Grube Merchweiler
66589 Merchweiler, Kreis Neunkirchen
erstellt am 12/2/2005

Pingen, Schürfe und Hohlwege sind Relikte eines alten Bergbaus. Das seit dem 14. Jahrhundert mit der Herrschaft belehnte Geschlecht der Reichsgrafen von Kerpen hatte im Jahre 1754 die Genehmigung zum Betrieb einer landesherrlichen Steinkohlengrube im Illinger Wald erteilt. Neben dieser Illinger Grube bestand seit dem Jahr 1765 eine zweite Grube, die der Besitzer der neu errichteten Glashütte zu Merchweiler betrieb. Eine um 1800 gegründete Rußhütte verwertete deren geringwertige Kohlen. Im Jahre 1821 wurden die beiden Gruben vereinigt und unter dem Namen Grube Merchweiler weitergeführt.

Reste dieser frühen bergbaulichen Aktivitäten sind die im Waldgebiet zwischen Altsteigershaus und dem Itzenplitzer Weiher lokalisierbaren Kohlelöcher. Dort, wo die kohleführenden Schichten an der Tagesoberfläche ausstrichen, gingen die Kohlengräber mit primitivem Gezähe, zumeist Feldhacken und Spaten, in den Berg. Die Gewinnungsorte wurden so lange genutzt, bis die Flöze mit den damaligen technischen Mitteln nicht weiter abgebaut werden konnten und zusammenbrachen oder aber die entstandenen Hohlformen voll Wasser liefen. Die im Zuge dieses "wilden Kohlegrabens am Flözausgehenden" entstandenen trichter- oder grabenförmigen Kohlelöcher werden "Pingen" genannt. Im Raum zwischen dem Altsteigershaus und dem Itzenplitzer Weiher haben sich über 350 solcher Hohlformen erhalten. Sie stellen das beste Ensemble von Zeugnissen der frühen Kohlegewinnung im gesamten Saarbergbau dar. Es bedarf jedoch des Hinweises, dass in den Notjahren des Zweiten Weltkrieges bis hinein in die 1960er Jahre in diesem Waldgebiet nochmals nach dieser überlieferten Gewinnungsmethode nach Kohlen gegraben worden ist. So erklärt sich auch der gute Erhaltungszustand vieler der hier lokalisierbaren Pingen.

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