Bergwerksdirektion Saarbrücken
letzte Änderung: 26/1/2005


Bergwerksdirektion und Trierer Straße um 1900
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Ehem königlich preußische Bergwerksdirektion [Quelle: Dehio] (Verwaltung der Saarbergwerke). Durch den Bau des Bahnhofs 1851 außerhalb der Städte entstand ein neuer Ortsschwerpunkt, von ihm führte die "Eisenbahnstraße" über die Saar nach Saarbrücken, die "Bahnhofstraße" nach St. Johann. Der geschichtlichen Struktur entsprechend entwickelte sich letztere zur Kaufmannstraße, zur Hauptgeschäftsstraße der wachsenden Großstadt, während die Bedeutung des Altstadtbebietes von St. Jonann sank.

Am Endpunkt der Straße und Point de vue bauten die Architekten Martin Philipp Gropius und Heino Schmieden 1877-80 mit florentinischen Palazzomotiven [vgl. Bilder rechts; als "unflorentinisch" fallen sofort die nicht gequaderten glatten Wandflächen ins Auge] im Sinne der späten Schinkelschule das Gebäude der Bergwerksdirektion. (...) Die städtebauliche Aufgabe, einen Prospekt von der Bahnhofstraße her und zugleich einen Ansatz künftiger Stadterweiterung nach Nordwesten zu schaffen, wurde vorzüglich gelöst.

Bild rechts: Fensterbögen am Palazzo Vecchio in Florenz als unmittelbares vorbild für die Bergwerksdirektion

Staatliches Konservatoramt: link Denkmalliste des Saarlandes:
Der älteste und zugleich baukünstlerisch gewichtigste Bestandteil des Ensembles [der Trierer Straße] ist das 1877-80 für die Verwaltung der preußischen Staatsgruben im Saarrevier errichtete Gebäude der Bergwerksdirektion (Nr. 1): ein monumentaler Repräsentationsbau, städtebaulich wirkungsvoll plaziert im Winkel zwischen Trierer- und Reichsstraße [...].

An der abgeschrägten Ecke der Haupteingang. Die ungleich langen Flügel durch Pavillons rhythmisiert, das Quadermauerwerk ursprünglich steinsichtig. Historisierende Gliederung mit Motiven der Florentiner Renaissancearchitektur. Ein Teil des Südflügels nach Kriegszerstörungen vereinfacht wiederaufgebaut. Reiches Skulpturenprogramm, u.a. überlebensgroße Standbilder eines Kohlehauers, Bergwerksdirektors, Obersteigers, Gesteinhauers, Bergmanns und Hüttenarbeiters aus dem Atelier der Gebrüder Menges, Kaiserslautern, sowie Bildnismedaillons von um den Saarbergbau verdienten Persönlichkeiten. Im Inneren bemerkenswert die Haupttreppe in Eisenkonstruktion.

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anro 26/1/2005


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anro 26/1/2005

zum Vergleich:
Florentiner Paläste


Bargello ab 1250


Palazzo Vecchio
ab 1298


Palazzo Medici-Riccardi
Michelozzo di Bartolomeo 1444


Palazzo Rucellai
Leon Battista Alberti 1445


Nein, das ist nicht der Palazzo Pitti!
zur Klärung der Frage: Was ist das?


aber das: Palazzo Pitti
Filippo Brunelleschi ab 1448


Palazzo Strozzi
Benedetto da Maiano ab 1489