Protokoll über das nassauische Krughütte von 1756,
geschrieben vom damaligen Saarbrücker Amtmann Lex.
Quelle: link gersweiler-online.de
erstellt am 20/2/2008

Es ist der alleinigen Nassau-Saarbrück’schen Landesherrschaft unterworfen; die hiessige Haupteinwohnere aber sind Erbständler wegen der Krüg- und Ziegelhütte. Es stehen allhier mit dem Hirtenhaus 7 Häuser welche alle mit Ziegeln gedecket sind, ausser das Hirtenhaus, so Stroh auf sich hat. Fünf Schornsteine sind mit Steinen, die übrigen zweye mit Holtz erbauet.

Alle Einwohnere sind frey von herrschaftl. Beschwerde, nur müssen sie ihren jährl. Cononem bezahlen, auch zu denen Landeshusaren und Chausee-Unkosten contribuieren. Die Krughütte lieget zwar in dem ehemaligen Stiftswald auf Gerschweiller Bann; doch aber haben die Krughüttern an dem eigentümlichen Gerschweiller Bann nichts zu suchen, obwohl der Ort unter die Gerschweiller Meyerei mitgehöret. Es wohnet kein Gerichtsmann allhier, der Meyer aber residieret zu Gerschweiller und heisst Hans Heinrich Meyer.

Hingegen ist ein lutherischer Kirchen-Censor auf der Krughütte. Weder Feuerinstrumente noch eine gemeine Schwemme und überhaupt wenig Wasser findet man allhier, wie denn nur ein kleines Kandelbrünnchen mit einem Trog zur Tränckung des Viehes hierselbst ist. Die Einwohnere sind an keine Mühe gebunden, sondern Mahlen in dene benachbarten Nassauische Mühlen. Es wird ein Naussauischer Zoll allhier erhoben und die Einwohnere haben keine besondere Dorff-Ordnung, sondern sie gehöre unter die Gerschweiller.

Alle Einwohnere sind lutherisch, ausser die Familien der Ziegelhütten-Beständerin, welche catholisch ist. Der lutherische Pfarrer von Mohlstatt heisst Streccius, der catholische Pastor Namour von St. Johann. Es stehet weder Kirche noch Schule allhier, sondern die Lutheraner sind nach Gerschweiller und die Catholicen nach St. Johann eingepfarret. Mit dem Zehenden wird es wie zu Gerschweiller gehalten.

Weil das Land noch nicht accurate gemessen ist, so kann man nicht wissen, wie viel Morgen zur Krughütte gehören. Es wächst wenig Frucht allhier und bestehet die Hauptnahrung in der Krügbeckerei und respective Ziegelhütte. Die Einwohnere haben keine gemeinen Einkünfften und ihr Vieh hat die Weyde in dem Stiftswald. Alle steh in dem mittelmässigem Vermögen.

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