Heiligenwald & Grube Itzenplitz
letzte Änderung: 22/2/2005


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Sehenswürdigkeiten:
ev. Kirche (siehe rechts) Grube Itzenplitz, Itzenplitzer Weiher

Gruben & Schächtewww.saarlandbilder.netKarte
Ortsverzeichnis

Einer der wenigen noch erhaltenen Grubenbahnhöfe des Saarlands ist der der ehemaligen Grube Itzenplitz, die heute im Ort Heiligenwald liegt. Am 7. 8. 1860 hatte man die Stichbahn nach Itzenplitz, die in Höhe der Grube Reden von der Saarbrücker Bahn abzweigt, in Betrieb genommen. Im selben Jahr wurde auch das Bahnhofsgebäude eröffnet

Eisenbahn im Saarland


Itzenplitz-Schächte I-III 1920 (von rechts)
Aus der Fotosammlung Dr. Horst Wilhelm
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Kath. Pfarrkirche St. Laurentius. 1927/28 entstandener Bau mit zeittypischen expressionistischen Dekorformen. Die mächtige Front im Osten mit drei hohen Spitzbogennischen und zwei Turmaufsätzen.

Staatliches Konservatoramt: link Denkmalliste des Saarlandes: Ev. Kirche. 1868 vom Bergfiskus für die Grube Itzenplitz errichteter neoromanischer Betsaal. Von Lisenen in sieben Achsen getrennter Bau mit zentralem Eingangsrisalit an der Langseite. Nach der Übereignung an die Pfarrei (1906) Anbau eines ebenfalls romanisierenden Turmes. Bei Restaurierung 1958 wurde das Innere modernisiert, um 1980 wurde der Verputz und Anstrich beseitigt, heute wieder das ursprüngliche Aussehen sichtbar.


Itzenplitzer Weiher
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Itzenplitzschächte II-III
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Grube Itzenplitz
Von Harald Freis, 12.02.2004 – Quelle: link www.fotocommunity.de

Bild rechts (© Harald Freis bei link www.fotocommunity.de): Die 1856 eröffnete Grube in Heiligenwald wurde natürlich wie so oft, nach einem preussischen Minister benannt. Die Förderung wurde allerdings schon 1935 eingestellt. Rechts im Bild Schacht III, der aus dem Jahre 1886 stammt und damit das älteste, noch erhaltene Fördergerüst an der Saar ist.

Links im Bild: Schacht II

Grube Itzenplitz Quelle: link http://schiffweiler.de/

(Bild links: Schacht I – Ausschnitt aus obigem Photo, Fotosammlung Dr. Horst Wilhelm)

Die Anfänge des Kohlenabbaus in der Gemarkung des Ortsteiles Heiligenwald reichen weit zurück. Im Wald westlich der späteren Siedlung gab es in der frühen Neuzeit eine Rußhütte, die von den Herren von Kerpen in Illingen betrieben wurde. 1793 wurden diese enteignet und die Rußfabrik dann bis 1796 stillgelegt. Im Jahr 1814 wurde der preußische Staat Eigentümer aller Gruben, so auch der Rußfabrik. Etwa 1850 wurde die Rußhütte endgültig stillgelegt.


Zechenhaus und Schacht III 1920
Aus der Fotosammlung Dr. Horst Wilhelm
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(Bild rechts: Stollenmundloch Rußhütterstollen)

Im sogenannten Rußhütter Tal liegt die Grube Itzenplitz. Die Anfänge dieses Tiefbaubetriebes hängen eng mit der Erweiterung der Grube Reden zusammen. Zur Abkürzung der untertägigen Transportwege wurde eine eigene Förderung mit Schachtanlage und Eisenbahn angelegt, aus der die Grube Itzenplitz entstand. 1857 wurde diese angeschlagen und später nach dem preußischen Handelsminister Graf Heinrich August von Itzenplitz ( 1799 bis 1883) benannt. Die Einweihung und die Namensgebung fanden 1864 in Gegenwart des Ministers statt.

Zunächst wurden im Stollenbetrieb mittels des Rußhüttenstollens die Flöze Sophie und Friedrich aufgelöst. 1860 wurde mit dem Abteufen des ersten Tiefbauschachtes Itzenplitz I begonnen. 1872 wurde der Itzenplitzschacht II bis zur Redensohle abgeteuft. Sukzessive wurde die Anlage ausgebaut: so entstanden ein Zechenhaus, eine Schreiner- und eine Schmiedewerkstatt.

1878 / 1879 wurde an der Zweigbahn Reden - Itzenplitz ein Teich angelegt, der Damm diente gleichzeitig als Staumauer. Das angestaute Wasser wurde für den Betrieb der Dampfmaschinen benötigt, auch wurden die gehobenen Grubenwässer hierher abgeleitet.

Etwa 1900 wurde im Weiher ein erstes Pumpenhaus errichtet. Heute ist der Itzenplitzer Weiher, früher auch Rußhütter Weiher genannt, das Zentrum des Naherholungsgebietes Itzenplitz.

Ab dem Jahr 1882 wurde der Schacht Itzenplitz 3 abgeteuft, dessen Förderanlagen, 1886 in Betrieb genommen, im Wesentlichen noch heute erhalten sind. 1893 wurde der Landabsatz vom nördlich gelegenen Wildseitersschacht zur Grube Itzenplitz verlegt, die eine der größten Landabsatzverladestellen im Saargebiet aufwies. Hier wurden die Hausbrandkohlen (Nuß oder Förderkohlen) an die Käufer ausgegeben. Hier erhielt auch der Bergmann seine Deputatkohlen.

Der erste Weltkrieg hat sich auch in den Belegschaftszahlen und in der Kohlenförderung niedergeschlagen, erst zu Kriegsende stieg die Zahl der Beschäftigten wieder an.

Die Zeit der französichen Verwaltung zwischen 1920 und 1935 brachte insofern eine Änderung des Kohlenverkaufes, als die Verladestelle verlagert wurde und die Fuhrwerke einen bestimmten Weg einhalten mussten. Desweiteren mußte der Empfänger der Kohlen die Fuhrwerke begleiten.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Saargruben zunächst von 1945 bis 1947 durch eine aus Amerikanern und Franzosen gebildete Kontrollkommission ( CONAD Engeneer Mining Operating Group) betreut. Am 1. Januar 1948 nahm die "Regie des Mines de la Sarre" ihre Tätigkeit auf.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg setzte der Niedergang der Anlage ein, 1958 wurde das Bergwerk der Grube Reden zugeschlagen und war noch lange Jahre als Nebenanlage in Betrieb.

Ende der 1990er Jahre wurde die Grube endgültig stillgelegt.

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Staatliches Konservatoramt: link Denkmalliste des Saarlandes.

Ensemble Schachtanlage Itzenplitz

Bestandteile: Fördergerüst 3 mit Fördermaschinenhaus, sog. Schalthaus.

Die Grube wurde 1857 gegründet und nach dem preußischen Minister Graf Heinrich August von Itzenplitz benannt. Zunächst im Stollenbetrieb tätig, legte man bereits ab 1863 auch Schächte an. Ab 1882 wurde der Schacht 3 abgeteuft, dessen Förderanlagen, die 1886 in Betrieb genommen wurden, im wesentlichen erhalten sind. Das Fördergerüst ist mit seinem Baujahr 1886 wohl das älteste erhaltene Seilscheibengerüst im Saarland. Ausführende Firma war Eduard Böcking (Neunkirchen). 1944 wurden Teile des Gerüstes erneuert. Von künstlerischer Qualität ist das Fördermaschinenhaus, ein Ziegelbau, ebenfalls von 1886. Der von einem Satteldach gedeckte Bau wird von Pilastern und Lisenen gegliedert. Dazwischen spannen sich rundbogige Blendarkaden. Die Originalausstattung ist nicht mehr erhalten. Unmittelbar daneben liegt das sog. Schalthaus, ein breites achtachsiges Gebäude mit zwei abgewalmten Giebelrisaliten. Wegen seiner vom Fördermaschinenhaus abweichenden Stilhaltung ist dieser Bau eher ans Ende des 19. Jahrhunderts zu datieren. Diese Baulichkeiten um den Schacht 3 sind von besonderer technikgeschichtlicher Bedeutung als eine der ältesten erhaltenen Schachtförderanlagen im Saarland. Zudem besitzen die Gebäude einen baukünstlerischen Wert.

Gruben & SchächteTabelle