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Bubach im Ostertal
letzte Änderung: 23/12/2007


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VILLA RUSTICA, etwa 150 n.Chr., 23 x 28 m groß, an der Römerstraße Trier – Straßburg gelegen, mit 4 weiteren (Stall, Scheune, Bedienstete) Gebäuden. Das Modell zeigt das wahrscheinliche Aussehen. Lage und Abmessungen sind durch elektromagnetische Prospektion des Heimatvereins Bubach und des Landeskonservatoramtes in Saarbrücken dokumentiert. Außerdem wurden Teile einer Broncestatue, eine Broncemünze mit Bild des römischen Kaisers und ein römisches Kurzschwert gefunden. (Quelle: link www.wandernmithans.de)


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Bubach - Geschichte und Kultur

Der Ort, in einem Seitental der Oster gelegen, wurde 1449 erstmals in einer Urkunde als Bobbach erwähnt. Man führt den Namen auf das mittelhochdeutsche buoche = Buche zurück. Bubach gehörte zum sogenannten Königreich im Ostertal, und zwar zu dem Teil, der dem Kloster Wörschweiler gehörte, doch hatte auch das Kloster Remigiusberg bei Theisbergstegen Anteil daran. Im 15. Jahrhundert besaß die Familie Blick von Lichtenberg die Vogtei über diesen Bezirk. Ansprüche erhoben auch die Grafen von Saarbrücken, denen es im 16. Jahrhundert gelungen sein muß, ihre Ansprüche zum Teil durchzusetzen, denn Bubach erscheint neben anderen Dörfern der Vogtei 1537 in der Liste zur Fräulein-Steuer der Grafschaft Saarbrücken. In der Türken-Schätzung 1542 zwar nicht erwähnt, wird Bubach jedoch in der Pferdehalter-Aufnahme von 1572 genannt. Als Erben der im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Familie Blick von Lichtenberg besaßen die Herren von Günderode in Bubach verschiedene Rechte. Seit der Auflösung des Klosters Wörschweiler war Bubach Bestandteil des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken. Das Dorf, bereits im 30-jährigen Krieg zerstört, wurde 1677 erneut abgebrannt. Die weitere Entwicklung bis in dieses Jahrhundert hat es mit den benachbarten Ostertalorten gemein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947, wurde Bubach mit den übrigen Gemeinden der Bürgermeisterei Niederkirchen (außer Selchenbach) aus dem Kreis Kusel ausgegliedert und dem Kreis St. Wendel, also dem Saarland, angeschlossen. Seitdem ist die Banngrenze (464 ha) zu den Orten Breitenbach, Krottelbach und Frohnhofen gleichzeitig Landesgrenze zwischen den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland. Der Höhenrücken im bereich des auslaufenden oberen Bubachtales (Hollerwäldchen) ist gleichzeitig Wasserscheide zwischen Oster/Blies und Glan. Nach der Gebiets- und Gemeindereform im Jahre 1974 wurde die Gemeinde Niederkirchen aufgelöst und die Orte an die Stadt St. Wendel angegliedert. Ab Mitte der 90er Jahre werden die vier Ostertalorte Bubach, Niederkirchen, Marth und Saal durch einen gemeinsamen Ortsrat vertreten; offiziell fungiert man als Gemeindebezirk Niederkirchen.

In dem oberen Talbereich, nahe der Landesgrenze, soll das frühere Bubach, eine römische Siedlung, gelegen haben. Mauerteile, zum Teil noch mit Farbresten, und viele Kleinfunde, die ins Landesmuseum Speyer kamen, belegen dies. In unmittelbarer Nachbarschaft dieser frühen Siedlung führte im Heidenbösch eine Römerstraße vorbei, die auch in den heutigen Karten noch so bezeichnet ist. Hier auf dem Bergrücken befinden sich noch mehrere Hügelgräber der Kelten sowie Reste von Kalkbrennöfen.

Bubach mit seinen 340 Bewohnern ist einwohnermäßig der kleinste der 16 St. Wendeler Stadtteile. Bedingt durch die Lage in dem engen Bubachtal war die erschließung von Baugelände, wie in den Nachbargemeinden allenthalben durchgeführt, nur schwer möglich. Hinzu kommt, daß durch die verkehrsmäßig doch abseits gelegene Lage der Ort doch stark benachteiligt ist.

Mit dem Ort Bubach eng verknüpft sind Begriffe wie Kirschbäume, Kirmes, Hasentanz, Fastnacht, trinkfeste Junggesellen und natürlich der Rote Stern. Eine Wanderung durch das Bubachtal während der Blütezeit im Frühling ist für jeden naturverbundenen Menschen ein besonderes Erlebnis. Hunderte von blühenden Obstbäumen, vor allem Kirschbäume, verwandeln das enge, geschützte Tal in einen weißen Blütenstrauß. Die Bubacher Kirmes mit ihrem Hasentanz war in früheren Jahren sicher der Höhepunkt des dörflichen Geschehens, und zog auch Besucher von weit abseits der umliegenden Ortschaften an. Die jährlich stattfindenden Kappensitzungen und das Sportfest auf dem Buberg, die vom Roten Stern organisiert werden, sind auch heute noch Garant für feucht-fröhliches Beisammensein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Bubach bekannt für seinen relativ sehr hohen Anteil an Junggesellen. Diese trinkfesten Frohnaturen sorgten für den höchsten Pro-Kopf-Bierverbrauch im ganzen Saarland. Die Trinkfestigkeit der Bubacher war über die Landesgrenzen hinaus bekannt und geachtet. Heute kann behauptet werden, daß der Bierkonsum zurückgegangen ist und daß man sich zum Mittelmaß hin gebessert hat.

Das rege kulturelle Leben in Bubach wird außer dem Roten Stern noch maßgebend durch den Obst- und Gartenbauverein geprägt. Dem Idealismus und der Tatkraft einiger weniger ist es zu verdanken, daß in einem so kleinen Ort ein so vielfältiges Kultur- und Vereinsleben stattfindet.

In diesem Sinne: Bubach Lääbt!