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Fraulautern
letzte Änderung: 8/1/2007

Saar auf- und abwärts
entlang der Saartalbahn

© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

Sehenswürdigkeiten:
Reste der romanischen Stiftskirche

Romanik im Saarland | Saar | saarlandbilderKarte
Ortsverzeichnis


ehem. Kloster Fraulautern © link www.fraulautern.net


Hauptbahnhof Saarlouis in Fraulautern
Postkarte von 1908 – © link www.greuel.de


Gartenstraße in Fraulautern
Postkarte von 1908 – © link www.greuel.de


zerstörte Brücke nach Fraulautern 1945
© Christian Maas link www.chmaas.handshake.de

Ein Streifzug durch die Geschichte Fraulautern’s Quelle: link www.fraulautern.net

Fraulautern ist der zweitgrößte Stadtteil der Kreisstadt Saarlouis.

Saarlouis setzt sich zusammen aus acht gleichberechtigten Stadtteilen: Innenstadt, die alte französische Festungsstadt Saarlouis, Roden, Fraulautern, Lisdorf, Beaumarais, Picard, Neuforweiler und Steinrausch.

Die Kreisstadt erhielt den Namen Saarlouis am 14. Juli 1945 von der französischen Militärregierung, nach dem die Amerikaner am 10. Juli 1945, die Verwaltung des Saargebietes, an die französische Militärverwaltung übergeben hatten.

Aus der Kreisstadt Saarlautern wurde die Kreisstadt Saarlouis.

Saarlautern wurde 1936 neu gegründet, nach dem sich die Stadtteile Saarlouis 1 (Innenstadt) und Saarlouis 2 (Roden) gemeinsam mit den Gemeinden Fraulautern, Lisdorf, Schönbrunn (Beaumarais) und Picard ihre kommunale Selbständigkeit aufgaben.

Die Festungsstadt Saarlouis (heutige Innenstadt) bestand bis zum 30.September 1907. Ab dem 1.Oktober 1907 trat der Vereinigungsvertrag zwischen der Festungsstadt und dem Ort Roden in Kraft. Die Stadt Saarlouis bestand jetzt aus zwei Stadtteilen: Saarlouis 1 (die alte Festungsstadt) und Saarlouis 2 (dem neuen Stadtteil Roden)

Der Name Saarlautern gliedert sich in Saar und Lautern, die Saar gab dem Land und der Stadt ihren Namen. Lautern ist umgangssprachlich der Name für Fraulautern und bedeutet etymologisch: hell, klar, Ort am klaren Wasser. Der Bach, der den Stadtteil durchfließt heißt « Lauterbach »

Fraulautern wurde erstmals 1331 in einer Urkunde über die Stiftung des Boemunds von Dagstuhl genannt, die damalige Schreibweise war « Vrowenluteren ».


Klostertor

Diese Namensnennung ist in Verbindung mit dem Kloster zusehen, das im Jahre 1141, von Adalbert von Tiefenbach, Herr des Ortes Lutra, gegründet wurde.

1154 setzte Erzbischof Hillinus von Trier, das Kloster in Lutra, als adliges Kapitel ein. Von 1154 bis etwa 1160 waren Augustinermönche im Kloster. Ab etwa 1160 wurde das Kloster als « hochadliges Damenstift » geführt. Die Damen mussten bei der Aufnahme bis ins 16. Glied ihre adlige Herkunft nachweisen.

Urkunden belegen, dass die Schreibweise von Lautern viele Varianten hat: 1154, « Lutera », 1160, « Luthra », 1174, « Luthra » und « Lutrensis », 1183, « Lutrea », 1212, « Lutra » und « Lutre », 1225, « Lutream », 1234, « Lutteren », 1236, « Lutrasupra », 1250, « Luytra » und « Lutres sur Saire.

Die ersten urkundlichen Nachweise von Lautern, gehen auf die Urkunde des Trierer Erzbischofs Routbert (956) zurück, die in einer Abschrift noch vorhanden ist. In einer Auflistung wurden alle Pfarreien genannt die zur Wallfahrt zur Abtei Mettlach verpflichtet waren, in dieser Liste wird auch die Pfarrei « Lutre » genannt.

Der Ort Lautern ist viel älter und war schon in römischer Zeit besiedelt, wie Justizrat Bernhard Nicolas Motte durch Bodenfunde belegen konnte.

Die Heimatforscher Dr. Hermann Maisant und Peter Caspar belegten durch Ausgrabungen von Gräbern, dass die gefundenen Grabbeigaben aus der späten Hallstattzeit (800-500 v. Chr.) stammten und dies bedeutet, dass der Raum von Fraulautern zu den ältesten Siedlungen an der Saar gehört.

Mit der Gründung des Klosters begann die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Fraulautern. Kloster, Ort und Bann bildeten eine ungeteilte Herrschaft der Abtei, die hier hohe und niedrige Gerichtsbarkeit ausübte.

Päpstlichen Schutz und Protektion gewährten die Päpste Hadrian IV. (1155), Innocenz IV. (1249), Johannes XXII. (1334), Clemens (1342) und Inocens VI. (1354)

Der Nachweis, dass das Kloster ein Frauenkloster war, belegt das Testament des Erzbischofs Johann I. von Trier aus dem Jahre 1211, der zur Erhaltung der « Ewigen Lampe » die Schwestern in Lutra verpflichtete.

Die Besitztümer des Klosters waren erheblich und weit gestreut, von Toul in Lothringen bis zum Rhein wurden Liegenschaften als Eigentum genannt.

Das hohe Ansehen der Klosterdamen ging durch alle Jahrhunderte. Zu den verschiedenen Zeiten rechneten es sich die benachbarten Dynasten und hohen Häuser zu einer wirklichen Gunst, die Äbtissin von Fraulautern bei wichtigen Handlungen als Zeugin oder als Taufpatin bei einem Kinde zuziehen zu können.

Die Folgen der französischen Revolution wirkten sich auch auf das Kloster aus. Am 23.Februar 1791 flohen die Äbtissin, Sophia von Neuenstein und die Stiftsdamen nach Schwarzenholz, um der Verfolgung der französischen Revolutionäre zu entgehen.

Ab dem 4.Juli 1684 gehörte Fraulautern zum Bann und Bannmeile von Saarlouis und blieb bis zum 2.August 1815 unter französischer Verwaltung.

Bedingt durch die günstige geografische Lage von Fraulautern - Saarschifffahrt und in früher Zeit schon Schnittpunkt alter Handelswege - entwickelte sich, auch nicht zuletzt durch die Gründung der heutigen Innenstadt Saarlouis im Jahre 1680, - im Laufe der Jahrhunderte eine rege wirtschaftliche Aktivität. Schiffbau und Schifffahrt waren die Hauptquellen des Wirtschaftslebens und somit die Erwerbsquellen für den Lebensunterhalt der Lauterer Bürger.

In der Zeit der Hexenprozesse (1593-1612) wurden 73 Menschen verurteilt und verbrannt.

Die Pfarrei bestand aus Orten: Kirchhofen (Apolloniakapelle und heutiges Zentrum), Lautern (unter Dorf), Niederlimberg, St.Barbara, Picard, Kalkofen und Beaumaris.

1811 erlebt Fraulautern die große Brandkatastrophe. 47 Häuser gingen in Flammen auf, 5 Menschen verbrannten. (3 Männer, 1 Frau und 1 Kind)

Durch den Zweiten Pariser Frieden wird Fraulautern am 20.11.1815 zum Königreich Preußen eingegliedert. Im Jahre 1816 erfolgte die Ernennung zur Bürgermeisterei. Sie umfasste die Gemeinden Fraulautern, Roden, Ensdorf, Hülzweiler und Griesborn, es folgten Dillingen und Pachten im gleichen Jahr.

Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Saarbrücken - Merzig im Jahre 1858, erhielt Fraulautern seinen Bahnhof. Mit dem Eisenhahnbau begann der Niedergang der Schiffer und Schiffsbauer, sie waren nicht mehr konkurrenzfähig.

In jedem Niedergang steckt auch ein Stück Zukunft, durch die Eisenbahn siedelten Industriebetriebe an, der Aufschwung begann, es entstanden neue Arbeitsplätze.

Einige wichtigen Daten:

1834 das heutige Panzererprobungsgelände wurde Exerzierplatz.

1838 Die Produktion im Eisenwerk läuft an. ( Inhaber Strouvelle)

1881 Gründung des Kirchenchores Hl. Dreifaltigkeit

1847 Gründung der Ölwerke Meguin

22.08.1858, Nachmittages um 14.30 Uhr, fährt zum ersten Mal eine Lokomotive durch Fraulautern.

1864 Die freiwillige Feuerwehr gründet sich

1865 Gründung des Bergmannsvereins St. Barbara, die Fahnenweihe war am 25.Juni

1878 Gründung des Turnvereins

1896 Gründung des Musikvereins

Die Bürgermeisterei Fraulautern wurde im Laufe der Jahre verkleinert, einzelne Ortschaften wurden selbstständig. 1936 wurde die kommunale Selbstverwaltung aufgegeben und als Gründungsmitglied Bestandteil der neuen Kreisstadt.

Die Stadtteile Roden und Lisdorf haben ähnliche Entwicklungen wie Fraulautern, so kann mit Recht behauptet werden: die Europastadt Saarlouis hat als einzige Stadt in Europa französische- und deutsche Wurzeln.

Quellennachweise:

R. Rudolf Rehanek: Abtei und Ort Fraulautern

Georg Baltzer: Historische Notizen über die Stadt Saarlouis und deren unmittelbare Umgegend

Hans Peter Klauck: Die Einwohner von Fraulautern

Zeitzeugen

Beitrag der IFBV e.V. J. Feiler