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Grube Camphausen
66287 Fischbach, Quierschied, Stadtverband Saarbrücken
letzte Änderung: 24/2/2005


Schächte Camphausen IV & II
© Harald Freis bei link www.fotocommunity.de


Grubensiedlung Camphausen
Quelle: link kulturtouristische Routen im saarländisch-lothringischen Grenzraum


Schacht Camphausen I
Turmgerüst – erbaut 1944
(abgebrochen)
Photo © Jens Söder
link www.bergbau-online.de


Schacht Camphausen II
Fördergerüst in Vollwandbauweise
von 1962 / Höhe: 43 m
© Delf Slotta link www.delfslotta.de

Grube Camphausen
Von Harald Freis, 27.03.2003 – Quelle: link www.fotocommunity.de

gegründet 1871, 1874 nach dem peußischen Finanzminister Otto v. Camphausen benannt.

1990 als Förderstandort stillgelegt. Die besonderheit ist der 1911 fertiggestellte Förderturm ["Hammerkopfturm"]. Er ist der weltweit erste Förderturm aus Stahlbeton.

Heute als Wetterschacht genutzt.

Grube Camphausen
Quelle: link kulturtouristische Routen im saarländisch-lothringischen Grenzraum

Die Abteufung der Tiefbauschächte 1 und 2 im Fischbachtal, die zunächst "Fischbachschächte 1 und 2" genannt wurden, begann 1871. 1874 kam noch ein dritter Schacht hinzu. Der Name "Grube Camphausen" kam ebenfalls 1874 anläßlich eines Besuches des damaligen preußischen Finanzministers Otto Camphausen zustande. Die regelmäßige Kohleförderung der Grube begann schließlich 1877. Mit dem Bau der Eisenbahn konnte der Absatz der Kohle in den folgenden Jahren wesentlich verbessert werden. Am 17. März 1885 kam es beim Abteufen weiterer Schächte zu einer schweren Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosion, die 180 Tote und 30 Verletzte forderte. Ein weiteres Unglück in Form eines Brandes, der in einem Fördermaschinengebäude im September 1895 ausbrach, bedingte die vorübergehende Einstellung des Förderbetriebes. Die Belegschaft wurde derweil auf die Nachbargruben verlegt.

Das eigentlich interessante an der Grube Camphausen ist der Schacht Camphausen 4, mit dessen Abteufung 1908 begonnen wurde. Man entschied sich hier aus Platzmangel für den beispiellosen Bau des ersten Eisenbeton-Förderturmes der Welt. Dieses Bauwerk, das heute noch unverändert existiert und erstaunlich gut erhalten ist, war zur damaligen Zeit eine technische Meisterleistung. Der Turm steht auf vier Stützpfeilern, die 11 Meter tief bis auf den festen Fels hinabreichen. Auf den Pfeilern stehen die Stahlbetonstützen. Der Turm hat eine Grundfläche von 9,30x24m und eine Gesamthöhe von 40,70m. In der obersten Etage befinden sich die beiden elektrischen Fördermaschinen von AEG, die 1936/37 verstärkt wurden und eine Leistung von jeweils 1740 Kilowatt besitzen. In den beiden seitlichen Erkern befand sich der Sitz der Fördermaschinisten. Der Turm ist insgesamt sehr stark dimensioniert worden, da er nicht nur die hohen ruhenden Lasten in Form der Fördermaschinen und anderer Geräte tragen mußte, sondern auch für sehr große Förderlasten konzipiert war. Die Tatsache, dass es trotz technischem Neuland mit dem 1912 in Betrieb gegangenen Förderturm nie Probleme gab, und er auch heute noch voll funktionsfähig ist, spricht für das große Können der damaligen Ingenieure.

Bereits 1988 wurde die Stilllegung des Bergwerks Camphausen bis zum Jahre 1990 beschlossen. Am 1. Januar 1990 verlor Camphausen seine Eigenständigkeit und wurde Teil des neuen Verbundbergwerks Reden-Camphausen. Die letzte Förderung im Feld Camphausen fand im November 1990 statt. Das Gelände und die Fördereinrichtungen werden heute nur noch selten genutzt.

Staatliches Konservatoramt: link Denkmalliste des Saarlandes: Grube Camphausen

Gegründet 1871, 1874 nach dem preußischen Finanzminister Otto von Camphausen benannt, 1990 als Förderstandort stillgelegt. Förderturm am Schacht IV: Stahlbetonbau von 1911-1912, mit zwei elektrischen Turmfördermaschinen von 1936-1937. Als erste Turmfördereinrichtung in Stahlbetonbauweise ein Markstein in der Geschichte der Fördertechnik. Heute als Wetterschacht genutzt.

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