Schacht Delbrück II in Klarenthal
66127 SaarbrückenStadtverband Saarbrücken
Bilder vom Delbrückschacht II (vom 22/2/2005)
letzte Änderung: 23/2/2005

Staatliches Konservatoramt: link Denkmalliste des Saarlandes: Ensemble Schachtanlage Delbrück

Bild rechts © link www.helmut-zimmer.info

Bestand: Fördermaschinenhaus und Fördergerüst in Fachwerkbauweise am Schacht II, Kompressoren- und Lüftergebäude mit zwei Lüftern und zwei Kompressoren.

Gleichzeitig mit dem Förderschacht Richard I am Standort Luisenthal wurde 1899 der erste Schacht der Anlage Delbrück, an der Fenner Straße im heutigen Saarbrücker Stadtteil Klarenthal gelegen, als Wetterschacht begonnen. 1907 kam der zweite Schacht hinzu. Im selben Jahr erhielt die Anlage anläßlich eines Besuches des Preuß. Ministers Rudolf von Delbrück ihren Namen (zuvor: Klarenthalschächte I und II), der in der Völkerbundszeit in Beaunier-Schächte geändert wurde (1920-1935). Derzeit (1989) ist ein umfangreicher Ausbau zur Bewetterung des Bergwerks Luisenthal in Gang.

Bild links: Delbrückschacht 1978 © link www.bergbautradition.de – noch ohne der Ummantelung aus Beton


Lageplan: 1 – Schacht II
2 – Fördermaschinenhaus Schacht II
3 – Maschinenzentrale
4 – Schacht I (abgebrochen)

Fördergerüst Delbrück II: Eraut 1908 (gehört damit zu den ältesten erhaltenen Fördergerüsten im Saarland) – umgebaut 1938/39 – Höhe: 34 m. – Schachtdurchmesser: 6 m

Den Mittelpunkt des Ensembles bildet das Fördergerüst, ein typ. dt. Strebengerüst in Fachwerkbauweise, errichtet 1908 von der Firma Charron, Metz, und 1939 verstärkt von der Firma B. Seibert, Saarbrücken. Das zugehörige Fördermaschinenhaus ist ein stattlicher Backsteinbau auf hohem Sandsteinsockel mit Rundbogenfenstern und einer romanisierenden Gliederung aus Lisenen und Rundbogenfriesen. Die Fördermaschine der Dingler-Werke, Zweibrücken, stammt aus dem Jahre 1949.

Die Maschinenzentrale ist eine langgestreckte schlichte Backsteinhalle mit Rundbogenfenstern. Aus dem Dach ragen die Schächte zweier Diffusoren hoch heraus. Besondere Bedeutung kommt der maschinellen Ausstattung zu. Es handelt sich um zwei Rateau-Lüfter der Firma Schüchtermann & Kremer, Dortmund, aus dem Jahre 1904, die ältesten erhaltenen Grubenlüfter im Saarbergbau, sowie zwei Turbo- Kompressoren der Firma AEG von 1937 und 1939: ein maschinelles Ensemble von hohem Wert, das nur mit dem auf der Schachtanlage Ney des Bergwerks Ensdorf verglichen werden kann (R. Slotta).

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