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Griesborn
erstellt am 17/2/2008
Grube Griesborn – Eisenbahnschacht bei Schwalbach
Quelle: link www.kreis-saarlouis.de
erstellt am 19/1/2005 – letzte Änderung: 22/2/2005
Elektrische Grubenlok 1912 | Bild: link www.rail.lu
Schmiedemuseum Schwalbach

Im Saarland erlangte die bergmännische Kohlegewinnung erst Mitte des 18. Jahrhunderts Bedeutung. In Schwalbach sind Kohlengruben erstmals im Jahre 1730 urkundlich erwähnt. In dem angrenzenden Gebiet von Griesborn, das seit 1581 zum Herzogtum Lothringen gehörte, wurde seit 1751 in zwei Schächten nach Kohle gegraben.

Der Bergbau am "Eisenbahnschacht" geht auf das Jahr 1857 zurück, als der Fiskus in Griesborn eine neue Schachtanlage abteufte. Am 1. April 1861 passierte der erste Kohlezug den eigens angelegten Gleisanschluß nach Ensdorf zu der 1858 - 1860 erbauten Eisenbahnstrecke Saarbrücken-Trier. Von nun an erlebten am Eisenbahnschacht, später Griesbornschacht, Kohleförderung und -absatz eine rasante Entwicklung.

Anläßlich eines Besuches des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen wurde die Schachtanlage in Grube "Kronprinz Friedrich Wilhelm" umbenannt. Seit 1. Januar 1861 gehörte diese nach Aufhebung der bisherigen preußischen Bergämter und Gründung der Königlichen Bergwerksdirektion Saarbrücken zur Berginspektion I.

Die Grube Griesborn profitierte vom technischen Fortschritt. Sie ging 1833 zum Tiefbau über und setze Dampfmaschinen zur Förderung und Wasserhaltung ein.

Schlechte Flözausbildung, gestörte Ablagerung und Wasserzuflüsse , aber auch die starke Konkurrenz der benachbarten Privatgrube in Hostenbach und der lothringischen Gruben Kleinrosseln und Carlingen beeinträchtigten jedoch die Entwicklungschancen. 1945 wurde die "Grube Griesborn", wie sie von 1920 an von der französischen Grubenverwaltung genannt wurde, schließlich mit dem Steinkohlenbergwerk Ensdorf-Viktoria zusammengelegt. Diese Betriebskonzentration führte 1950 zur Schließung der Förderanlage in Griesborn. Große Teile, vor allem die Fördereinrichtung und die Sieberei, wurden abgerissen. Die gesamte Förderung wurde nun auf einem neu geschaffenem 8 Kilometer langen Weg von einer elektrischen Fahrdrahtbahn zur Grube Duhamel gebracht und dort gehoben.

In den ehemaligen Betriebsgebäuden eröffneten die Saarbergwerke eine Werkschule mit Lehrstollen. Nach deren Schließung erwarb der Landkreis Saarlouis 1969 das Gelände mit allen Gebäuden und errichtete dort die Schule am Eisenbahnschacht.

Im früheren Trafohaus betreibt die Schule heute ihr Flachsmuseum. Mit dem Schmiede- und Schlossermuseum, dessen Einrichtung sie begrüßte und unterstützte, hält sie gute Nachbarschaft.

Das Kompressorenhaus auf dem heutigen Gelände der Schule am Eisenbahnschacht ist das letzte noch unverfälscht erhaltene Gebäude der einst weitläufigen Grubenanlage Griesborn. Es wurde Mitte des vergangenen Jahrhunderts errichtet und war bis zur Stillegung des Griesbornschachts im Jahre 1950 in Betrieb. Nach der fachlichen Beurteilung des Staatlichen Konservatorenamtes kommt ihm als "Dokument der Industriearchitektur aus der Frühzeit der Schachtanlagen im Saarland" Denkmalcharakter zu.

Das Gebäude beherbergt heute das Schmiede- und Schlossermuseum Schwalbach (Am Alten Eisenbahnschacht - 66773 Schwalbach - Tel: 06834 - 567 516 - Besichtigung nach vorheriger telefonischer Vereinbarung)

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