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Bierfeld
letzte Änderung: 10/2/2008

(nach Hermeskeil) entlang der Hochwaldbahn

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Hügelgrab an der historischen Römerstrasse
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Bierfeld - Geschichte
Kelten und Römerzeit
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Die ältesten Zeugen der Besiedlung sind Hügelgräber aus der keltischen Latènezeit. Eine aus Vier Hügeln bestehende Gruppe befindet sich nahe dem Rimmelborn an dem alten Fußweg nach Hermeskeil, zwei Gräber liegen im Erker östlich der Sitzerather "Dicken Buche" und eine weitere Vierergruppe befindet sich oberhalb des Homesgraben auf der Gemarkungsgrenze zu Nonnweiler. Alle Hügelgräber befinden sich wahrscheinlich noch im ursprünglichen Zustand. Zerstört worden sind keltische Hügelgräber auf dem Maasberg während der Rodung 1934 und vor Nonnweiler "Am Knöpfchen" beim Autobahnbau 1971/75.

Wahrscheinlich gab es auf der Gemarkung noch weitere Gräber aus vor- und nachchristlicher Zeit, wie aus zufälligen Funden hervorgeht, die aber durch Urbarmachung und Feldbebauung verloren gegangen sind. Im Oktober 1906 z. B. wurden bei Punkt 401,9 an der alten Straße nach Sitzerath "Unter dem Erker" beim Pflügen durch die Familie Brücker aus Sitzerath eine Begräbnisstätte aus früheströmischer Zeit freigelegt. Gefunden wurden zahlreiche Scherben, die wieder zu Urnen zusammengesetzt worden sind, und vor allem eine 1,11 m hohe Amphora mit dem Stempel RG am Henkelansatz (Landesmuseum Trier). Die Ausgrabungen wurden von Max Müller durchgeführt, der zu dieser Zeit Bürgermeister in Wadern war. Der spezielle Grabungsbericht ist nicht bekannt. Zu der Art der Amphora schreibt Müller aber an anderer Stelle: "Unsere Heimat und dem ganzen Hochwaldgebiete sind ferner große, auch im Süden bis nach Tunesien hinein gefundene Tonamphoren eigen, die, auf einen uralten vorderasiatischen Gebrauch zurückgehend, als Gehäuse zur Aufnahme der Ascheurnen und Beigaben dienten.

Die Siedlung, zu der diese Bestattungsstelle gehörte, dürfte unmittelbar daneben auf Bierfelder Gemarkung gelegen haben. Mehrere planierte Stellen um diese sanfte Hochmulde "Unter dem Erker", mit einer starkfließenden Quelle in der Mitte, lassen auf Wohnplätze schließen. Zu den höhergelegegen Hügelgräbern in der Nähe der Sitzerather "Dicken Buche" werden die Siedlungsplätze auf der Banngrenze zum "Geißenborn" angenommen (Geiß, Geiz kommt von "gizan" und bedeutet "gießen" = Rinnsal). Auf der Sitzerather Gemarkung "Im Erker" sind weitere 8 Hügelgräber bekannt.

Zwei weitere Siedlungsplätze aus keltischer oder keltoromanischer Zeit werden in der Ortslage Bierfeld vermutet, und zwar auf dem Hügel am Ende des Gusenburger Weges und auf dem Zebischberg bei der Kirche. Der Hügel im Gusenburger Weg heißt heute noch " Auf dem Hof", was auf eine schon frühe Besiedlung hinweist. Hier kann vor einer evtl. Mittelalterlichen Besiedlung der Wohnplatz der bei der Rodung 1934 in halber Hanghöhe des Maasberges "angeschnittenen" Hügelgräber gewesen sein. Die Urnen und Scherben sind dem Landesmuseum Trier zugeführt worden.

Beim Umbau des Hauses Schunk auf dem Zebischberg im Jahre 1928 stieß man bei Ausschachtungsarbeiten auf ein mit einer Eisenplatte abgedecktes Urnengrab, das zwei mit Asche gefüllte Urnen, 1 Sigilataschälchen und weitere Scherben enthielt. Lehrer Kiefer nahm die Fundstücke mit in die Schule. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt. Der Grund für die verhältnissmäßig starke Besiedlung der Gemarkung in keltischer und kelto-romanischer Zeit waren die Erzvorkommen "Im Homesgraben" und rechts der Löster "Unter dem Erker". Die Kelten waren meisterhafte Metallarbeiter und besaßen ausgezeichnete Eisenwerkzeuge. Dazu wurde ihre Lebensform geprägt durch Viehzucht und Landwirtschaft. Merkwürdig ist, dass fast alle Hügelgrabgruppen an den Gemarkungsgrenzen liegen und direkt oberhalb von schluchtartigen Geländeeinschnitten. Unter dem Erker ist es das so genannte "Hildenpfädchen" (Hohlpfad), durch das die Gemarkungsgrenze Bierfeld/Sitzerath führt. Hier handelt es sich offensichtlich um einen Erzgang aus jener Zeit.

Am Homesberg oberhalb der Erzkaulen zieht der Homesgraben bis zu Gemarkungsgrenze Nonnweiler. Seine Entstehung ist vermutlich auf natürliche Korrosion zurückzuführen. Die menschliche Hand ist aber nicht auszuschließen. Auf tief eingeschnittene Fahrspuren des "flinken, eisenbereiften keltischen Rades", sind die zwei Einschitte bei den Hügelgräbern am Rimmelborn an der Gemarkungsgrenze zu Hermeskeil zurückzuführen. Ebenso ist der schluchtartige Weg "Die Sautrift" in der Ortsmitte entstanden (vor 30 Jahren zugeschüttet). Sie deuten auf einen vielbefahrenen Überlandweg hin, der vom Spiller her durch den Ort Richtung Hermeskeil führte.

500 - heute

Nach der Römerzeit (um 470 n. Chr.) entstand im ganzen Hunsrück eine 200-300 jährige Siedlungslücke. Nur in seinem Südwestteil blieb eine durchgehend besiedelte Enklave zurück, deren Zentrum im Bereich von Wadrill, Löster, Prims und Söterbach lag und südlich von der Theel begranzt wurde. Das bedeutet, daß auch im Bereich Bierfeld eine keltische Restbevölkerung diesen Zeitraum des sogenannten "finnsteren Mittelalter" überdauert und erst in der Ausbauperiode der fränkischen (germanischen) Landnahme ihre völklische Eigenart verloren hat. Bodenfunde aus diesen Jahrhunderten liegen nicht vor und sind auch sonst recht zufällig. Das kommt daher, daß ab dem 4./5. Jahrhundert, besonders im Trierer Land unter Einfluß der Kirche, die Toten unverbrannt und ohne Beigaben bestattet wurden.

Ein Beweis der durchgehenden Besiedlung kann jedoch in den zwei Gewässernamen Löster und Schittbach, die keltischen Ursprung sind, gesehen werden. Gewässernamen gehören zum ältesten siedlungsgeschichtlichsten Namensgut eines Landes. Sie wurden einmal so vom Volk benannt un in der Regel von den nachfolgenden Generationen übernommen. Die ersten Siedlungsspuren der fränkischen (germanischen) sind in der Form von Tongerät und Scherben beim Bau der Eisenbahn vor 108 Jahren und wiederum vor 38 Jahren am Maischborn entdeckt worden. Leider sind die Relikte, die über die frühfränkische Zeit Aufschluss hätten geben können, einfach weggeworfen worden. Noch im Besitze der Familie Albert Eiden befindliche Fundstücke konnten vom Saarländischen Landeskonservatoramt in die "Mittelalterzeit vor dem 10. Jahrhundert" datiert werden.

Man kann mit hoher Wahrscheinlichkeit dabon ausgehn, daß an den Fundstellen "Auf dem Urweilerflur" und "Feldchesgarten" die erste mittelalterliche Siedlung unserer Dorfgemarkung gestanden hat, nämlich Urweiler. Leider erfolgte die erste urkundliche Erwähnung, wie bei den meisten Ortschaften, erst Jahrhunderte später. Schlriftliche Quellen zur Entstehung und Namensgebung der früh- und mittelalterlichen Siedlungsgründungen fehlen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, immer. Die Fachwissenschaft hat deshalb Zeittabellen zur Siedlungsgeschichte entwickelt, wonach unter anderem Ortsnamenendungen Schlüsse auf die Gründungsepochen gezogen werden können. Danach sind Ortsnamen mit den Endungen -weiler, -hausen-, feld u. ä. etwa zwischen 600-900 in der späteren Merowinger bis Karolinger Ausbauzeit entstanden.

Die "Weiler-Orte" linksrheinisch sind älter als die rechtsrheinischen. Da schon in dme berühmten Adalgisel Testament von 634 und einer Urkunde Chlodwigs III. von 690 "Weiler Orte" in unserem Raum genannt werden, kann man die Namensgebung für Urweiler (und Nonnweiler) getrost in das 7. Jahrhundert ansetzen. (Weiler war damals sozusagen zu einem Modewort geworden.) Bierfeld dürfte etwas später als Urweiler, aber als sogenannter "Feld-Ort" im 8. Jahrhunert gegründet worden sein. Das ahd. Wort felt, velt, veld sit über ganz Deutschland verbreitet. In unserem heimischen Urkunden erscheint es schon im Anfange des 9. Jahrhunderts.

Nach E. Schömer (Burg und Amt Grimburg) wird Urweiler erstmals 923 als Orwilre genannt. 300 Jahre später, 1220, werden die drei Dörfer Bierfeld, Nonnweiler und Urweiler erstmals zusammen erwähnt, und zwar im Güterberzeichniss der Abtei St. Maximin, Trier. Beid der Aufzählung der Liegenschaften der Abtei im raum Hermeskeil heiß es hier:..."area una apud Hermannskellede cum prato quod dicitur ydewisse. et cum monte qui dicitur Wilrisberg cum suis appendiciis. monte qui dicitur Humerstelle spectante apud Burewelt et Nonnewilre et Orwilre." Übersetzt": ein Areal bei Hermeskeil mit anger, der Ydewiese heißt. Um mit einem Berg, der Wilrisberg heißt mit seinen Ausläufern, mit einem Berg, der Humerstelle heißt, der schaut (von dem man schaut?) nach Bierfeld, Nonnweiler und Urweiler. Beim Wilrisberg wird der Höhenzug nach Hermeskeil vermutet, über den die Bundestrasse 52 führt und der keinen Eigennamen mehr hat.

Mit Humerstelle ist der Homesberg gemeint, der schmale, dellenförmige Höhenrücken zwischen Bierfeld und Nonnweiler. Er ist ein Ausläufer des mutmaßlichen Wilrisberges und bildet die Verbindung zum anschließenden Höhenrücken Spillert-Schreck. "Spectante apud" ist ein Fachausruck der lateinischen Urkundensprache des Mittelalters mit der Bedeutung "zugehörig zu". Es ist also von einem Berg "Humerstelle" die Rede, der zugleich die Gemarkung Bierfeld, Nonnweiler und Urweiler zugehört. Der Name Humes, Homes und ähnlich ist ein verbreiteter Flurname im Moselfränkischen und gelht als Lehnswort auf das lateinische "humidosus (naß)" zurück und bedeutet "feuchtes Tal, feuchte Niederung, Wasserriß, bzw. Wassergraben im Felde, hohe feuchte Wiese". Unter "Telle" läßt sich zwar nach der sattelartigen Form eine "Delle" (man betrachtet einmal die Vertiefung von den beiderseiten Höhen aus!" vermuten, doch ist eine evtl. andere Deutung nicht auszuschließen. Bei der nicht unbedingt sicheren Schreibwiese des Mittelalters kann man aber durchaus annehmen, daß durch sekundäre Angleichung sprachlich aus "Humerstelle" Homes oder Humes geworden ist. Wie dem auch sei, der Berg ist außergewöhnlich wasserreich und in der Höhenlage ausgesprochen sumpfig. Von den vielen Quellen und Wasserläufen, die auf seiner Höhe und an den Flanken entspringen, stellt der "Maischborn" eine Besonderheit dar. Diese Quelle fließt zu allen Jahreszeiten gleich stark und war noch nie versiegt. Bis 1910 sicherte sie mittels einer Rohleitung die Wasserversorgung des Dorfes. Weder der Bau des Eisenbahntunnels 1895/97 noch der bau der Autobahn 1971/75 mit jewils tiefen Geländeeinschnitten im unmittelbaren Bereich des Urweilerflurs führten zur geringsten Beeinträchtigung der Quellenstärke. Wegen diese Eigenschft und von der topografischen Lage her bildete sie den idealen Standort für die Siedlung Urweiler.