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Schafbrücke
letzte Änderung: 20/1/2005
entlang des Rohrbachs
entlang der KBS 670
   


Neuscheidt 1953 – © link Die Einwohner des Scheidter Tals vor 1900

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Bilder von Neuscheidt

pejder 27/12/2004


pejder 27/12/2004

Bahnhof Schafbrücke

pejder 27/12/2004

Hütte und Siedlung Goffontaine, Schafbrücke/Scheidt
Am Stahlhammer 38, 40, 47, 49, Saarbrücken
Quelle: link www.memotransfront.uni-saarland.de

Die Hütte Goffontaine, damals "Stahlhammer Goffontaine" genannt, die im heutigen Saarbrücker Stadtteil Schafbrücke lag, wurde 1752 gegründet und war benannt nach dem Herkunftsort ihres Besitzers, dem Kaufmann und zeitweiligen Bürgermeister von Saarlouis Pierre Joseph Gouvy. Er stammte aus der gleichnamigen wallonischen Unternehmerfamilie. Die Société Gouvy war in den Jahren zwischen dem Ende der nassau-saarbrücker Fürstenzeit 1793 und dem Fall Napoleons 1815 eines der profitabelsten Unternehmen an der Saar. Gouvy belieferte die französische Armee, wie alle Saarstahlproduzenten zu dieser Zeit. Das Werk Goffontaine, um das herum sich das Wohnhaus der Gouvys und einige Reihenhäuser für Arbeiter gruppierten, war technisch auf dem damals neuesten Stand und produzierte 1801 rund 90t Stahl. Neben der Eigengründung Goffontaine kauften die Gouvys den Scheidter Hammer und das bereits seit 1754 von ihnen gepachtete Stahlwerk Jägersfreude. 1808 assoziierte sich die Société Gouvy mit dem Saarbrücker Unternehmen Schmidtborn & Cie. Gouvy trat in Saarbrücken als Auftraggeber lokaler Künstler auf, und ein Mitglied der Familie Gouvy heiratete eine Tochter Heinrich Böckings. Die im Hüttenbereich tätige Familie Böcking stammte ursprünglich aus dem Hunsrück und war im Gefolge der Familie Stumm an die Saar gekommen. Gouvy besaß aber auch unter anderem ein Haus in der Rue Saint-Lazare in Paris. Nach dem Anschluß Saarbrückens an Preußen ertränkte sich Pierre Gouvy 1816 in einem Teich des Goffontainer Werkes. Von den Gebäuden des früheren "Stahlhammers" ist heute nur noch das ehemalige Wohnhaus der Familie Gouvy erhalten, während das barocke Werksgebäude 1986 abgerissen wurde. Der Barockbau des Herrenhauses von ca. 1755 wurde 1833 in zwei Abschnitten erweitert. Die umliegenden zugehörigen Arbeiterwohnhäuser (Am Stahlhammer 47 und 49) entstanden vor 1833. Die Wohnhäuser in der nahen Hirschbergstraße (Nr. 1a-c) stammen ebenfalls aus dieser Zeit und gehörten möglicherweise auch zur Siedlung, wurden aber später stark verändert.

Gerhild Krebs

Quellen und weiterführende Literatur

Hütten im SaarlandBilder von Stahlhammer