgermeisterei Niederkirchen (jetzt ohne Leitersweiler, aber mit Selchenbach) zum Kanton Kusel. Mehrere Kantone bildeten einen Bezirk; Hoof und die Bürgermeisterei Niederkirchen gehörten zum Bezirk Kaiserslautern. Als die Bezirkseinteilung 1818 aufgehoben wurde, kamen unsere Ostertalgemeinden zu dem neu gebildeten Landcommissariat Kusel, das 1862 in Bezirk Kusel und dieser 1938 in Kreis Kusel umbenannt wurde.

Die Ostertalbürgermeisterei hatte im 19. Jahrhundert nicht immer ihren Sitz in Niederkirchen, sondern wurde - etwa ab 1820 - nach dem Wohnort des jeweiligen Bürgermeisters benannt. So gab es von 1820 bis 1824 und von 1861 bis 1875 die Bürgermeisterei Saal, von 1825 bis 1834 die Bürgermeisterei Osterbrücken, von 1834 bis 1848 die Bürgermeisterei Selchenbach und von 1850 bis 1854 sowie von 1875 bis 1900 die Bürgermeisterei Marth. Nur zwei Gemeinden stellten während des gesamten Jahrhunderts nie den Bürgermeister: Bubach und Hoof. Ab 1900 befand sich die Bürgermeisterei dauernd in Niederkirchen, weil es ab diesem Zeitpunkt einen hauptamtlichen Gemeindesekretär (Ludwig König) und ab 1924 auch einen hauptamtlichen Bürgermeister (ebenfalls Ludwig König) gab.

Dem Bürgermeister oblag die Verwaltung der Gemeinden und die Ausführung der Beschlüsse der örtlichen Gemeinderäte. Die Gemeindevertretungen, anfangs noch Schöffenräte genannt, hatten in kleineren Gemeinden zehn Mitglieder, an ihrer Spitze stand der Adjunkt. Die Namen der Hoofer Adjunkten sind im Anhang aufgeführt. Cullmann und Koch sind dabei die meist genannten Namen.

Nach dem Anschluß der Pfalz an Bayern kamen auf die Gemeinden und damit auf die Bewohner zunächst große finanzielle Belastungen zu. Die Schulden der ehemaligen Oberämter, in unserem Falle also des Oberamtes Lichtenberg, wurden einfach auf die Gemeinden umgelegt. Damit hatte Hoof im Jahr 1818, ohne irgend eine Gegenleistung zu erhalten, eine Summe von 1.306 Gulden zu bezahlen. Die meisten Gemeinden, auch die Nachbardörfer Selchenbach, Marth, Niederkirchen, Osterbrücken und Bubach, versteigerten deshalb Teile ihres gemeindeeigenen Landes an die Ortsbewohner, um so die erforderlichen Summen zusammenzubekommen. Auch Hoof hatte dies vor und bereits 141 Morgen Land zur Versteigerung ins Auge gefaßt. Da die Formalitäten einer Versteigerung aber eine gewisse Zeit in Anspruch genommen hätten, die (privaten) Gläubiger dagegen bei Sofortzahlung mit einem Rabatt lockten, entschlossen sich die Hoofer, den von ihnen geforderten Betrag schnellstmöglich durch eine Umlage unter den Gemeindeleuten aufzubringen. 1822 führte man, allerdings ohne Wissen und Genehmigung der Aufsichtsbehörden, trotzdem eine Verteilung der 141 Morgen Gemeindeland durch. Wie man später sagte, sollte dies allerdings nur eine Überlassung auf acht Jahre gewesen sein. Nach Ablauf dieser Zeit "vergaß" man jedoch die Rückgabe des Landes, ließ aber gleichwohl die Gemeinde weiter die Grundsteuern bezahlen. Als dem Landcommissariat Kusel 1839 diese ungesetzliche Verfahrensweise bekannt wurde, mußten alle Hoofer Leute, die 1822 Gemeindeland übernommen hatten, dies nachträglich mit einem Betrag von 25 Gulden pro Morgen, das heißt mit einer Gesamtsumme von mehr als 3.500 Gulden, bezahlen.

Hoof versteigerte in dieser Zeit aber auch ganz legal und mit Genehmigung der Behörden gemeindeeigenes Land an die Dorfbewohner. 1823 erzielte man durch den Verkauf von 37 Morgen Ackerland 210 Gulden, mit denen man die anteiligen Kosten des Pfarrhausbaues in Niederkirchen bezahlte. Die im Jahr 1825 versteigerten 194 Morgen Land dienten der Finanzierung des neuen Schulhauses, das 1826 erbaut wurde und 1.500 Gulden kostete. Gleichzeitig vergrößerte die Gemeinde die landwirtschaftlich nutzbare Fläche dadurch, daß man bis zum Jahr 1835 rund 136 Morgen Land, das bisher öde lag, urbar machte. Durch all diese Maßnahmen war es möglich geworden, daß mehr Bewohner in den Besitz des lebensnotwendigen Ackerlandes kommen konnten.

Schon seit der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sich die Zahl der Hoofer Einwohner ständig erhöht. Dieser Trend setzte sich - mit einer Ausnahme von 10 Jahren - auch während des 19. Jahrhunderts fort. Gab es im Jahr 1810 noch 185 Einwohner, so waren es 1855 schon 369. Die Zahl stieg auf 429 im Jahr 1895 und schließlich auf 504 im Jahr 1910. Die Grafik auf der nächsten Seite soll diese Entwicklung verdeutlichen.

Die religiöse Zusammensetzung der Hoofer Bevölkerung unterschied sich von den Ostertaler Nachbargemeinden dadurch, daß in Hoof der Anteil der Katholiken stets größer war. 1824 betrug er knapp 18 Prozent, stieg bis 1867 - vor allem durch Zuzüge aus katholischen Nachbargemeinden - auf 28 Prozent an, um dann im 20. Jahrhundert wieder auf etwa 20 Prozent (1939) zu sinken.

Die gestiegene Einwohnerzahl erforderte natürlich auch mehr Wohnungen. 1820 gab es in Hoof 34 Wohnhäuser. Davon waren 31 aus Stein gebaut, 3 noch aus Holz. 18 der Häuser waren in einstöckiger Bauweise errichtet, 16 dagegen schon zweistöckig. Die meisten Dächer, nämlich 24, hatten noch die alte Strohbedeckung, es gab zwei Leinedächer, und nur acht Häuser waren - wie von der Obrigkeit eigentlich gefordert - mit Ziegeln gedeckt. Der 1818 ins Leben gerufenen Pfälzischen Brandversicherungsanstalt traten bald alle Hoofer Hauseigentümer bei. 1860 gab es im Dorf 61 versicherte Haupt- und 18 Nebengebäude, 1890 waren alle 85 Haupt- und 42 Nebengebäude brandversichert.

Wirtschaftliche Verhältnisse

Wirtschaftlich war Hoof im 19. Jahrhundert, wie die gesamte Westpfalz, weil überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die Ostertaler Bauern fuhren fast alle noch mit Ochsen, von denen es 1823 in Hoof 48 gab. Dagegen besaß man nur 3 Pferde. 1883 gab es dann 16 Pferde im Ort, 1892 schließlich 20. Die Zahl der Ochsen nahm hingegen mit den Jahren immer mehr ab, um die Jahrhundertwende waren im Dorf nur noch vier in Gebrauch. Kühe und Kälber waren 1823 105 vorhanden, 1892 aber dreimal soviel (323). Die Zahl der Schweine war durchgehend hoch, sie betrug gleichbleibend etwa 120.

Die Erträge im Kartoffelanbau konnten zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegenüber früher erheblich gesteigert werden. Das war vor allem darauf zurückzuführen, daß man jetzt den Acker mit Pflug und Egge bebaute statt mit der Hacke. Auch im Futteranbau konnten durch das Düngen mit Kalk und Gips bessere Ergebnisse erzielt werden. 1820 wurde das Hoofer Land wie folgt genutzt: 10 Morgen Gärten, 900 Morgen Ackerland, 140 Morgen Wiesen, 233 Morgen Wald und 400 Morgen anderes Feld. Durch Urbarmachung von Ödland konnten in den folgenden Jahren besonders die Ackerbauflächen vermehrt werden.

1846 wurde für die Gemeinde Hoof ein neues Grundsteuerkataster angelegt, nachdem zuvor die Gemarkung und die einzelnen Parzellen vermessen worden waren. Von den 187 Grundbesitzern mit insgesamt 1.451 Tagwerk (= 1 974 Morgen) Land hatten 77 ihren Wohnsitz in Hoof, 110 kamen aus anderen Orten. Die größten privaten Grundflächen hatten die minderjährige Katharina Cullmann (39,62 Tagwerk = ca. 53 Morgen), Adam Cullmann II. (39,32 Tagwerk und Nikolaus Cullmann (36,15 Tagwerk). Bei 16 einheimischen Eigentümern betrug der Grundbesitz weniger als 1 Tagwerk, bei sieben reichte es gerade zu einem Gärtchen. Neben 30 Bauern befanden sich unter den Landbesitzern auch der Dorfschullehrer, der Feldschütz, drei Maurer, zwei Schreiner, ein Schuhmacher, ein Müller, ein Schneider, ein Schmied, ein Zimmermann, acht Bergleute, zwei Musikanten, ein Tagelöhner und ein Hirte. Ferner sieben Witwen, sieben Minderjährige sowie die politische Gemeinde und die protestantische Kirchengemeinde.

Die Zahl der Handwerker bzw. Gewerbetreibenden orientierte sich in unseren Dörfern jeweils am örtlichen Bedarf. 1820 gab es in Hoof einen Schneider, einen Schuster, einen Maurer, einen Mahlmüller, einen Zimmermann, einen Krämer und einen Bierwirt. 1875 hatte sich dieser Kreis etwas erweitert. Es gab nun einen Hufschmied (Adam Barz), zwei Maurer (Jakob Altenhofer, Ludwig Stamm), einen Müller (Adam Kuntz), einen Schneider (Daniel Müller), einen Schreiner und Glaser (Daniel Wagner), einen Schuster (Peter Fischer), einen Zimmermann (Jakob Becker) sowie einen Krämer und Branntweinwirt (Georg Fischer). Die Zahl der Bierwirte hatte sich auf drei erhöht (Jakob Koch, Jakob Moosmann, Adolf Wagner), ein Barbier (Jakob Lang) und ein Makler (Adam Stoll) waren hinzugekommen.

Im 19. Jahrhundert gab es in Hoof aber nicht nur Landwirtschaft und Handwerk, sondern auch Steinkohlenbergbau. Als um 1774 die Hoofer Glashütte geschlossen wurde, gab man zunächst auch den Kohlenabbau auf, der vorher am Erschrech betrieben worden war. Die Gemeinde gestattete nun den Dorfbewohnern, sich selbst Kohlen zum Hausgebrauch zu graben. 1810 erhielt Christian Hauter, der Besitzer des Königreicher Hofes, vom Pariser Innenministerium die Genehmigung, im Leitersweiler Mühlenwald probeweise nach Kohlen zu graben. Dieser beließ es aber nicht bei Probegrabungen, sondern ging zum regulären Abbau über. Im Jahr darauf begann der Niederkircher Pfarrer Culmann mit Probegrabungen am Erschrech. Hierüber beschwerte sich Hauter, der mittlerweile auch dieses Gebiet für sich beantragt hatte. Aufgrund der Beschwerde ordnete der Saarbrücker Präfekt 1812 eine Untersuchung an, deren Folge die Schließung beider Abbaustellen war, weil weder Hauter noch Culmann eine endgültige Konzession besaßen.

Am 3. November 1818 schloß die Gemeinde Hoof dann mit dem Ackerer und Bürgermeister in Frohnhofen, Georg Barth, und dem Bergwerksverwalter in Altenkirchen, Conrad Weiß einen Vertrag, nach dem diese berechtigt waren, auf der ganzen Hoofer Gemarkung "nach Wohlgefallen nach Kohlen nachzusuchen und diese zu graben". Dafür verpflichteten sich Barth und Weiß, "den Gemeindsleuten von Hoof die Kohlen zu ihrem jährlichen Hausgebrauch den Zentner zu 10 Kreuzer verabfolgen zu lassen".

Am 28. August 1821 erteilte die Bergbehörde den beiden Antragstellern Barth und Weiß die Konzession zum Abbau. Das Grubenfeld hatte eine Ausdehnung von 248 Hektar 48 Aren, umfaßte also ziemlich genau die Hälfte der Hoofer Gemarkung. 1848 gab es fünf Stollen, nämlich am Bornacker, an der Lehmenkaut, am Erschrech, in der Kurzacht sowie in der Seiters. Später kamen drei Stollen dazu, der letzte 1901/02 am Behmbesch, wo 1961 das Raiffeisenlager gebaut wurde.

Die Belegschaftsstärke wechselte im Verlaufe des Abbaubetriebs zwischen 8 und 18 Mann. Als im Jahr 1870 auf der Hoofer Grube ein Knappschaftsverein gegründet wurde, gehörten ihm ausschließlich unständige Mitglieder an.


Anwesen Stromereder um 1927

Streit gab es immer wieder um das Recht der Hoofer Leute auf verbilligten Kohlenbezug. 1839 stellten die Betreiber die Lieferung der Kohlen zu 10 Kreuzer einfach ein. Erst ein Urteil des höchsten bayerischen Zivilgerichts in München im Jahr 1848 konnte die Hoofer wieder in ihre vertragsmäßigen Rechte einsetzen. Die Reaktion auf dieses Urteil bestand darin, daß die Betreiber den Hoofern zwar den niedrigen Preis wieder zubilligten, ihnen aber nur mindere Kohlenqualität verabfolgten. Auch hiergegen ging die Gemeinde 1852 mit einer Klage vor, konnte sich aber nicht durchsetzen, weil die Grubenarbeiter zugunsten der Betreiber aussagten. 1865 stellte die Grube die Lieferung der verbilligten Kohlen erneut ein und nahm sie erst nach Intervention der Gemeinde wieder auf. Ende 1874 wurde dann der Betrieb der Grube endgültig eingestellt, eine Klage der Gemeinde gegen die Schließung beim Bergamt Zweibrücken blieb ohne Erfolg.

In der Betriebszeit von 1821 bis 1875 wurden insgesamt 33045 Tonnen Kohlen gefördert, durchschnittlich also rund 12.500 Zentner im Jahr. Davon nahmen die Hoofer Gemeindsleute jährlich zwischen 1.000 und 2.000 Zentner zum verbilligten Preis von 10 Kreuzern ab.

Eine weitere Kohlengrube, die teilweise auf Hoofer Gemarkung lag, war die Grube "Kreuz" zwischen Hoof und Osterbrücken. Sie war von 1848 bis 1874 in Betrieb, beschäftigte drei Arbeiter und förderte insgesamt 1.951 Tonnen Kohlen.

Soziale Verhältnisse, Auswanderungen

Vor allem wegen des rasanten Bevölkerungswachstums waren im 19. Jahrhundert die sozialen Verhältnisse zu verschiedenen Zeiten äußerst schwierig, insbesondere dann, wenn es in der Landwirtschaft zu Mißernten kam. Dies war etwa 1816/17,1831/32 und 1846/47 der Fall. Die größeren Bauern hatten in diesen Zeiten meist noch genügend Nahrung und Rücklagen zum Überleben. Die Tagelöhner, Handwerker und Kleinbauern aber kämpften im wahrsten Sinne des Wortes um ihre Existenz.

1828 begründete Anton Schmidt aus Hoof sein Auswanderungsgesuch damit, daß er sich gänzlich außerstande sehe in Zukunft seine Familie als ehrbarer Mann zu ernähren. Zwar sei er von Beruf Schneider, jedoch gänzlich ohne Verdienst, weil die St.Wendeler Konkurrenz, damit sie die Arbeit bekomme, diese zum halben Preis ausführe. Auch seien die täglichen Unkosten, die durch Zwangsmittel entstünden, nicht mehr zu ertragen.

Als 1832 der Maurer Jakob Altenhofer aus Oberkirchen nach Hoof einwandern wollte, lehnte der Gemeinderat dies zunächst ab mit dem Argument, die Gemeinde sei bereits mit armen Leuten überhäuft.

Viele Familien wohnten in Hütten, in denen der Pfuhl in der Stube stand, heißt es in einem alten Bericht über Hoof. Solche Unterkünfte fand man in der Vorstadt und neben der alten Schule. In der "Acht" standen zwei Häuser, deren Dächer mit Besenginster gedeckt waren, die Wohnräume waren in den Berg hineingegraben, die Tür ebenfalls aus Ginster geflochten. In der Vorstadt über der Bach, heißt es an anderer Stelle, wohnten sieben Familien, die alle betteln gingen und dem Ort und der Umgebung zur Last fielen.

Bei diesen Verhältnissen sahen viele Hoofer einen letzten Ausweg darin, ihre Heimat zu verlassen und in ein fremdes Land zu ziehen, um sich dort eine bessere Existenz aufzubauen. Über 40 Männer, Frauen und Kinder waren es, die zwischen 1820 und 1860 auswanderten, fast alle nach Nordamerika. Andere wiederum, die die Heimat nicht ganz verlassen wollten, zogen vom Frühjahr bis zum Spätherbst als Wandermusikanten nach Belgien, Holland oder Frankreich, um auf diese Weise etwas Geld zu verdienen. Von den 47 bekannten Ostertaler Wandermusikanten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen allein 33 aus Hoof.

Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 änderte sich jedoch das Auswanderungsverhalten der Ostertäler. Im nahen Saar-Raum hatte sich mittlerweile eine Gruben- und Hüttenindustrie entwickelt, die existenzsichernde Arbeitsplätze bot. Viele Ostertäler, darunter auch 122 aus Hoof, zogen daher von 1874 bis 1920 in die Industrieorte an der Saar, vor allem nach Wiebelskirchen und Neunkirchen, manche auch bis in die Saarbrücker Gegend hinein.

Auch die zu Hause Gebliebenen ergriffen nun in vermehrtem Maße den Beruf eines Bergmannes oder Hüttenarbeiters. Während der Mann die Woche über im Schlafhaus blieb, versahen zu Hause Frau und Kinder die kleine Nebenerwerbslandwirtschaft. Zwar war das Einkommen nicht besonders hoch, aber es garantierte doch einen existenzsichernden Mindeststandard. Dies führte zu einer deutlichen Stabilisierung der sozialen Situation.

Kirche und Friedhof

Im Jahr 1717 war die während des 3ojährigen Krieges zerstörte Hoofer Kapelle neu aufgebaut worden. 1841 aber war sie wieder so baufällig geworden, daß sie polizeilich geschlossen werden mußte. Pfarrer Heintz wollte nun die Gottesdienste im Hoofer Schulhaus abhalten, was jedoch von der Gemeinde aus Verärgerung über die Schließung der Kapelle abgelehnt wurde. So faßte man den Neubau einer Kirche ins Auge, der 1852/53 realisiert wurde. Die Kosten betrugen 1.761 Gulden, die fast ganz aus Gemeindemitteln aufgebracht wurden. Die Bauarbeiten erfolgten "unter tatkräftiger Mitarbeit und Mithilfe aller Gemeindeglieder, die durch freiwillige Gespannstellung und durch Übernahme der Beifuhren nach besten Kräften mitarbeiteten". So konnte am 24. April 1853 das neue Hoofer Gotteshaus eingeweiht werden. 1878 erhielt die Kirche eine Orgel der Firma Walcker aus Ludwigsburg. Als Filiale der Kirchengemeinde Niederkirchen wurde Hoof vom Niederkircher Pfarrer betreut.

Von altersher bis zur französischen Zeit wurden die Toten aus der gesamten Pfarrei Niederkirchen, auch die aus Hoof, um das Gotteshaus in Niederkirchen begraben. 1804 bestimmte aber ein Gesetz, daß Beerdigungen künftig nicht mehr innerhalb von Ortschaften stattfinden dürften, vielmehr sollten "besondere Begräbnisplätze außerhalb der Flecken und Städte" errichtet werden.

Es dauerte aber bis 1820, bis in Niederkirchen ("an der Schwann") ein neuer Friedhof angelegt wurde, der zunächst auch die Hoofer Toten aufnahm. 1840 aber legte die Gemeinde Hoof in der ,,Acht", oberhalb des Wegs nach Leitersweiler, einen eigenen Friedhof an, der 1876 und 1908 wegen gänzlicher Auslastung erweitert werden mußte.

Die Hoofer Schule

Die 1720 erstmals erwähnte Hoofer Schule war eine Winterschule. Mitunter besuchten die Kinder aber auch die Hauptschule in Niederkirchen oder die Filialschule in Leitersweiler. Nach 1816 sollte zunächst eine gemeinsame Schule für Hoof und Osterbrücken erbaut werden. Als Osterbrücken sich aber ein eigenes Schulhaus errichtete, stellte sich diese Frage auch für Hoof. Obwohl die damalige "Schulstube" nur eine Fläche von 24 Quadratmetern hatte, in der 40 bis 45 Kinder zu unterrichten waren, wehrte sich der Gemeinderat zunächst heftig gegen einen Neubau. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Müller aus Saal ordnete das Landkommissariat Kusel 1824 aber den Bau eines neuen Schulhauses an, das 1826 oberhalb der Hoofer Kapelle errichtet wurde.

1868 wollte die Gemeinde das Schulhaus aufstocken, weil sich die Schülerzahl erhöht hatte. Im Jahr darauf änderte man aber den Plan und beabsichtigte nun die Errichtung eines zweiten Schulgebäudes. Aufgrund des deutsch-französischen Krieges 1870/71 unterblieb der Neubau aber, so daß 1874 doch die ursprünglich geplante Aufstockung realisiert wurde. Schließlich mußte aber wegen der weiter gestiegenen Schülerzahlen doch ein neues Schulhaus gebaut werden, das 1910 am Behmbesch errichtet wurde.

Die erste ständige Lehrerstelle erhielt Hoof im Jahr l835; 1910 kam eine Hilfslehrerstelle dazu. 1882 und 1908 lehnten Ortsschulkommission und Gemeinderat die Anträge von katholischen Einwohnern und des katholischen Pfarramts Breitenbach auf Besetzung der zweiten Lehrerstelle mit einem katholischen Lehrer ab.

Dorfbrunnen und Wasserleitungen

In Hoof gab es bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts außer einem Ziehbrunnen mit Schöpfeimer und Handkurbel im "Vordorfe", aus dem die Bewohner "seit urdenklicher Zeit" ihr Wasser entnahmen, keinen für jedermann nutzbaren öffentlichen Laufbrunnen. So beschloß der Gemeinderat 1842, einen solchen zu errichten. Das Projekt wurde aber offenbar nicht realisiert, denn 1851 erklärte die Gemeindevertretung erneut, die Herstellung eines öffentlichen Brunnens sei ein dringendes Bedürfnis, "weshalb im Laufe des nächsten Jahres diese Herstellung vorgenommen werden soll". Die Kosten wurden auf 1.135 Gulden berechnet und durch den Verkauf von sechs gemeindeeigenen Landstücken, durch den Erlös eines außerordentlichen Holzhiebs in Schleed und Röthelswald sowie durch 290 Gulden aus der Gemeindekasse aufgebracht. Die Brunnenkammer lag im Buchengraben, so daß die Zuleitung rund 1.100 Meter lang war. Der Brunnen selbst befand sich unterhalb der Kirche.

1884 mußte die Brunnenleitung erneuert werden. In diesem Zusammenhang forderte der Bürger DanieI Häßel die Errichtung eines zweiten Brunnens für den links des Baches gelegenen Teil des Dorfes, was der Gemeinderat aber ablehnte. Ein erneuter Antrag mehrerer Einwohner im Jahr 1886 verfiel ebenso der gemeinderätlichen Ablehnung, obwohl ein Gutachten das zufließende Wasser als ausreichend für einen weiteren Brunnen bezeichnete. Erst eine Beschwerde von 19 Bürgern bei der Regierung der Pfalz in Speyer führte zum Erfolg. Gegen den Willen des Gemeinderats ordnete das Bezirksamt Kusel schließlich den Bau eines zweiten Brunnens an, der 1887 am Fuße des Nebenhügels errichtet wurde.

Damit waren aber noch nicht alle zufriedengestellt. 1892 beantragten die Bewohner der "Acht" die Errichtung eines Springbrunnens in ihrem Bereich, da "13 dortige Familien, welche durch beide Brunnen, die in Hoof errichtet sind, eine große Erschwernis haben, ihr Wasser zum Kochen wie zur Viehtränke auf dem Kopfe beizuschleppen". Der Gemeinderat lehnte wieder ab, "da noch viele Ortsbewohner ebenso weit zu den öffentlichen Brunnen haben". Auch zwei Beschwerden an das Bezirksamt Kusel änderten an dieser Sachlage zunächst nichts. Die Bewohner der "Acht" aber ließen nicht locker und forderten 1896 erneut einen Brunnen für sich. Diesmal verweigerte sich der Gemeinderat nicht und beschloß im Jahr darauf den Bau eines dritten Brunnens am Rosenberg, den sogenannten Jakobsbrunnen. Zusätzlich wurden für die beiden bestehenden Brunnen größere Sammler gebaut und der Brunnen an der Kirche zu einem "Ventilbrunnen" umgerüstet. Als aber auch nach diesen Maßnahmen die Klagen über Wassermangel im Ort nicht verstummten, machte die Gemeindevertretung "Nägel mit Köpfen". Sie beschloß 1901 den Bau einer zentralen Wasserversorgung mit Hausanschlüssen, wobei das Wasser aus den Bruchwiesquellen entnommen werden sollte. Eine Gemeindeversammlung stimmte dem Vorhaben zu und befürwortete die Ausgaben in Höhe von rund 19.000 Mark. Die Firma Peter Kleemann aus Kollweiler erhielt den Bauauftrag und schloß ihn 1903 ab. Damit hatte Hoof ein modernes Wasserleitungsnetz mit fließendem Wasser in jedem Haus.

Die Feuerwehr

Herrschaftliche Vorschriften über Feuerschutz und das Verhalten bei Bränden gab es schon seit Jahrhunderten. Jeder Haushalt war verpflichtet, einen Ledereimer zum Herbeischaffen von Löschwasser vorzuhalten, zur Löschhilfe war jedermann verpflichtet. Die "Ortspolizeibeschlüsse sämtlicher Gemeinden des Bezirks Kusel" von 1863 enthielten unter anderem auch Bestimmungen über das Feuerlöschwesen. In einigen Gemeinden des Bezirks gab es zu dieser Zeit schon organisierte Feuerwehren. Obwohl die Gemeinden des Ostertals nicht dazugehörten, hatten sie sich bereits im Jahr 1860 eine gemeinsame Feuerspritze angeschafft. Hoof hatte dazu auf einem speziellen Fonds der Verzinsungskasse Kusel 486 Gulden angespart. Die neue Feuerspritze war zentral in Marth untergebracht.

Die "Feuerlöschordnung für die Gemeinden des Amtsbezirks Kusel" vom 24.1.1876 schrieb vor, daß in jeder Gemeinde eine Löschmannschaft aufzustellen war. Die Gemeinde Hoof kam diesem Auftrag, wie die übrigen Ostertalgemeinden, noch im selben Jahr nach, sodaß die Gemeinde seit 1876 eine eigene Feuerwehr, allerdings eine Pflichtwehr, besaß. Zwei Jahre später erbaute die Gemeinde ein eigenes Feuerwehrhaus, das seinen Standort in der "Acht" hatte. 1886 besaß Hoof auch eine zweirädrige, von Pferden gezogene Druckspritze. Weiter waren vorhanden: 60 Meter Hanfschlauch, 3 Leitern, 19 Eimer, 2 Feuerhaken und 3 Laternen. Feueralarm wurde mit der Kirchenglocke und einem Signalhorn gegeben. Die Personalstärke betrug 105 Mann, die sich in die Spritzenmannschaft, die Steiger- und Rettungsmannschaft, die Wassermannschaft und die Wach- und Ordnungsmannschaft gliederten. Personalstärke und Zahl der Ausrüstungsgegenstände blieben in der Folgezeit ziemlich konstant, wie Aufstellungen aus den Jahre 1906 und 1925 zeigen.

1923 erfolgte durch die Regierung der Pfalz eine Regelung der "Überlandhilfe der Kraftfahrtspritzen". Als 1931 das Bezirksamt Kusel die Gemeinden aufforderte zu beschließen, welche Überlandhilfe sie in Anspruch nehmen wollten, entschieden sich Hoof, Niederkirchen und Saal für St. Wendel, die übrigen Gemeinden der Bürgermeisterei für Kusel. Die Namen der Hoofer Feuerwehrkommandanten sind aus dem Anhang zu ersehen.

Über Brandereignisse in Hoof liegen uns folgende Nachrichten vor:

1817: Bei einem Brand in Wohnhaus und Scheuer von Theobald Müller entsteht ein Schaden von 2.000 bis 2.400 Gulden. Es besteht der Verdacht der Brandstiftung, der "ziemlich auf einem wahnsinnigen Menschen lastet".

1850: Daniel Koch erhält von der Brandversicherungsanstalt der Pfalz 749 Gulden 24 Kreuzer Brandentschädigung.

1847: Die Witwe von Theobald Ecker erhält von der Brandversicherungs anstalt der Pfalz 240 Gulden Brandentschädigung.

1863: Ludwig Barz erhält von der Brandversicherungsanstalt 261 Gulden 48 Kreuzer Brandentschädigung.

1880: Die Witwe von Theobald Weyrich erhält von der Brandversiche rungsanstalt der Pfalz 1 998 Mark 31 Pfg. Brandentschädigung.

1889: Jakob Müller erhält von der Brandversicherungsanstalt der Pfalz 176 Gulden Brandentschädigung.

1926: Brand im Ökonomieanwesen von Adolf Hinkelmann. Bei den Lösch arbeiten wird Emma Schneider von einem Wassereimer getroffen und schwer verletzt.

1926: Brand im Anwesen Otto Ecker.

1928: Brand in der Scheune des Schuhmachers, Spezereihändlers und Feuerwehrkommandanten Ernst Spengler. Schaden 6.000 RM.

1942: Kellerbrand bei Jakob Fell, ausgelöst durch ausgelaufenes Petroleum.

1942: Dachstuhlbrand in Hoof.

1950: Zimmerschwelbrand im Zollhaus, bei dem zwei Kinder ums Leben kamen.

1955: Großbrand im Anwesen Emil Cullmann.

Die Post

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es im Kreis Kusel einen Kantons-Botendienst, der zweimal in der Woche die Amtspost zu Fuß von Kusel zu den Bürgermeisterämtern brachte und dabei auch private Post besorgte. Das Verbringen der Briefe von oder zu den einzelnen Orten der Bürgermeisterei mußten die Gemeindediener oder die Einwohner selbst erledigen. Ab 1858 wurden in allen Gemeinden der Pfalz Briefkästen aufgestellt und täglich, außer sonntags, geleert. Briefmarken konnten bei den Boten gekauft werden, die nun bei der Bayerischen Post angestellt waren.

1880 erhielt Selchenbach als erster Ort im Ostertal eine Poststelle. Zum Zustellbezirk Selchenbach gehörten auch Hoof und Osterbrücken. Das änderte sich 1889, als in Niederkirchen eine Postexpedition eingerichtet wurde, deren Zustellbereich alle Orte der Bürgermeisterei umfaßte. Im Jahr 1900 erhielt Hoof eine eigene Poststelle, in die 1905 ein Telegraf mit Telefonbetrieb eingebaut wurde. Von 1912 bis 1934 gab es dann wieder keine Poststelle im Dorf, weil sich niemand bereit fand, sie zu führen. In dieser Zeit wurde der Ort von Niederkirchen aus durch Zustellung mitversorgt. An die 1919 eingerichtete Kraftomnibusverbindung zwischen Kusel und Niederkirchen war Hoof zunächst nicht unmittelbar angeschlossen, erst 1930 wurde ein Haltepunkt im Ort eingerichtet.

Teil 2