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Siersburg
letzte Änderung: 29/1/2008


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Sehenswert: Burgruine
Die St. Willibrord-Kirche in Siersdorf.


© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen


Alter Plan der Burg

Die Siersburg

Die Siersburg liegt auf einem großen Plateau, das einen herrlichen Panoramablick bietet. Unweit der Burg mündet die Nied in die Saar. Dereinst thronte das Bauwerk auf dieser Anhöhe, heute hat der Besucher das Gefühl über den Ortschaften zu schweben.

Vermutet wird, dass die Siersburg in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts erbaut wurde. Aus dem 12. Jahrhundert stammt ein Hinweis auf ein Geschlecht des Namens "von Siersberg". Die Burg diente zum Schutz der sich kreuzenden Handels- und Militärstraßen und der Kontrolle der Schifffahrt.

Dieser Ort, diese Burg, bezeugen eine wechselvolle Geschichte durch die Jahrhunderte.

Die Streitereien zwischen den Erzbischöfen von Trier und den Herzögen von Lothringen um Burg und Macht dauerten rund 150 Jahre. Erst mit Anerkennung des Amtes Siersburg wurden sie beigelegt. Die Amtmänner, mit Sitz auf der Burg, trieben im Auftrag des Herzogs bei den lothringischen Untertanen Abgaben ein.

Im Dreißigjährigen Krieg unterstützen die lothringischen Herzöge den deutschen Kaiser, die Franzosen jedoch die Schweden. Frankreich und Lothringen stritten und kämpften über 50 Jahre um Burg und Macht. Diese kriegerischen Auseinandersetzungen im 17. Jahrhundert hatten das Land verwüstet, die Menschen der umliegenden Orte flohen.

In der Französischen Revolution wurde die Siersburg 1793 fast völlig zerstört. Die letzten Bewohner der Burg waren die lothringischen Adelsfamilien de Maurice und de St. Marie. Sie lebten bis 1803 in den beiden letzten der ursprünglich neun Burgmannenhäusern. 1815 kam die Siersburg unter preußische Verwaltung.

Was Sie heute sehen können, ist Ergebnis von Ausgrabungs- und Rekonstruktionsarbeiten. An Kriege, Streitereien und Eroberungsfeldzüge werden Sie an diesem Ort nicht denken. Sie werden die Aussicht auf die Orte im Saartal genießen. Bei schönem Wetter nehmen Sie einen Picknick Korb mit, Tische und Bänke stehen schon bereit...

Der Turm ist 13,5 Meter hoch und wurde innen und außen renoviert. Nach Absprach mit dem Burgwart (Telefon: 0 68 35 / 86 39) dürfen Sie dort auch hinein.

Siersburg - Historie

  • 1120 - urkundliche Erwähnung der Siersburg durch das Siersberger Amt das zu Lothringen gehört
  • 1175 - Erzbischof Arnold von Trier erobert die Burg
  • 1334 - Erzbischof Balduin erkennt die Lehenshoheit der Lothringer Herzöge über die Burg an
  • 1618-48 - Die Burg wird mehrere Male erobert und somit wechselten auch ihre Besitzer
  • 1651 - Die Burg fiel endgültig in die Hand der Franzosen
  • 1661- Die Lothringer erhalten die Burg zurück
  • 1670 - Frankreich besetzt Lothringen und sprengten bei ihrem Rückzug einige Teile der Burg
  • 1683 - Die Burg fiel wieder an Frankreich zurück
  • 1697 - Die Burg und das Herzogtum Lothringen wurden wieder zurückgegeben
  • 1793 - Die Burg wurde größtenteils zerstört
  • 1815 - Die Burg ging in preußische Verwaltung über

(Quelle:Infotafel an der Burg)

Niedbrücke bei Siersburg
Quelle: link www.memotransfront.uni-saarland.de

Von der früheren infrastrukturellen Bedeutung des Niedtales sowohl innerhalb der Großregion SaarLorLux wie für den damaligen europäischen Fernhandel zeugt bis heute die steinerne Niedbrücke in Siersburg. Die Nied, heute einziges noch natürliches Badegewässer des Saarlandes und einer der malerischsten Nebenflüsse der mittleren Saar, bildete einst einen Teil der Fernhandelsstraße zwischen Flandern und der Lombardei, zwei Zentren des europäischen Textilgewerbes. Die nahe Burg Siersberg, die den Ort Siersburg überragt, bewachte im Mittelalter diese Route. Die erste Burg Siersberg aus dem 11. Jh. wurde später mehrfach umgebaut; 1670 wurde sie während des Holländischen Krieges durch französische Truppen gesprengt. Von der heutigen Ruine, deren Torbau noch teilweise vorhanden ist, stammt ein rechteckiger Bergfried aus dem 14./15. Jh. Nach der Sprengung 1670 verfiel die Burg, nur Teile wurden im 18. Jh. wieder aufgebaut. Um die nahe Niedbrücke unabhängig zu machen von der fortgefallenen Bewachung durch die Burg und den Kaufleuten zu jeder Jahreszeit einen sicheren, schnellen √úbergang zu schaffen, wurde die neue Brücke 1750 aus heimischem Sandstein erbaut, mit einer Fahrbahnausbuchtung in der Mitte zum Ausweichen der Pferdegespanne. Die innereuropäische Bedeutung der Handelsstraße ließ jedoch ab dem 18. Jahrhundert nach. Die Gründe dafür lagen außerhalb der Region: Die europäischen Zentren der Textilindustrie wechselten im späten 18. Jahrhundert von Flandern nach Großbritannien, und auch die lombardischen Städte verloren allmählich ihr Gewicht in Textilproduktion und Fernhandel, seit die Seewege nach Indien bekannt waren. In der Mitte der Bliesbrücke bei Siersburg wurde 1758 ein Brückenkreuz errichtet, um weiteren Schaden von der Brücke abzuwehren. Doch auch dieser Schutz war nicht dauerhaft: „Inzwischen wurde die Brücke - nicht zu ihrem Vorteil - modernen Verkehrsverhältnissen angepaßt. Die Asphaltierung der gepflasterten Fahrbahn und die Ersetzung der steinernen Brückenbalustrade durch ein Eisengeländer haben ihren ursprünglichen Charakter verändert.” (Schmitt, S. 37)