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Burbacher Hütte
erstellt am 10/11/2004 – letzte Aktualisierung: 6/9/2005


Die Burbacher Hütte im Jahre 1857
Zeichnung aus der Denkschrift zum 50jährigen Bestehen der Hütte
Quelle: Saarbrückens Vergangenheit im Bilde


© link www.sb-burbach.de


© link www.sb-burbach.de


© link www.phil.uni-sb.de

historische Hüttengebäude
Quelle: link Staatliches Konservatoramt: Denkmalliste des Saarlandes.

Altenkesseler Str.
Ehem. Seilereihalle der Drahtseilfabrik Heckel. Dreischiffige basilikale Halle in Eisenfachwerk von 1897. 1995 Umbau zum Bürogebäude.

Hochstr.
Ehem. Elektrische Zentrale zwei. Weiträumige Halle von bemerkenswerter architektonischer Qualität, erbaut um 1910 östlich der Hochofenanlage. Stahlskelettkonstruktion mit Backsteinausfachung. An den Schmalseiten große korbbogige Fenster. Die maschinelle Ausstattung nicht erhalten.

Hochstr.
Ehem. Hüttenkasino. Neben der Werkszufahrt an der Hochstraße gelegen. Erbaut 1873 als Gesellschaftshaus für die Beamten der Hütte. Dreigeschossiger Bau mit abgeschrägter Ecke. Fassadengliederung in klassizistischen Formen, später partiell vereinfacht.

Hochstr.
Ehem. Kohlenbrechanlage. Hochaufragender, mächtiger Backsteinbau unmittelbar neben der Gleisanlage am Ostrand des Hüttengeländes, erbaut 1887 im Zusammenhang mit der südlich anschließenden Kohlenwäsche. Das leicht zurückgestufte Obergeschoß mit Lisenen- und Blendfeldergliederung und gerundetem Dach. Maschinelle Ausstattung und Transportbandbrücke zur Kokerei- Ost nicht erhalten. Bemerkenswertes Zeugnis für den Aufschwung der Hüttenindustrie in den Jahren um 1880/1890, wie es in anderen Werken an der Saar kaum mehr angetroffen werden kann (R. Slotta).

Hochstr.
Ehem. Motorenmagazin. Östlich der Kokerei-West gelegener stattlicher Backsteinbau mit Rundbogenfenstern und romanisierender Wandgliederung durch Lisenen und Rundbogenfliese, erbaut 1904 und ursprünglich Teil der Elektrischen Zentrale. Nach 1945 im Zuge einer Erweiterung die südliche Giebelwand abgebrochen und ein neues Dach aufgebracht.

Hochstr.
Sog. Schlößchen, erbaut als Wohnhaus des Direktors der Burbacher Hütte, durch Umbau und Erweiterungen eingreifend verändert. Relativ gut erhalten jedoch ein dreigeschossiger, pavillonartiger Anbau (um 1885) mit sorgfältiger Werksteingliederung in klassizierenden Formen; das steile Mansarddach durch ein flaches Zeltdach ersetzt.

Stationen der Entwicklung der Burbacher Eisenhütte
von den Anfängen bis zur Fusion mit der Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke GmbH im Jahre 1971
Quelle: link www.saarstahl.com


Luftbild um 1930
Quelle: "Saarbruecken - Luftbilder von gestern und heute", Wartburg Verlag, Gudensberg-Gleichen 1998.

22.06.1856 Gründung der "Saarbrücker Eisenhüttengesellschaft - Société en participation des Forges de Sarrebruck" durch luxemburgische Industrielle und Parlamentarier, u.a. Viktor Tesch und Nikolaus Berger.

ab 1856 Errichtung einer Hochofenanlage sowie eines Puddelwerkes mit 20 Puddel- und sechs Schweißöfen.

13.07.1857 Der erste Hochofen wird angeblasen.

1857/58 Bau und Inbetriebnahme einer Kokerei mit 52 Öfen.

08.03.1858 Fertigstellung eines weiteren Hochofens.

01.08.1858 Aufnahme der Produktion von Eisenbahnschienen. Im Geschäftsjahr 1858/59 verlassen 5.500 t schweißeiserne Schienen das Werk.

Die Produktion von Roheisen beläuft sich auf über 10.000 t/Jahr.

06.09.1859 Ein weiterer Hochofen tritt hinzu.

17.12.1861 Beschluß der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft belgischen Rechts mit dem Namen "Société Anonyme des Mines du Luxembourg et des Forges de Sarrebruck - Luxemburger Bergwerks- und Saarbrücker Eisenhütten-Aktiengesellschaft".

27.08.1862 AG erhält staatliche Genehmigung in Belgien.

18.10.1866 AG erhält staatliche Genehmigung in Preußen.

1871 Bau eines Hochofenwerkes mit vier Hochöfen in Esch, im Süden Luxemburgs, gemeinsam mit der luxemburgischen Gesellschaft "Société en commandite des Forges d'Eich, Le Gallais, Metz et Cie".

50 % der Produktion gehen zur Weiterverarbeitung nach Burbach.


Die Burbacher Hütte in den 1870er Jahren – Quelle: Saarbrückens Vergangenheit im Bilde

1875/76 In Burbach produzierte Eisenträger erhalten auf den Weltausstellungen in Philadelphia die Note "Erste Güte".

09.02.1880 Burbacher Hütte erwirbt die Lizenz für die Erzeugung von Thomasstahl.

1882 Gründung der "Société Anonyme des Hauts Fourneaux et Forges de Dudelange - Eisenhütten-Aktien-Verein Düdelingen" durch die Firma "Société en commandite des Forges d'Eich, Le Gallais, Metz et Cie" und die Hauptbeteiligten der Saarbrücker Aktiengesellschaft.

In Düdelingen beginnt man mit dem Bau eines Thomasstahlwerkes.

ab 1885 Die Burbacher Hütte gehört zu den führenden deutschen Profileisenherstellern.

18.03.1886 Das Düdelinger Stahlwerk nimmt seinen Betrieb auf.

1890/91 Bau und Inbetriebnahme eines Blechwalzwerkes sowie eines Thomasstahlwerkes und Einstellung des Puddelwerk-Betriebes in Burbach.

1895 Der erste Siemens-Martin-Ofen nimmt die Produktion von hochwertigem Stahl auf. Ein zweiter tritt 1899, ein dritter 1901 hinzu. Alle drei besitzen ein Fassungsvermögen von 15 t.

Erwerb eines auf lothringischem Gebiet, in der Nähe von Stieringen, liegenden Geländes zur Ablagerung der anfallenden Schutt- und Schlackenmassen. In der Folgezeit: Errichtung einer Hochofenschlacken-Brechanlage und einer Thomasmühle zur Herstellung von Thomasmehl.

1896 Inbetriebnahme der Koksbatterie Ost.

Beiden Koksofenbatterien werden Anlagen zur Gewinnung von Nebenprodukten angeschlossen.

ab 1902 Kontinuierlicher Ausbau und Modernisierung der Werksanlage:

Juni 1906 Erster Hüttenstreik an der Saar: Die Arbeiter der Burbacher Hütte legen für 10 Tage die Arbeit nieder und streiken für Ihr Recht auf Vereinigung.

30.10.1911 Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung der "Société anonyme des Hauts Fourneaux et Forges de Dudelange", die beiden Gesellschaften "Société anonyme des Mines du Luxembourg et Forges de Sarrebruck" und "Société en commandite des Forges d'Eich, Le Gallais, Metz et Cie." in die erstgenannte aufzunehmen. Die neue AG trägt den Namen "ARBED - Aciéries Réunies de Burbach-Eich-Dudelange, Société Anonyme - Vereinigte Hüttenwerke Burbach- Eich-Düdelingen AG"

1912 Erwerb des 1895 von Philipp Weber gegründeten Blechwalzwerkes Hostenbach. Erweiterung und Modernisierung des Werkes in der Folgezeit, u.a.:

1912 Beteiligung am Kohlenbergwerk "Eschweiler Bergwerksverein".

Dezember 1915 Eine Benzolfabrik nimmt ihre Arbeit auf.

1914 - 1918 Fast völlige Stillegung des Werkes während des Ersten Weltkrieges .

1919 Gründung der beiden Gesellschaften "Société Metallurgique des Terres Rouges" und der ""Société Minière des Terres Rouges" durch die ARBED sowie andere französische und belgische Gesellschaften.

Zweck: Ankauf der von der deutschen "Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft" auf Grund des Versailler Vertrages zu veräußernden linksrheinischen Gruben und Werke; u.a. die "Brassenschmelz", ein Hochofenwerk in Esch, die Adolf-Emil-Hütte und ein Hochofenwerk bei Aachen.

ab 1920 Um- und Neubau der Produktionsstätte, u.a.:

1920 ARBED und Terres Rouges gründen eine gemeinsame Verkaufsgesellschaft mit dem Namen: "COLUMETA".

1922 Gründung einer gemeinsamen Verschiffungsgesellschaft: "TRANSAF".

1924 Stillegung des zum Blechwalzwerk Hostenbach gehörenden Stahlwerkes.

Hostenbach bezieht Rohmaterial vom Hauptwerk Burbach.

Reduzierung der Arbeiterschaft in diesem Werk von 624 auf 450.

1926 Abschluß einer Interessengemeinschaft zwischen ARBED und Terres Rouges: u.a. Vereinigung der Escher Werke zu einer Produktionseinheit.

1937 Fusion der ARBED und der Terres Rouges.

1939 - 1945 Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges kommt es in allen Werken zu erheblichen Schäden an den Betriebsanlagen.

Oktober 1944 Vollkommene Stillegung des Betriebes in Burbach und Hostenbach.

10.12.1946 Erster Hochofen wird wieder angeblasen.

1947/48 Drei weitere Hochöfen nehmen den Betrieb wieder auf.

Die Monatsproduktion beläuft sich auf 12.000-14.000 t Rohstahl.

07.09.1948 Das Blechwalzwerk in Hostenbach nimmt seine Arbeit wieder auf.

ab 1948 Behebung der Kriegsschäden und Modernisierung der Anlagen, u.a.:

1964 Produktion von Thomasroheisen beläuft sich auf rund 790.000 t im Jahr.

1965 Inbetriebnahme einer kontinuierlichen Knüppelstraße mit acht Gerüsten zur Entlastung der Blockstraße.

1967 Kauf der an die Burbacher Hütte angrenzenden Waggon-Fabrik Lüttgens und der "Hochofen- und Stahlwerk AG Differdingen-St. Ingbert-Rümelingen" (HADIR).

02.07.1970 ARBED und die Völklinger Hütte gründen die "Arbeitsgemeinschaft Drahtstraßenbau"" zum Bau der Drahtstraße 11 in Burbach.

01.07.1971 Fusion der Völklinger Hütte RESW mit der Burbacher Hütte der Luxemburger ARBED zur "Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH" rückwirkend zum 01.01.1971:


Quelle: Saarheimat 2´ 1975

Die neue vieradrige Hochleistugsdrahtstraße des Werkes Burbach der Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH mit einer Nennkapazität von 75 000 t/Monat.


Gie&zlig;grube des Burbacher Stahlwerks
Quelle: Saarheimat 2´ 1975


Quelle: Saarheimat 2´ 1975

Der neue LDAC-Konverter wird mit Rohstahl gefüllt. Etwa 15 Minuten dauert es, bis in dem 100-Tonnen-Aggregat nach dem modernen LDAC-Sauerstoff-Aufblasverfahren hochwertiger Stahl entstanden ist.


Quelle: Saarheimat 2´ 1975

Draht aus der neuerrichteten größten Drahtstraße der Welt im Werk Burbach. Ein Drahtbund wiegt bis zu 2.500 kg.

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