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Neunkircher Hütte
66539 Neunkirchen, Kreis Neunkirchen
erstellt am 13/11/2004 – letzte Änderung: 12/2/2005


"Hochleistungsgruppe der Kokerei während des Baues" – aufgenommen von
"Foto Brincour" (Neunkirchen) in der Neunkircher Eisenwerk AG am 1.10.1928.
Landesarchiv Saarbrücken
Quelle: link Dokumentation der Saarländischen Industriefotografie

Stationen der Entwicklung des Neunkircher Eisenwerkes von den Anfängen bis zur Fusion mit der Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH im Jahre 1982
Quelle: link www.saarstahl.com

1593 Den ersten Hinweis auf das Bestehen einer Eisenhütte in Neunkirchen liefert eine dort hergestellte Ofenplatte.

Die Hütte wird von herrschaftswegen betrieben, d. h. von oder für den Grafen Ludwig II. von Nassau-Ottweiler. Die Facharbeiter stammen alle aus der Eifel, Südbelgien, dem Gebiet um Metz-Diedenhofen und dem Hunsrück.

1597 Erste urkundliche Erwähnung eines Eisenwerkes in Neunkirchen.

ab 1605 Verschiedene Pächter treten auf, u. a. Robert Maupassant und Nicolas Unbehendt.

1610 Schmiedeeisen und Gußstahl aus Neunkirchen sind bereits weithin berühmt.

Als erste Hütte im Saarland verwendet Neunkirchen lothringisches Erz, die Minette.

1618 Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges.

1635 Völlige Zerstörung des Dorfes Neunkirchen und der Eisenhütte durch spanische und lothringische Truppen.

1652 Wiederaufbau durch Graf Johann Ludwig von Nassau-Ottweiler und Verpachtung an Peter Surmond und Heinrich Beucher.

1658 Die beiden Pächter bitten auf Grund der hohen Löhne um Auflösung des Vertrages.

Fortführung der Eisenhütte durch das Grafenhaus Ludwig.

1669 Peter Pastert tritt als neuer Pächter auf.

1675 Herrschaft sieht sich gezwungen, Hütte wieder selbst zu betreiben. Man muß jedoch weiterhin Verluste hinnehmen.

Mai 1683 In einem Brief der Gräfinnenwitwe Eleonore Clara von Nassau-Saarbrücken heißt es, die "Eisenhütte sei ruiniert".

1686 Remaclus-Renard-Joseph de Hauzeur, ein Wallone, löst das Lohnproblem: Er bringt viele Arbeiter aus seiner Heimat mit und verleiht der Hütte neuen Schwung.

1696 De Hauzeur siedelt mit den meisten seiner Arbeiter nach Züsch bei Hermeskeil um.

Die Hütte wird wieder von Graf Friedrich Ludwig in Eigenregie geführt.

24.06.1703 Die Nachfolge treten Hans Georg Koch, Handelsmann aus Zweibrücken, und sein Partner Grégoire Jacques, früherer Hüttenmeister aus Neunkirchen, an.

Sie zahlen 450 Gulden Pacht im Jahr an das Fürstenhaus Nassau-Saarbrücken und erhalten für die Herrschaft Ottweiler ein Eisenmonopol: Die Einfuhr fremden Eisens wird verboten.

1728 In einem Bericht an die Fürstin Charlotte-Amalie von Nassau-Saarbrücken wird die Hütte als die "konsiderabelste" auf dem linken Rheinufer bezeichnet.

1744 Errichtung eines zweiten Hammers.

29.08.1748 Thomas von Stockum aus Frankfurt am Main übernimmt mit seinen Söhnen für 3.500 Gulden Pacht pro Jahr die Neunkircher Hütte.

Die Anlage umfaßt eine Schmelz mit einem Hochofen und zwei alten Gebläsen, einen Großhammer mit zwei Frischfeuern, ein Schmiedefeuer und drei Paar Blasebälge, einen kleinen Hammer mit Doppelgebläse, ein Stahlwerk, das nach dem Frischfeuerverfahren arbeitet, sowie ein Erzmahlwerk und eine Erzwäsche.

Der Hochofen liefert in 24 Stunden eine Tonne Roheisen.

11.07.1749 Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken genehmigt den Bau einer zweiten Schmelz, am Hasselbachweiher, im Sinnerthal.

1752 Errichtung der sogenannten "oberen Schmelz". Die zur Betreibung notwendigen Arbeiter läßt man aus Württemberg kommen.

Die Schmelz umfaßt einen Ofen mit zwei großen Bälgen, eine Sandgießerei, ein Formhaus sowie eine Erzwäsche.

28.02.1762 Verlängerung der Stockum-Pacht um sechs Jahre.

01.07.1768 Johann Wolfgang von Goethe reist als Student an die Saar und besucht u.a. die Neunkircher Hütte.

20.08.1782 Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken verpachtet die Hütte zunächst an die französische "Société fermière Le Clere, Joly et Comp.".

1792 - 1794 Als Folge der Französischen Revolution von 1789 stoßen Truppen bis zum Rhein vor.

1793 Französische Truppen besetzen das ehemalige Fürstentum Nassau-Saarbrücken und lösen die Regierung auf. Das Gebiet wird an Frankreich angegliedert.

Die französische Regierung betrachtet alle Besitzungen auf dem Gebiet als Staatseigentum. Die Eisenhütten werden den jeweiligen Distrikten unterstellt.

ab 1797 Die Hütte wechselt mehrfach den Besitzer: Zunächst Verpachtung an die Firma Equer auf neun Jahre, dann Verkauf an C. F. Maes, der sie wiederum an Antoine Grégoire Michel aus Paris verkauft.

1798 Errichtung eines Saar-Departements.

09.03.1801 Friede von Lunéville: Loslösung des gesamten linksrheinischen Gebietes und Angliederung an die französische Republik.

Das Saar-Departement wird in vier Verwaltungsbezirke, Arrondissements, mit 34 Kantonen eingeteilt.

21.03.1806 Erwerb der Neunkircher Hütte durch die Brüder Stumm (Johann Friedrich, Friedrich Philipp und Christian Philipp), die Gründer der"Gebrüder Stumm OHG". Die Bezahlung erfolgt in drei Stufen zu je einem Drittel des Kaufpreises, am 21. April, 23. Juni und letztlich am 29. September.

Das Werk umfaßt zu diesem Zeitpunkt folgende Anlagen:

Die Produktpalette reicht von Reckeisen, Wagenachsen, eisernen Reifen bis hin zu Gußwaren wie Öfen und Geschirr.

Die Hütte besitzt das Recht auf alles Eisenerz der Herrschaft Ottweiler und beschäftigt rund 200 Arbeiter (Hüttenarbeiter, Erzgräber, Köhler und Holzarbeiter).

Die Gebrüder Stumm erwerben zur gleichen Zeit sowohl die Halberger als auch die Fischbacher Hütte.

1814/15 Im Zuge des Pariser Friedens und der staatlichen Neuregelung auf dem Wiener Kongreß fällt der größte Teil des heutigen Saarlandes an die preußische Rheinprovinz.

Die wirtschaftlichen Folgen für die saarländischen Hüttenbetriebe sind schwerwiegend: Der große Absatzmarkt Frankreich bleibt ihnen auf Grund hoher Zölle verschlossen.

31.12.1817 Die Stumm OHG übernimmt 40 % der Anteile an der "Kupfer-, Schwarz- und Weißblechfabrik zu Dillingen".

Dillingen verpflichtet sich, den Stumm'schen Unternehmen beim Kauf von Eisen Vorrang einzuräumen. Die Gebrüder Stumm verzichten im Gegenzug auf die Blechproduktion in ihren Werken.

1828 Die Stumm OHG erwirbt die Geislauterner Hütte und bringt sie in die Dillinger Hütte ein, die im Anschluß daran ihr Aktienkapital erhöht.

Die Gebrüder Stumm werden damit zu Hauptaktionären der Dillinger Hütte. Sie besitzen 60 % des Aktienkapitals.

1833 Karl Friedrich Stumm nimmt das erste saarländische Puddelwerk in Betrieb. Steinkohle löst Holz als wichtigsten Brennstoff bei der Verhüttung ab.

Inbetriebnahme des ersten Walzwerkes im Saargebiet. Der Betrieb erfolgt nach wie vor mit Wasserkraft, so daß die Erzeugung zunächst auf Feineisen und Draht beschränkt bleibt.

ab 1835 Karl Friedrich Stumm übernimmt im Oktober 1835 die alleinige Leitung des Werkes und baut in der Folgezeit die Hütte aus bzw. modernisiert verschiedene Anlagen:

Die Produktionspalette erweitert sich um Mittel- und Grobeisen, Flach-, Rund- und Vierkanteisen.

1845 Anlaufen der ersten Walzenstraße im Saargebiet für die Herstellung eiserner Eisenbahnschienen. Damit setzt die Massenproduktion ein, die auf lange Zeit die Existenz des Werkes sichern sollte.

1846 Auf den neu erworbenen Erzfeldern an der Lahn beginnt man mit der Förderung.

24.02.1848 Freitod Karl Friedrich Stumms.

Sein Schwager, Karl August Bernhard Böcking, wird Vormund der minderjährigen Söhne Karl Friedrichs und übernimmt als solcher die Firmenleitung.

ab 1848 Kontinuierliche Stärkung und Konsolidierung der Ertragskraft stehen im Vordergrund der Arbeit Karl Böckings.

Errichtung eines neuen Puddelwerkes bis 1854.

01.04.1858 Karl Ferdinand Stumm tritt in die Firma ein und übernimmt gemeinsam mit Karl Böcking die Firmenleitung.

1861 - 1864 Die Neunkircher Hütte produziert in diesen Jahren rund 33 % des deutschen Jahresverbrauches an Roheisen: 26.000 t.

1866 Ein neues Walzwerk nimmt seine Produktion auf, die alten Walzenstraßen erfahren eine Modernisierung.

Die Zahl der Puddelöfen hat sich auf 39 erhöht. Sie bestimmen die Leistungsfähigkeit der Walzwerke.

1870 - 1872 Bau einer betriebseigenen Koksofenanlage.

Herbst 1871 Karl Böcking tritt als Werksleiter ab und überläßt die Aufgabe nun allein dem im Jahre 1858 in die Firma eingetretenen Karl Ferdinand Stumm.

Karl Ferdinand Stumm erweist sich neben seiner unternehmerischen Tätigkeit auch politisch als ein äußerst aktiver Mann. U.a. ist er Abgeordneter im Reichstag des Norddeutschen Bundes und nimmt als Landwehroffizier zunächst am Krieg 1870/71 sowie später an den Friedensverhandlungen in Frankfurt teil.

ab 1876 Ausbau und Modernisierung der Produktionsanlagen, u.a.:

Daneben Stillegung der "Oberschmelz" und Kauf von Erzfeldern in Luxemburg und Lothringen.

Ende 1881 In Neunkirchen wird erstmals Thomasstahl erblasen.

ab 1882 Weitere Investitionen erforderlich: Neunkirchen soll das Universalwerk für jedes Walzwerkserzeugnis werden:

1885 Umrüstung des Thomasstahlwerkes, u.a. Einbau auswechselbarer Konverter.

Errichtung von vier neuen Winderhitzern nach Cowper.

1885/86 Die Investitionen zahlen sich aus: Neunkircher Walzerzeugnisse werden auf den Weltausstellungen in Antwerpen bzw. Chicago ausgezeichnet.

1886 Ein neues Drahtstahlwalzwerk nimmt seine Produktion auf.

1887/88 Bau und Inbetriebnahme eines Blockwalzwerkes direkt neben dem Stahlwerk.

01.04.1888 Die "Gebrüder Stumm OHG" wird in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt: "Gebrüder Stumm KG".

Der persönlich haftende Gesellschafter ist Karl Ferdinand Stumm.

1888 Karl Ferdinand Stumm, auch "König Stumm" genannt, wird von Kaiser Wilhelm II. in den erblichen Freiherrnstand erhoben und erhält das Recht seinem Namen den Zusatz "-Halberg" anzufügen.

1890 Der Ausbau des Werkes schreitet rasch voran:

Bau eines Hochofenwerkes in Ueckingen, bei Diedenhofen, nahe der firmeneigenen Erzfelder in Lothringen. Ausbau in den kommenden acht Jahren. Insgesamt werden fünf Hochöfen im Laufe dieser Zeit errichtet.

1892 Kaiser Wilhelm II. besucht das neugotische Schloß der Familie Stumm auf dem Halberg sowie die Neunkircher Hütte.

1900 Neunkirchen produziert 289.000 t Roheisen im Jahr, doppelt so viel wie im Jahr 1888. Die Belegschaft hat sich jedoch nur um etwa ein Drittel erhöht.

08.03.1901 Todestag Karl Ferdinands Freiherr von Stumm-Halberg. Sein Tod bringt einige Veränderungen in der Unternehmensführung mit sich, da Karl Ferdinand keinen männlichen Erben hinterläßt.

04.04.1901 Theodor Zilliken und Fritz Horn, ehemalige Generaldirektoren der Firma, treten als persönlich haftende Gesellschafter in die Firma ein und übernehmen die kaufmännische bzw. technische Leitung des Unternehmens.

1901 Kauf der Grube Achenbach bei Dortmund, um das Werk in Ueckingen nicht von einer fremden Kohlenquelle abhängig zu machen.

1901/02 Errichtung von zwei neuen Hochöfen, mit einer Tagesleistung von jeweils 130 t.

31.03.1903 Umwandlung der Firma in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung: "Gebrüder Stumm GmbH".

An die Spitze des Aufsichtsrates tritt der Bruder Karl Ferdinands, Freiherr Ferdinand von Stumm. Die Herren Zilliken und Horn leiten das Unternehmen.

01.09.1904 Fritz Horn scheidet aus dem Unternehmen aus. Theodor Zilliken obliegt nun alleine die Firmenleitung.

1905 Die Jahresgesamtproduktion an Roheisen in den Werken Neunkirchen und Ueckingen beträgt 393.000 t.

Das Werk in Neunkirchen beschäftigt insgesamt 4.491 Hüttenleute.

ab 1910 Grundlegende Modernisierung des Walzwerkes. Maßnahmen:

August 1914 Ausbruch des Ersten Weltkrieges: Ein Großteil der Arbeiter wird zum Heeresdienst einberufen.

Umstellen der Produktion auf Rüstungsmaterialien.

Frauen, und vor allem russische Gefangene, ersetzen zum Teil die fehlenden Arbeiter.

1916 - 1919 Errichtung eines Siemens-Martin-Stahlwerkes (SM-Stahlwerk) mit 35-t-Öfen.

1918/19 Die Folgen des Krieges sind nicht unerheblich:

Dezember 1919 Ferdinand von Stumm legt gleichzeitig den Vorsitz im Aufsichtsrat nieder und zieht sich aus dem Unternehmen zurück.

Zwangsversteigerung des Hochofenwerkes Ueckingen und des Erzbesitzes in Lothringen am 31. des Monats. Die französische Gruppe "S.A. des Forges et Aciéres de Nord et Lorraine" wird neuer Eigentümer.

14.04.1920 Verkauf von 60 % der Anteile am Neunkircher Werk an die Gruppe Nord et Lorraine.

Gründung der "Neunkircher Eisenwerk AG vormals Gebrüder Stumm".

1926 Die französischen Aktionäre verkaufen rund 66 % ihrer Anteile, d.h. 40 % des gesamten Aktienkapitals, an die "Eisen- und Hüttenwerke AG" aus Köln, die sich im Besitz von Otto Wolff befindet.

ab 1926 Der neue Aktionär realisiert ein Modernisierungsprogramm mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Reichsmark:

10.02.1933 Schwere Unfallkatastrophe: Ein Zündfunke verursacht bei Reparaturarbeiten die Explosion des nahe der Kokerei stehenden über 70 m hohen Gasometers: 65 Todesfälle sind zu beklagen, über 90 Verletzte werden gezählt, 170 Wohnungen sind zerstört und über 700 Bewohner werden auf einen Schlag obdachlos.

Auf Grund der Katastrophe erfolgt die rasche Realisierung des bereits geplanten Wohnungsbauprojekts "Rote-Kreuz-Siedlung" am Steinwald.


"Auf dem Weg zur Schicht zwischen Martinstahlwerk und Blockwalzwerk" aufgenommen von "Hehmke-Winterer" (Düsseldorf) in der Neunkircher Eisenwerk AG um 1936. Stadtarchiv Neunkirchen
Quelle: link Dokumentation der Saarländischen Industriefotografie

1935 - 1941 Umfangreiche Modernisierungen werden durchgeführt. Insgesamt werden 45,5 Millionen Reichsmark investiert:

01.09.1939 Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Die Stadt wird überfüllt mit Militärs, Westwall-Arbeitern und Evakuierten.

Der Betrieb der Hütte kann fortgeführt werden, da Frauen die einberufenen Männer ersetzen.

bis 1945 Das Werk wird insgesamt zehnmal zum Ziel schwerer Bombenangriffe.

Am 30.11.1944 fallen allein 1.285 t Bomben auf die Hütte. Die Produktion kommt völlig zum Erliegen, das Werk liegt in Trümmern.

21.03.1945 Amerikanische Truppen besetzen das Werk.

Juni 1945 Das Saarland wird französische Besatzungszone.

Das Neunkircher Eisenwerk wird unter Sequesterverwaltung gestellt.

Energie- und Materialmangel verhindern einen raschen Wiederaufbau der zerstörten Anlagen.

08.03.1946 Das Hüttenkraftwerk wird wieder in Betrieb genommen.

28.02.1947 Die ersten 40 Öfen der Kokerei werden gezündet.

1949 Beginn mit dem Wiederaufbau des eigentlichen Hüttenbetriebes nach Freigabe von Mitteln aus dem Marshall-Plan.

Im März nimmt das SM-Stahlwerk die Arbeit wieder auf.

Am 01.07.1949 übernimmt Generaldirektor Georges Thédrel die Sequesterverwaltung.

15/16.07.1950 Im Rahmen einer groß angelegten Feier werden am 15.07. die ersten beiden Hochöfen (III + IV) entzündet. Einen Tag später werden beide Öfen angeblasen und damit in Betrieb genommen.

Die Roheisenerzeugung beträgt in diesem Jahr beachtliche 158.952 t.

1953 Die Roheisenerzeugung erreicht mit 693.307 t ihren bis dahin höchsten Stand.

23.10.1955 Saarreferendum: 67,7 % entscheiden sich gegen das Saarstatut.

Daraufhin wird die Sequesterverwaltung aufgehoben. Die Vorkriegsbesitzer Otto Wolff und Gebrüder Stumm erhalten mit je 50 % ihr Eigentum zurück.

1958 Errichtung einer neuen Blockstraße.

1961 Das Neunkircher Eisenwerk produziert in diesem Jahr 900.000 t Rohstahl. Die Zahl der Beschäftigten beläuft sich auf 9.500.

1962 - 1967 Durchführung notwendiger Modernisierungen:

Insgesamt werden bis 1967 über 280 Millionen Mark in die Hütte investiert.

1970 Bau eines Scheibengasbehälters von 80.000 m3 Nenninhalt bei einem Durchmesser von 41 m und einer Höhe von 68 m.

1972 Inbetriebnahme einer neuen Feinstahlstraße, eine der modernsten ihrer Zeit.

1974 Erzeugt werden 1,07 Millionen Tonnen Roheisen, 1,29 Millionen Tonnen Rohstahl und 1,05 Millionen Tonnen Walzwerkfertigerzeugnisse.

Die Zahl der Beschäftigten beträgt zu Beginn des Jahres 1975 rund 8.800.

08.08.1976 Inbetriebnahme eines Oxygen-Boden-Maxhütte-Stahlwerkes (OBM-Stahlwerkes). Drei OBM-Konverter übernehmen die Produktion von sechs Thomaskonvertern und drei S-M-Öfen.

Die Zeit des Thomasstahls ist zu Ende.

Insgesamt wurden in Neunkirchen rund 37 Millionen t dieses Stahls erzeugt.

1977 Ein schweres Jahr: Die europäische Stahlproduktion sinkt um 19 %.

Die Neunkircher Hütte ist zudem vom Konkurs des Stumm-Konzerns betroffen. Die zur Otto-Wolff-Gruppe gehörende "Eisen- und Hüttenwerke AG" nutzt ihre Option auf den Stumm-Anteil von 50 % der Aktien am Neunkircher Eisenwerk nicht.

Mitte des Jahres erwirbt die zur MABANAFT-Gruppe, damals die größte freie Ölhandelsgesellschaft in Europa, gehörende Marquard und Bahls GmbH & Co. die "Stumm AG".

Alle saarländischen Hüttenwerke sind von der Krise betroffen. Die Notwendigkeit eines Restrukturierungskonzeptes tritt immer deutlicher hervor.

März 1978 Die ARBED Luxemburg übernimmt von den beiden Anteilseignern der "Neunkircher Eisenwerk AG"", der "Eisen- und Hüttenwerke AG" und der "Stumm AG", je 48,5 % der Anteile.

Die restlichen 3 % verbleiben je zur Hälfte bei den ursprünglichen Besitzern.

18.12.1978 Verabschiedung eines Restrukturierungsprogramms durch die Geschäftsleitungen der "Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH" und der "Neunkircher Eisenwerk AG"" unter Mitwirkung von Bund, Land und Gewerkschaften. U.a. werden folgende Maßnahmen beschlossen:

Zwischen ARBED Luxemburg und die saarländischen Langproduktehersteller wird die "ARBED-Finanz Deutschland GmbH" (AFDG) geschaltet, die als 100 %ige ARBED-Tochtergesellschaft alle Anteile der zum ARBED-Konzern gehörenden und in der Bundesrepublik gelegenen Unternehmen hält.

1980 Die europäische Stahlindustrie verzeichnet erhebliche Absatzeinbußen bei gleichzeitig gravierenden Erlösrückgängen. EG legt Produktionsquoten und Mindestpreise fest.

Das Neunkircher Eisenwerk stellt die Produktion von Röhrenstreifen im Nordwerk ein.

1981 Weitere Einsparungs- und Produktionsbereinigungsmaßnahmen sind notwendig:

27.02.1982 Stillegung des Hochofens IV.

Mitte 1982 Anpassung des Restrukturierungsprogramms aufgrund der sich verschlechternden Absatz- und Erlössituation.

Fusion der "Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH" mit der "Neunkircher Eisenwerk AG" zu "ARBED-Saarstahl GmbH" im Juni 1982.

Inbetriebnahme der zweiten Baustufe des neuen Blasstahlwerkes in Völklingen.

Stillegung der Flüssigphase in Neunkirchen am 29. Juli. Das Stahlwerk und die Straßen erster Hitze stellen am gleichen Tag die Produktion ein. Die Kokerei folgt am 31. des Monats. Die Feinstahlstraße und die Drahtstraße produzieren jedoch weiter.

Zwischenbilanz der Neuordnung:

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