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Harlingen
letze Änderung: 10/1/2008


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Sehenswert:
Katholische Filialkirche St.Maria. Bemerkenswerter dreiachsiger Saalbau aus der Mitte des 18.Jhs mit dreiseitigem Chorschluß und eingeschwungenem Westturm; erbaut von Christian Kretzschmar (?). Verputzter Bruchsteinbau mit Pilastergliederung. Im Inneren zahlreiche Ausstattungsstücke des 18.Jhs sowie eine Maria mit Kind aus dem 15..Jh.
Quelle: link www.denkmal.saarland.de

Die Einbindung des Turmes in die Fassade erinnert im übrigen an fränkische Dorfkirchen à la Balthasar Neumann...

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Urkundlich wird Harlingen erstmals 1153 erwähnt (Harledingen). Harlingen weist auf eine Entstehung in der frühfränkischen Landnahme (500-550 n. Chr.) hin.

1153 hat Erzbischhof Hillin von Trier dem Augustinerkloster zu Merzig Güter in „Harledingen” übertragen. 1182 wurden diese Güter der Abtei Wadgassen übereignet, die in Merzig eine Propstei hatte. 1197 erfolgte die päpstliche Bestätigung der Besitztümer. 1459 existierte in Harlingen ein Rittergeschlecht „Johann von Harlingen”, auf die das Harlinger Wappen zurückgeht.

Das ursprüngliche Wappen zeigt ein auf den Kopf gestelltes abgerundetes Dreieck mit zwei abgekehrten Fischen. Die Schildfigur mit einem Helm, ein Symbol des Ritters Johann von Harlingen, weist auf die Tatsache hin, dass die Wappenträger ein Recht auf das Fischen und die Jagd hatten. In dem heutigen Wappen finden sich nur noch die zwei abgekehrten Fische.

Harlingen gehörte seit dem Mittelalter zum trierischen-lothringischen Kondominium Merzig-Saargau und kam 1778 an Kurtrier-Amt Merzig. Während der Zugehörigkeit zur französischen Republik und zum Napoleonischen Kaiserreich (1795-1814) unterstand es dem Saardepartement, Kanton Merzig. 1815 kam Harlingen zu Preußen und 1920 zum Saargebiet.

Diese Zeit prägte auch das Bild des Ortes. Vor allem Bauernhäuser des lothringischen Typs zierten den Ort. Der überwiegende Teil der Bevölkerung verdiente sich zu diesem Zeitpunkt seinen Unterhalt in der Landwirtschaft. Im Laufe des 2. Weltkrieges wurden viele Häuser zerstört. Der Wiederaufbau und die industrielle Wandlung der Region haben zu zahlreichen Um- und Neubauten geführt, die den lothringischen Häusertyp teilweise ersetzten. Erst durch das Bewusstsein das traditionelle Ortsbild zu erhalten, wurden die alten Bauernhäuser im ursprünglichen Stil restauriert. Sie prägen heute das Ortsbild von Harlingen entscheidend mit. Bei der Bebauung neuer Wohngebiete wurde stets darauf geachtet das Traditionelle mit dem Neuen homogen zu verbinden, um dem Ortsbild und dem Ortscharakter gerecht zu werden. 1983 erlangte Harlingen beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden „ die Goldmedaille. Auch bei der letzten Erweiterung des Ortes mit dem Baugebiet „In der Igelsheck „ wurde der ortstypische Charakter gewahrt. Der Brunnen „Liebfrauen-Bur” am Ende der Straße ist ein architektonisches Beispiel hierfür.

Mittelpunkt des Ortes Harlingen ist die Marienkapelle „Beatae Mariae Virginis”, ein Gebäude spätbarocker Baukunst, 1750 von Christian Kretschmar erbaut. Sie steht unter Denkmalschutz und gehört zu schönsten und wertvollsten Barockbauten im Saarland. Sie ist das einzige sakrale Bauwerk Kretschmarscher Kunst an der Saar. Seit ihres Bestehens ist sie ein religiöser Mittelpunkt für den Bietzerberg, die Kreisstadt Merzig und die Umgebung. Durch die kommunale Neugliederung im Saarland 1974 wurde Harlingen einer von 17 Stadteilen der Kreisstadt Merzig. Zusammen mit Menningen und Bietzen bildet Harlingen die sogenannten Bietzerberggemeinden.

Quelle: link www.harlingen-saar.de