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letzte Änderung: 23/2/2005


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Aus der Geschichte der Grube Heinitz
mit der frühesten Gewinnung von Steinkohle in Deutschland
Quelle: link heinitz.tnmsoft.com

  • 7./6.Jh.vor Chr. – Abbau von Kännelkohle im Flöz Tauentzien am Riedberg im Felde der ehemaligen Grube Heinitz zur Herstellung von Schmuck für die Keltenfürstin von Rubenheim. Prof. Dr. Kolling legt aufgrund anderer Grabbeigaben die eindeutige Datierung fest. Frau Dr. Helga Engel, Illingen, fertigt die petrographischen Analysen an und findet durch Vergleichsuntersuchungen heraus, daß das Rohmaterial (die Kännelkohle) für die Schmuck - Perle der Fürstin im Flöz Tauentzien gewonnen wurde. Dr. Schröder, Riegelsberg (Uni Saarbrücken), hat die entsprechende Vergleichsprobe auf der Grube Heinitz anläßlich einer Grubenfahrt beschafft. Untersuchungen im Rißwerk der Königlich Preußischen Steinkohlengrube Heinitz zeigen im Bereich des Ausgehenden des Flözes Tauentzien verschiedene Flözlücken, die bei der Aufnahme des systematischen Abbaues in den Jahren 1851 / 52 angefahren und vom sonstigen lückenlosen Abbau ausgespart wurden. Dies müssen die einstigen Abbaustellen der früheren Zeit gewesen sein.
  • 3. Jh. nach Chr. – Gewinnung von Kännelkohle am Riedberg zur Herstellung der als Grabbbeigaben gefundenen Armringe der Ursula von Roden. Prof. Dr. Weisgerber et al. (Bergbaumuseum, Bochum) hat hierfür die entscheidenden Hinweise erarbeitet und Untersuchungen angeregt. Den grundlegenden Arbeiten von Prof. Dr. Weisgerber, Prof. Dr. Kolling und vieler Heimatforscher in den einzelnen Steinkohlerevieren Deutschlands ist es zu verdanken, daß der Beginn der Steinkohlengewinnung in Deutschland untersucht wurde und schließlich auch eine zeitliche Einordnung entstand. So war im Saarland noch im 1.Jh. vor Chr. ein Steinkohlebrocken als Rest eines Leichenbrandes gefunden worden . Wahrscheinlich handelt es sich dabei um Kohle aus der Flözgruppe der "Sulzbacher Schichten". Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von römerzeitlichen Kohlefunden im Saarland: Neunkirchen (Kasbruch), Schwarzenacker, Wittersheim, Brebach, Saarbrücken, Beckingen, Pachten (Kolling). Im 2.Jh. nach Chr. wurde wahrscheinlich aus einem Flöz der Inde - Mulde an der niederländischen Grenze (Aachener Revier) Kohle für eine Eisenschmelze gewonnen (Weisgerber) .Aus dem 2./3. Jh. nach Chr. wurden von einem germanischen Schmiedefeuer in Essen - Überruhr Steinkohlenreste gefunden, die aus den Flözen zwischen Essen - Werden und Dahlhausen stammen. (Weisgerber).
  • 1750 - 1780 – Kohlengrube im Weilerbachtal in Betrieb.
  • 1793 – Kartierung des Bergbauortes Kohlgrabenhausen am Riedberg
  • 12.7.1847 – Der Preußische Bergfiskus schlägt den Heinitzstollen ins Liegende an.
  • 1848 – Der Heinitzstollen ins Hangende wird angesetzt. Verkokungsversuche laufen an.
  • 1850 – Erster regelmäßiger Abbau. Zechenhaus, Schmiede, eine Steigerwohnung und ein Pulverthurm werden erstellt. Das Flöz Tauentzien wird im Heinitzstollen angefahren. Zum Heinitzstollen ins Hangende wird aus dem Binsenwiesenthal ein Gegenort angesetzt. Die Berge sollen im Binsenwiesenthal gelagert werden (Halde).
  • 7.9.1850 – Der erste Kohlenzug im damaligen Saarland verläßt den Bahnhof Heinitz.
  • 1851 – Die neue Anlage wird unter dem Namen 'Heinitz' selbständige Grube. Schacht I wird angesetzt. Locomobile von 5 Pferdekräften im Einsatz. Erste Bauprämien an Bergleute verteilt. Gebaut wird in Spiesen, Landsweiler, Schiffweiler, Wiebelskirchen.
  • 1852 – Heinitzschacht II angesetzt, Pferdestall, Kohlenwäsche, Weg nach Spiesen gebaut. Colonie Elversberg entsteht mit Bau des Schlafhauses.
  • 1853 – am Schacht I eine liegende 45 pferdige Fördermaschine in Betrieb.
  • 1854 – Von den geplanten Mittelschächten wird Schacht I angesetzt, Maschinengebäude in Bau. Anlage eines Weges von Heinitz nach Bildstock.
  • 1855 – Die Mittelschächte erhalten den Namen 'Dechenschächte'. Schlafschuppen, Steigerwohnung gebaut. Erste Kohle nach Frankreich geliefert.
  • 1856 – Dechenschacht II angehauen, Bau einer Schmiede, eines Zechenhauses und einer Beamtenstube in Dechen, Weg von Heinitz nach Elversberg in Bau. Die ersten 8 Bergmannshäuser in Elversberg erstellt.
  • 1857 – Dechenschächte werden an die Bahnlinie Heinitz - Neunkirchen angeschlossen, zweiter Pferdestall erstellt. Weg von Bildstock nach Spiesen gebaut. Aus dem Kummelbrunnen im Ruhbachtal wird Wasser durch die Grube zum Pferdestall geleitet.
  • 1858 – Schlafhaus in Bildstock gebaut.
  • 1859 – Erste Trennung der Kohlen durch feste Rätter in Stück- und Grieskohle. Zweite Kohlenwäsche in Heinitz, Pulverturm in Dechen gebaut. Erste mechanische Setzmaschine in Betrieb genommen.
  • 1860 – Wetterschächte, Wetteröfen und Wetterriß werden eingeführt.
  • 1861 – In Heinitz- Dechen entsteht die Berginspektion VII.
  • 1863 – Stollen zum Freudelbrunnen in Auffahrung.
  • 1878 – Sieberei mit Lesebändern
  • 1882 – Die Berginspektion Heinitz erreicht eine Jahresförderung von mehr als 1 Mio t früher als die anderen Inspektionen an der Saar.
  • 1890 – Betrieb eines Gasmotors zur Stromerzeugung für Beleuchtungen
  • 1904/05 – Bau der Gasmaschinenhalle (Kokereigas - Kraftwerk)
  • 1904 – Elektroventilator im Binsenthalschacht in Betrieb
  • 1905 – Erster 500 KW Gasmotor in der Gasmaschinenhalle in Betrieb.
  • 1906 – Kraftversorgung der Grubenbetriebe wird von der Gaszmaschinenhalle Heinitz übernommen.Die Gemeinde Neunkirchen bezieht ihren Strom von der Grube Heinitz.
  • 1907 – Drei neue Gasmotore von je 1500 PS in Betrieb
  • 1908 – Die Berginspektion Heinitz hat in den letzten 60 Jahren mehr Kohle als jede andere Inspektion gefördert. Die Anlage beschäftigt 1908 6117 Arbeiter.
  • 1936 bis 1939 – weitgehender Neubau der Tagesanlagen von Heinitz und Dechen
  • 1962 – Grube Heinitz wird stillgelegt
  • 1968 – Grube Dechen wird stillgelegt


Kokereigasmaschinenzentrale erbaut 1909
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Grubenstraße, Sandsteinhäuser aus preußischer Zeit
(erbaut um 1900) © link heinitz.tnmsoft.com


Grubenstraße 101- 109 aus preußischer Zeit
(erbaut 1887 - 1891) © link heinitz.tnmsoft.com

Grube Heinitz
Quelle: link heinitz.tnmsoft.com


Das Stollenmundloch im Park in Heinitz
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Die preußische Staatsregierung unterstrich mit dieser Namensgebung die große Bedeutung des Königlichen Steinkohlebergwerks Heinitz. Nach sorgfältigen geologischen Untersuchungen wurde das Bergwerk mit dem Anschlag des Heinitzstollens im Jahre 1847 eröffnet. Die Kohle der Grube war wegen der relativ guten Verkokungsfähigkeit (Fettkohle) für den Einsatz in Hochöfen und vor allen Dingen für den Absatz in den süddeutschen Raum gedacht. Deshalb war der Anschluß der Grube an die pfälzische Ludwigsbahn besonders wichtig und von Anfang an mit den Eisenbahnbauern abgestimmt. Vom Grubenbahnhof Heinitz setzte sich der erste Zug am 7.September 1850 in Richtung Neunkirchen- Bexbach zur Ludwigsbahn noch mit bayerischem Personal in Bewegung. Dies war die erste Zugbewegung im damaligen Direktionsbezirk Saarbrücken. Die offizielle Einweihung der Bahnlinie Heinitz - Neunkirchen erfolgte erst am 15.9.1850. Von dem einst großen und modernen Bergwerk (1847 bis 1962) ist noch das Mundloch des ersten Stollens als Wahrzeichen von Heinitz übrig geblieben. Es liegt heute im Park an der Moselschachtstraße im Zentrum von Heinitz-Dechen.

Gruben und Stollen

Die Gruben Heinitz und Dechen
Quelle: link www.delfslotta.de

Bei der Generalbefahrung des Jahres 1843 entschloss sich der preußische Bergfiskus zur Errichtung einer Schachtanlage südwestlich von Neunkirchen. Im Vordergrund standen dabei Überlegungen, dass durch die geplante Bahnlinie Saarbrücken-Bexbach eine Absatzsteigerung für Steinkohlen erreicht werden könne. Die zunächst noch recht vagen Vorstellungen über den neuen Förderstandort nahmen konkretere Formen an, als im Jahr 1845 die divergierenden Interessen innerhalb des Saarbrücker Eisenbahnkomitees zugunsten einer übergeordneten staatlichen Lenkung des Eisenbahnbaues überwunden wurden. Am 12. Juli 1847 konnte endlich mit den Arbeiten am Vortrieb eines Stollens im Bereich des oberen Holzhauertales begonnen werden, der nach dem preußischen Staatsminister und Chef des Bergwerks- und Hüttendepartements Friedrich Anton Freiherr von Heinitz (1725- 1802) benannt wurde. Der kombinierte Förder- und Wasserlösungsstollen, dem zudem die Wetterversorgung des zu erschließenden Kohlenfeldes zukam, wurde im Laufe der Jahre 1100 m weit vorgetrieben und schloss gute Kohlenvorräte auf.

Wesentlichste Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Grube war ein Anschluss der Anlage an das südwestdeutsche Eisenbahnnetz. Am 7. September 1850 war die Stichbahn, die den neuen Betriebspunkt Heinitz mit dem Bahnhof Neunkirchen verband, fertiggestellt. Die günstige Entwicklung der Grube ließ sich u.a. daran ablesen, dass sich innerhalb von nur drei Jahren die Belegschaft von 11 Hauern beim Anhauen des Stollens auf 690 Arbeiter im Jahre 1850 erhöht hatte und die Förderung von 108 t im Jahre 1850 auf über 10.000 t im Jahre 1852 angestiegen war. Nachdem im Jahre 1850 die erste Koksofenbatterie den Betrieb aufgenommen hatte, wurde die Grube im darauffolgenden Jahr von der Grube König abgetrennt und erhielt ihre Selbständigkeit. Der Ausbau schritt voran. 1851 setzte man dicht beim Stollenmundloch den Heinitz-Schacht l an, 1852 teufte man den Schacht Heinitz 2 unweit daneben ab. Über und unter Tage nahm man erhebliche Vergrößerungen der Tagesanlagen bzw. des Grubengebäudes vor. U.a. wurde 1855 der Schacht Heinitz 3 abgeteuft und mit einer repräsentativen Schachtturmarchitektur versehen. 1866 folgte der Heinitz-Schacht 4, den man in schmalen Dimensionen bis zur Saarsohle niederbrachte. Der Heinitz-Stollen war im Jahr zuvor als Förderbetriebspunkt eingestellt worden. 1855 förderte man mit einer Belegschaft von über 1.300 Mann bereits etwa 200.000 t Steinkohle und produzierte rd. 40.000 t Koks.

Die guten Ergebnisse der Grube Heinitz führten zur Errichtung einer neuen Grubenanlage. Ein Ministerialerlaß vom 21. September 1853 bestimmte, dass zur Steigerung der Förderung ein neuer Förderstandpunkt zwischen den Anlagen Heinitz und König eröffnet werden solle. Zwei Schächte wurden daraufhin in der Nähe des Waldbächer Weihers angeschlagen. 1854 begannen im unteren Holzhauertal die Abteufarbeiten am westlichen dieser sog. "Mittelschächte", 1856 wurde der zweite Schacht angehauen. 1855 taufte die Bergverwaltung den neuen Schachtstandort nach dem Direktor des Oberbergamtes Bonn, Oberberghauptmann Dr. Heinrich von Dechen (1800-1889), in Grube Dechen um. Am 29.12.1956 erfolgte die Anbindung der Grube an die Zweigbahn Neunkirchen-Heinitz. 1867 war schließlich der Schacht Dechen 3 niedergebracht worden. Er wurde unterhalb der Flottwellsohle in Ringen aus doppeltem Winkeleisen und T-Trägern verbaut und gilt als erster Schacht im Saarrevier, in welchem "Eiserner Ausbau" Anwendung fand.

Abgesehen von den enormen Wasserzuflüssen, die vor allem die Arbeiten auf der Anlage Dechen immer wieder behinderten, entwickelten sich beide Schachtanlagen in der Folgezeit ausgesprochen gut. Nach einem vorübergehenden Rückgang der Förder- und Belegschaftszahlen während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 ging der Abbau immer stärker in die Teufe und dehnte sich auf entferntere Gerechtsamsbereiche aus. Eine Vielzahl von Investitionen wurden getätigt. Der Schacht Heinitz 3 erhielt im Etatjahr 1883/84 ein 25 m hohes eisernes Seilscheibengerüst. Das vorhandene steinerne Schachtgerüst, ein sogenannter "Malakoff- Turm", hatte durch die 1875 aufgestellte, 600 PS leistende Zwillingsdampfmaschine starke Risse bekommen. Die Versuche, den Turm, der zum Wahrzeichen von Heinitz geworden war, dauerhaft zu sichern, schlugen fehl. Im Jahre 1912 wurde er abgebrochen.

Der Geisheck-Schacht l (1881 abgeteuft), der Geisheck-Schacht 2 (1897 abgeteuft), der Bildstock-Schacht (1887 abgeteuft), der Mosel-Schacht (1886 abgeteuft), der Eichen-Schacht (1911 abgeteuft; erster Name: Spülschacht, zweiter Name: Franzschacht), der Marsaut-Schacht (1911 abgeteuft; auch West-Schacht genannt) wurden niedergebracht. Als Folge davon avancierte die Anlage um die Jahrhundertwende zur größten Saargrube. 1900 erbrachten 5.500 Arbeiter eine Jahresförderung von 1,25 Mio t. Auch die Heinitzer Kokerei entwickelte sich zur größten Anlage im Saarrevier, nachdem man aus Rentabilitätsgründen die auf der Grube Dechen in den Jahren 1904/05 stillgelegt hatte. Gleichzeitig mit dem erfolgreichen Ausbau der Heinitzer Kokerei ging der Bau einer in diesem Ausmaß im Saarrevier bislang nicht gekannten elektrischen Gasmaschinenzentrale vor sich, in der man das Kokereigas zum Betreiben von Großgasmaschinen verwendete. Außerdem verbesserte man durch Untersuchungen den Koks hinsichtlich seiner Festigkeit, so dass er sich nunmehr zum Verhütten eignete.

In den 1930er Jahren setzten unter der Verwaltung der Saargruben AG weitere Modernisierungsmaßnahmen ein. Neue Kesselhäuser, Siebereien und Wäschen entstanden. Die Gestellförderung an den Hauptförderschächten Heinitz 3 und Dechen 2 wurde durch eine 7,5 t fassende Gefäßfördereinrichtung (Skipförderung) ersetzt. Im Jahr 1937 wurde zur Pressluftversorgung der beiden Grubenabteilungen Heinitz und Dechen eine gemeinsame Kompressorenanlage mit großen Turbokompressoren auf der Anlage Heinitz installiert. In den Strecken wurde der Holzausbau in großem Umfang durch eisernen Streckenausbau, bestehend aus einem mit den Saarhütten entwickelten, dreiteiligen Doppel-T-Streckengestell mit Flanschenverbindung im Metergewicht von 24,7 Kg, ersetzt. Zur Förderung in den Streben wurden die vorhandenen Hängerutschen durch Rollenrutschen ersetzt. Die in der Hauptstreckenförderung eingesetzten Benzollokomotiven wurden nach und nach von Diesellokomotiven abgelöst. Im Jahr 1938 erreichten beide Gruben im Zuge der Autarkiebestrebungen des Deutschen Reichs ihre größte Förderung und höchste Leistung. Die Grube Heinitz förderte mit 2.600 Mann fast l Mio t, die Grube Dechen mit 2.040 Mann rund 800.000 t Steinkohlen. Doch zeichnete sich bereits zu diesem Zeitpunkt ab, dass die Kohlenvorräte beider Gruben nur noch für eine begrenzte Zahl von Jahren ausreichen würden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestanden beide Gruben zunächst noch als selbständige Schachtanlagen weiter, wobei auf der Grube Heinitz vor allem die Kokereianlagen ausgebaut wurden. In der Zeit der Kohlenkrise wurden an der Saar die Fördermengen drastisch heruntergefahren und über weitgehende Betriebszusammenlegungen die Anzahl der Förderstandorte verringert. 1961 betrug die Jahresförderung der Grube Heinitz 864.956 Tonnen. Die Belegschaft zählte 2.659 Mitarbeiter und erbrachte eine Leistung von 1.925 Kg/Mann und Schicht. Ab Juli 1962 erfolgte auf der Grube Heinitz einschichtiger Betrieb mit der Konzentration auf die günstigsten Flöze der Grube. 900 freigewordene Arbeitskräfte wurden auf andere Gruben bzw. Saarbergbetriebe verlegt. Am 24. November 1962 legte man die Grube Heinitz still, während der Kokereibetrieb noch bis zum 4. September 1963 weitergeführt werden konnte. Am 1. Januar 1963 wurde die Grube Dechen der Betriebsdirektion König unterstellt. Gleichzeitig wurden die Strecken zum untertägigen Verbund der beiden Gruben angesetzt und aufgefahren. Am 19. August 1963 erfolgte der Durchschlag. Zur Förderung der Kohlen aus dem Feld der früheren Grube Dechen wurde der Wilhelm-Schacht 2 der Grube König bis zur 7. Sohle tiefergeteuft, rund -mit 5,50 Meter Durchmesser- neu ausgebaut und ins Lot gebracht. Mitte Juli 1963 erreichte der Schacht seine Endteufe. Mit der Stillegung der Tagesanlage Dechen konnte auch die 1939 in Betrieb genommene Seilbahn zum Transport der Rohwaschkohle zur Tagesanlage König abgeworfen werden. 1963, im letzten Jahr ihrer Selbständigkeit, beschäftigte die Grube Dechen insgesamt 1.746 Mitarbeiter. Die Jahresförderung betrug 629.048 Tonnen bei einer Schichtleistung von 2.154 Kg/Mann. Mit Wirkung vom 01. Januar 1964 wurde die Grube Dechen mit der Grube König zum Verbundbergwerk König-Dechen zusammengelegt.

weiter: Die Heinitzer Gaszentrale