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Neyschacht bei Schwalbach
letzte Aktualisierung: 17.2.2005

Ensemble Ney-Schacht
Quelle: link www.denkmal.saarland.de

Bild rechts – © link www.hfinster.de

siehe auch Duhamel-Schacht (Grube Ensdorf)

Bestandteile: Fördermaschinenhaus, Kompressorenhaus, Förderturm, Wasserturm Das Ensemble Ney-Schacht, auch Ostschacht genannt, führt in selten vorzufindener Einheitlichkeit Baulichkeiten und Maschinen des Bergbaus aus der Völkerbundszeit vor.

Bereits 1867 wurde an dieser Stelle ein Schacht bis zur vierten Sohle abgeteuft. Er diente zunächst jedoch nur als Wetterschacht. Ein erstes Gerüst bestand wohl nur aus Holz, wie auch die Baulichkeiten zunächst sehr einfach gehalten waren. Als Anfang der 1920er Jahre die Anlage zum Förderschacht ausgeweitet wurde, entstand ein nahezu neuer Komplex, der bis heute fast unverändert erhalten ist. Kern ist ein neues Fördergerüst das wohl 1924 vollendet gewesen sein dürfte. [laut anderer Quelle ist das Gerüst bereits 1899 von der Saarbrücker Firma Arnoth und Bäcker erbaute worden und gehört damitzu den ältesten erhaltenen Fördertürmen des Saarlandes] Dieses Gerüst wurde 1939, 1958 und 1972 verstärkt. Es ist ein genietetes Strebengerüst, das einen selten anzutreffenden gerundeten Kranaufbau trägt. Das Fördermaschinenhaus und die Kompressorenhalle sind architektonisch einheitlich gestaltet; beide besitzen eigene Satteldächer. Das große, über rechteckigem Grundriß errichtete Kompressorenhaus ist ein strenger, klassizierender Kubus. Über einem Rustikasockel erhebt sich ein kolossales Geschoß mit vier zu neun Achsen. Zwischen den großen Rechteckfenstern tragen pfeilerartige Lisenen ein umlaufendes rudimentäres Kranzgesims.

In den großen Dreiecksgiebeln, die sich wegen des aufgesetzten Satteldachs an den Stirnseiten ergeben, deuten Blendfelder Lünettenfenster an. Der Bau erhält ein tempelartiges Aussehen.

Das Fördermaschinenhaus besitzt die gleiche Gliederung, ist jedoch nur drei zu drei Achsen groß.

Aus der gleichen Zeit wie das Fördergerüst und die Maschinenhäuser stammen auch die meisten Maschinen, von denen einige herausragen und unbedingt erhaltenswert sind. Bedeutend sind besonders die französischen Maschinen, die im wesentlichen sich im originalen Zustand befinden und nur geringe Modifikationen erfahren haben.

Die Fördermaschine ist ein 555 PS starker Elektromotor, der 1927 von Forges de Ateliers de Constructions Electriques de Jeumont-Nord erbaut wurde. Verändert wurde die Maschine durch den Umbau von einer Trommel-Wickel-Anlage zur Treib- scheibenanlage.

Für die Fördermaschine arbeitet im Kompressorenhaus ein ebenfalls aus dem Jahr 1927 und von der gleichen Firma stammender Umformer (Umformer 1).

Von besonderer Bedeutung ist außerdem sicherlich der riesige Kolbenkompressor, der 1923 von der Saarbrücker Firma Ehrhardt und Sehmer erbaut wurde. Über 12 Hanfseile wird sein riesiges Schwungrad von einem Elektromotor angetrieben.

Des weiteren interessant ist der von 1921 stammende Lüfter 2 und die beiden AEG- Turbokompressoren aus dem Jahr 1937. Ergänzt wird das Ensemble noch durch einen etwas abseits stehenden Wasserturm, der einen 250 Kubikmeter großen genieteten Hängebodenbehälter besitzt. Dieser Turm entstand am Anfang des 20.Jhs. für die Schachtanlage Ensdorfer Schacht. Diese wurde 1928 als Förderschacht außer Betrieb genommen, worauf man etwas später den Turm zum Ney-Stadt translozierte.

Der Ney-Schacht ist ohne Zweifel ein besonderes Technisches Denkmal, da sich in großer Einheitlichkeit architektonisch aufwendige Baulichkeiten und maschineller Bestand der 1920er Jahre hier zusammenfügen.

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