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Mosberg-Richweiler
letzte Änderung: 11/3/2008


Quelle: link www.mosberg-richweiler.de.vu

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Die Bilder entstammen einer Postkarte von 1929


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Dorfansichten aus dem Jahre 1929: Mosberg-Richweiler gehörte in diesen Jahren noch zum Fürstentum Birkenfeld. Links: Gesamtansicht des Dorfes. Oben: die noch nicht ausgebaute Friedenbergstrasse; Gasthaus August Loch, im Jahr 1979 nach 100-jährigem Bestehen geschlossen. In den 80er Jahren brach dort ein Brand aus, das das Gebäude steht heute nicht mehr.

In Eigenregie – Die Bauern entwässerten in den 50er Jahren die Wiesen. ”Im Weiher”. Dazu gehörte auch das Ausheben der Gräben, die Verlegung der Drainagerohre sowie das Einschottern und Verfüllen.
Auf dem Weg zur Molkerei... Hugo Luther (ganz links) sammelte bei den Bauern Michkannen ein und brachte sie mit dem Pferdefuhrwerk in die Molkerei nach Türkismühle. Ab 1958 tat er dies mit einem Traktor, ab 1960 kam der Tankwagen der Molkerei direkt nach Mosberg-Richweiler. Auf dem Foto sind auch Erwin Alt und Kurt Schweig (von links) zu sehen.
Bei der Ernte... Das Foto zeigt die Heuernte. ”Im Weiher” in den 30er Jahren. Fanilie Crummenauer war im Sommer mit ihren Rechen angetreten, um das gemähte Gras zu wenden. Das musste zweimal am Tag gemacht werden. In den 70 er Jahren gaben viele Bauern die Landwirtschaft auf und fanden Arbeit in der Industrie in Schwarzerden oder Freisen.
Erntedankfest im Jahr 1955... In den 50er Jahren gab es noch 27 hauptberufliche Landwirte in Mosberg-Richweiler. Der Wahlspruch ”Mag kommen, was wolle, wir halten zur Scholle” ließ sich auf Dauer jedoch nicht aufrecht erhalten. Heute gibt es im Dorf nur noach fünf nebenerwerbsbetriebe, vor 30 Jahren waren es noch 25 sebständige Betriebe.
Mosberg-Richweiler
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Mosberg-Richweiler (gtr). 1997 feierte Mosberg-Richweiler sein 600-jähriges Bestehen.

Diese Jahreszahl stützt sich auf den Text eines "Kauff-Brieff" der Grafen von Veldenz, in dem es heißt:

"Kauff-Brieff über Gumpweiler, Eckelnhausen, Hanweiler und Meißberg, welche Gertraud von Goyche, Emerich, ihr Sohn und Catharin dessen eheliche Haus-Frau an Graf Friedrich zu Veldenz, und dessen Erben, vor fünfzig Maynzische gulden verkauft de da to Tertia firia proxima post diem Sancti Urbani d: 1397".

Ihre Erbnachfolger, die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken, konnten dieses Vorrecht zur Landeshoheit in Mosberg und Richweiler ausbauen. Außerdem besaß Kurtrier Rechte im Ort. Noch Ende des 16. Jahrhunderts werden in den beiden Orten trierische Untertanen genannt. Funde aus der Spätlatènezeit und der römischen Zeit wurden in mehreren Flurteilen gemacht, "Am Heiligenhäuschen" Reste eines römischen Hauses freigelegt und "An der Büchel" ein Brandgrab. In der Flur "Am Galgen" wurde 1965 ein Grab aus der Latènezeit sichtbar. 1510 wird in einer Urkunde das Dorf "Kreyennest" genannt, dem der Dreißigjährige Krieg den Garaus machte. Man kann nur erahnen, wie es zu der Zeit rund um das verlassene, dem Verfall preisgegebene Dorf ausgesehen haben mag.

Die zuvor in Dreifelderwirtschaft sorgsam gehüteten Ackerbauflächen holte sich die Natur allmählich wieder. Bis heute kann man hier nur Ackerbau der spärlichsten Sorte betreiben. Teile des Berges blieben versteppt. Auf den Mauerresten von Krähennest wurde nie wieder gebaut.

Blicken wir zurück ins Dorf vor rund 30 Jahren, als es noch 25 selbstständige Bauernhöfe gab. Die Flurbereinigung war in vollem Gang. Keine Sumpfwiese mehr ohne aufwändige Drainage, kein Rinnsal mehr ohne Begradigung, kein Feldweg mehr ohne Schotter und Asphalt. Und überall wurden Hecken gerodet und kleine Obstwiesen umgepflügt. In der Größe sollte die Zukunft der Landwirtschaft und damit der Bauern von Mosberg-Richweiler liegen.

Dass sie für diese Größe allezusammen viel zu klein waren, konnte man damals nicht wissen. Das Zauberwort Zusammenlegung beeindruckte seinerzeit zwar viele, aber besser wurde es nicht für die Landwirte. Etliche Bauern gingen in die frisch angesiedelte Industrie nach Schwarzerden oder Freisen. Danach rollte die erste Ausstiegswelle aus der Landwirtschaft an, jene Landwirtschaft, die das Dorf viele Jahrhunderte geprägt hat. 1844 wurde im Ort das erste Schulhaus gebaut. Im Jahr 1892 fanden sich einige Bauern zusammen, die das Dreschen mit dem Dreschflegel leid waren. Sie wollten eine Dreschgesellschaft gründen und eine Dreschmaschine anschaffen. Da die An- schaffung zu kostspielig war, sahen sie sich auf den Nachbardörfern nach interes- sierten Landwirten um, die der Mosberg- Richweiler Dreschgesellschaft beitreten wollten. Die Bemühungen waren von Erfolg, und so kam es zur Gründung der Mosberg-Richweiler-Walhauser-Nohfel- der- Hirsteiner Dreschgesellschaft.

Um das nötige Geld zum Kauf einer Maschine zu beschaffen, wurde eine Anteilzeichnerliste ausgelegt. Nachdem das Geld zusammen war, wurde bei der Firma Heinrich Lanz in Mannheim für 7000 Mark eine Dreschmaschine mit dazu- gehöriger Lokomobile bestellt. Die Loko- mobile war eine von Pferden gezogene Antriebsdampfmaschine, die über einen riesigen Treibriemen die Dreschmaschine antrieb. Die Zahl derer, die hier dreschen ließen, wurde von Jahr zu Jahr größer. 1898 waren 142 Personen Mitglied. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging dann die Zahl der dreschenden Bauern immer mehr zurück. Durch die Einführung der Mähdrescher und die Aufgabe kleiner Betriebe sank die Zahl so stark, dass die Gesellschaft im Jahr 1966 schließlich aufgelöst werden musste. Dort, wo der Hirsteiner und der Mosberg-Richweiler Bann zusammen stoßen, liegt ein riesiger Stein. Im Volksmund wird er er "Seigehannese Tisch" genannt. Es soll sich um einen Opferstein handeln.

Die Opfer, die hier erbracht wurden, waren den Göttinnen Freya und Wallia sowie dem Gott Donner gewidmet. Im Dorf erzählt man sich die Sage, dass ein Schweinehirt hier einst jeden Tag seine Mittagsrast hielt. Dabei habe er die Arme auf dem Stein aufgestützt.Die beiden Aushöhlungen soll man heute noch sehen. Außerdem wird erzählt, dass sich der Stein damals jeden Mittag um 12 Uhr, wenn die Glocken zum Gebet läuteten, um die eigene Achse gedreht habe.

Quelle: SaarbrückerZeitung, 19.03.2002