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Furpach
letzte Änderung: 11/2/2008


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1937 – Gründung der Siedlung „Haus Furpach“

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70 Jahre Stadtteil Neunkirchen-Furpach
Rückblick eines Alt-Furpachers von 1937

Mittelalterliches Dorf Furtpach: Mit Beginn der fränkischen Zeit (800 n. Chr.) vollzieht sich unter Karl dem Großen mit dem kulturellen Aufschwung in unseren Landen auch eine Ansiedlungswelle.

In unserem Raum bezeugen Urkunden nördlich des Bliesknies (765 od. 893 nach Chr.) den Ort „Wibilischiricha”. Ab 1.000 nach Chr. folgen dann zahlreiche Waldrodungsdörfer. Von ihnen Kenntnis gaben meist erst 100 bis 200 Jahre nach der Dorfgrünung Schenkungs-, Besitzwechsel- oder auch Pfändungsurkunden.

So berichtete eine Urkunde 1234 erstmals von dem Dorf Forbach südlich des Kasbruchs. In der Schenkungsurkunde von 1234 „schenken der Graf Heinrich Castel (Blieskastel) und seine Frau Agnes von Castel der Kirche zu Wörschweiler (1131 Kloster Wörschweiler gegründet) den freien Weidegang in den Wäldern von Forbach”. Hier handelt es sich erstmals urkundlich um das von reichlich Wald umgebene Waldrodungsdorf an der Furt durch den Erlenbrunnenbach vor einer Weiheraufschüttung. Forbach/Furtpach leitet sich wohl vom germanische furten = durchschreiten ab. Eventuell befand sich aufgrund zahlreicher römerzeitlicher Funde (siehe Teil 1) schon zur Römerzeit hier eine Pferdewechselstation. Ob die späteren Funde auf der Südostseites des Weihers 1857 nach Dr. Friedrich Schöter („Histor.-antiquarischer Verein für Saarbrücken, St. Johann und Umgebung) „zur Rechten der nach Zweibrücken führenden Straße bei einer Erhöhung von 3 Fuß (= 1m heute) aufgegraben „aber nicht aufbewahrten Funde (heute Straßenseite des Friedhofparkplatzes Furpach) auf ein sehr frühes fränkisches Dorf hinweisen, ist Spekulation.

Schröter hält dazu fest: „das man ungefähr 200 zum Teil wohlerhaltene Gerippe menschlicher Leichname „fand” und da selbst die Fundamente eines Gebäudes herausgenommen wurden”, von dem damalige Augenzeugen (1857) meinten: „es sei eine Kapelle gewesen...” Nahe bei einem „ausgemauerten Brunnen” habe ein „dort herausgenommener Stein in „römischer Schrift die Jahreszahl DCCCLX (=860) getragen.

Für die Geschichtsforschung zählen Fakten, Funde und Urkunden, so hier die Urkunde von 1234 über Weiderechte und die etwa 38 interessanten anderen Urkunden mit wechselnder Schreibweise des Dorfnamens:

1289 Forpach
1418 Furpach
1429 Furtpach...

Ein Auf und Ab von Verpfändungen, Abfindungen und Wiedereinlösungen zeugt vom häufigen Wechsel der Dorfbesitzer / Teilbesitzer, wie: Heinrich von Castel (1234) – Heinrich von Salm (1279) – Ludwig von Homburg-Haut (Lothringen) – Bischof ­Burkhard von Metz (1289) – Bischof Balduin von Trier (1326) – Graf Friedrich von ­Saarwerden (1338) – Kloster Wörschweiler (1429).

Ein wirtschaftlicher Höhepunkt in diesem Hin und Her scheint für das Dorf Forpach mit eigenem Pfarrer (1346 Pfarrer Simon) und begüterter Kirche (heutiger Gemarkungsname „Pfaffental”) um 1350. Die Steuerliste des Dekanats Neumünster (Ottweiler – Diözese Trier) weist Furtbach 1357-1361 mit einer Jahressteuerabgabe von 6 Gross die gleiche Höhe wie das Dorf „Beckensbach” (Bexbach) und dreimal so viel wie das Nachbardorf Spiesen aus. Selbst als 1429 Graf Johann von Mörs – Saarwerden „wegen großer Schuldenlast” Forbach wieder einmal verpfändet „gehen in Furtbach 16 Pflüge”, beachtlich für ein damaliges Dorf. Im Pfandbesitz des Klosters Wörschweiler findet Furtpach dann etwa 100 Jahre eine Zeit ­(urkundlicher) Ruhe.

Als dann 1521 eine Urkunde die Wiedereinlösung des Dorfes durch Graf Ludwig von Saarbrücken vermerkt, durch die Heirat mit ­Erbtochter Katharina von Saarwerden wohlhabend geworden, bekundet diese Urkunde, das in Furpach „nur noch 1 Hofmann lebt”. Von dem einst begüterten mittelalterlichen Dorf ist nun nur noch ein kleiner Hof der Grafen von Saarbrücken vorhanden. Die Karte des Zweibrücker Geometers Tilemann Stella weist 1564 allerdings immer noch das niedergegangene Dorf mit Kirche auf, hinkt also den wirklichen Zeitläufen etwas hinterher.


Hofgut Furpach
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Stein von Furpach
Urkunde und Münzen