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Heckendalheim
letzte Änderung: 7/1/2008
 
rot = Römerstraße Metz – Saarbr. – Worms
 

BliesgausaarlandbilderKarteOrtsverzeichnis
Römerstraßen

Abendstimmung am Römerweg

29.3.2003


29.3.2003

Geschichte Quelle: link www.hassel-saar.de

Ursprünge

Eine frühe Besiedlung durch den keltischen Stamm der Mediomatriker, die zur La-Tène-Zeit die Region bewohnten, ist wahrscheinlich, wenn auch nicht erwiesen. Die günstige Lage des Dorfes mit den drei wasserreichen Tälern, die nach Norden und Osten geschützt und nach Süden offen sind, sowie die dazwischen liegenden fruchtbaren Höhenrücken sind jedenfalls eine ideale Voraussetzung für eine bäuerlich orientierte Besiedlung.

Umfangreiche Funde von Münzen und Terra-Sigillata-Scherben sowie Siedlungsreste belegen die Existenz römischer Einzelgehöfte auf der gesamten Gemarkung von Heckendalheim.

Der Namensbestandteil «heim» ist typisch für Dörfer, die während der fränkischen Landnahme im 6. - 7. Jahrhundert besiedelt wurden. Auch Grabfunde aus dem 7. Jahrhundert (Ponsheimer Hof) beweisen die Besiedlung der umliegenden Gegend durch die Franken. Heckendalheim als Dorf könnte also um das Jahr 600 zur Zeit der Merowinger entstanden sein. Entsprechende archäologische Funde im Dorf selbst oder schriftliche Belege aus der Frankenzeit liegen zwar nicht vor, nach 780 ist aber generell keine Neugründung eines Ortes mit der Endung «heim» mehr nachzuweisen.

Aufgrund der mangelnden Beweislage bleibt jedoch für das offizielle Alter von Heckendalheim bis auf weiteres die erste urkundliche Erwähnung von 1342 maßgebend.

Mittelalter

Ursprünglich siedeln in der Gegend freie fränkische Bauern.

Im 9. Jahrhundert treten erstmals adelige Grundherren auf. Ab dem 12. Jahrhundert ist wie im restlichen Deutschland das Lehnsrecht für die soziale Ordnung bestimmend.

Der Bliesgau, zu dem Heckendalheim gehört, steht unter der Herrschaft einer Vielzahl verschiedener Bistümer (u.a. Metz), Grafen und adeliger Grundherren, bis die Gegend schließlich 1444 zu Kurtrier gelangt.

Zur Verwaltung setzt der Erzbischof von Trier einen Amtmann in Blieskastel ein. Dieser ist zuständig für das Eintreiben der Steuern, und in Vertretung des Kurfürsten ist er auch oberster Gerichtsherr.

Frühe Neuzeit

Auch in der Zeit von 1534 bis 1814 wechselt Heckendalheim immer wieder den Besitzer.


Grenzstein der Umringmarkierung

Die Herren von Steinkallenfels, die Grafen von Nassau-Saarbrücken und die Herren von Eltz streiten sich in jahrelangen Gerichtsprozessen und Kleinkriegen um die Herrschaftsrechte. Am 26. April 1655 verkauft Wolf Henrich von Steinkallenfels aus Geldmangel schließlich die Rechte und das Eigentum der Dörfer Heckendalheim und Ommersheim an den Kurfürsten Karl Kaspar von der Leyen. Der Kaufpreis liegt bei 2100 Reichstalern und einem Fuder Moselwein, was in dieser Gegend zu dieser Zeit etwa 1000 Litern entspricht. In den entsprechenden Urkunden taucht erstmals die Erweiterung des Ortsnamens zu «Hecken»-Dalheim auf.

Die neuen Herren finden ein vom 30-jährigen Krieg verwüstetes und menschenleeres Dorf vor. Aber schon 1661 beginnt die Neubesiedlung, 1690 leben wieder sieben Familien in Heckendalheim. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung beginnt, und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts leben wieder 143 Menschen im Dorf.

1786 wird die Leibeigenschaft durch die in Blieskastel residierende Gräfin Marianne von der Leyen aufgehoben. 1793 muss die Gräfin vor den französischen Revolutionsheeren fliehen.

Eine bis heute gut sichtbare Folge der nun beginnenden französischen Herrschaft sind die Banngrenzsteine, deren Lage zu einem wesentlichen Teil auf die erste aktenkundige Vermessung von 1802-1805 zurückgeht. In dieser Zeit wird erstmals ein kompletter «Umring» aus 55 Grenzsteinen um den Heckendalheimer Gemeindebann festgelegt, der bis heute als Gemeindegrenze gültig ist. Der zugehörige Plan trägt das Datum "26 Germinal an 13" des französischen Revolutionskalenders, das ist der 16. April 1805.

Die bayerische Zeit

In der Folge des Wiener Kongresses wird Heckendalheim ab 1816 dem bayerischen Königreich zugesprochen. Diese Epoche endet mit dem ersten Weltkrieg 1918. Aus dieser Zeit stammen die Gemeindefarben weiß-blau.

Nach dem ersten Weltkrieg

Für die Zeit nach dem ersten Weltkrieg ist auch für Heckendalheim die besondere Geschichte des Saarlandes bestimmend.

Die Installation des Ortsnetzes für Licht und elektrischen Strom erfolgt 1921/1922.

Am 11. Juli 1932 wird das neue Schulhaus eingeweiht. Das alte Schulhaus von 1840 war für die wachsende Dorfgemeinschaft zu klein geworden.

Der zweite Weltkrieg

Der Westwall

Besonders erwähnenswert ist der Westwall, der von September 1938 bis August 1939 erbaut wird und mitten durch das Dorf führt. Heckendalheim nimmt bei damals rund 700 Einwohnern ungefähr 500 Westwallarbeiter auf. Der Bau des Westwalls bringt dem Dorf vorübergehend einen wirtschaftlichen Aufschwung bspw. für die Gastronomie, die Fuhrunternehmer und die Vermieter von Schlafstellen.

Die heute überwachsene Höckerlinie und die gesprengten Bunker sind an vielen Stellen noch gut sichtbarer Teil des Dorfbildes. An diesem Abschnitt des Westwalls findet am 15. März 1945 eines der heftigsten Artilleriegefechte des zweiten Weltkriegs statt. Zwar ist Heckendalheim nicht das direkte Ziel dieser Angriffe. Trotzdem ist das Dorf durch die Lage am Westwall von den Kriegsereignissen stark betroffen.

Die Evakuierungen

Heckendalheim liegt wie andere Orte des Grenzgebietes auch in der sogenannten Roten Zone, die bei Beginn des Krieges von der Zivilbevölkerung geräumt werden muss.

Diese erste Evakuierung beginnt bereits am 29. August 1939, also drei Tage vor dem eigentlichen Kriegsbeginn. Bis auf die Feuerwehr und einen Notdienst werden alle Bewohner des Dorfes nach Eulenbis bei Kaiserslautern abtransportiert. Nach drei Tagen in dem völlig überfüllten Ort geht die Reise mit dem Zug weiter nach Franken, Kurhessen, Thüringen und Oberfranken (z.B. Ludwigschorgast und Weidenberg). Auch das zurückgelassene Vieh wird abtransportiert, teilweise ins Landesinnere, teilweise wandert es auch in die Schlachthöfe. Die Heckendalheimer Bauern sehen ihr Vieh nicht wieder.

Ab August 1940 erhalten die Evakuierten die Erlaubnis zurückzukehren.

Mit dem Näherrücken der Front im Herbst 1944 wird die Bevölkerung ein zweites Mal evakuiert.

Umgestaltung der Ortsmitte

In die Zeit der Rückkehr der Bevölkerung aus der ersten Evakuierung im August und September 1940 fällt die «Verschönerung» des Ortes durch die Organisation Todt. Die OT hat den Auftrag, mitten in Heckendalheim einen großen Platz anzulegen. Weil dem Plan aber Häuser im Weg stehen, müssen etliche bewohnte Gebäude, darunter auch das alte Schulhaus von 1840 (im Bild unten), abgerissen werden. Dies geschieht unter teilweise dramatischen Umständen ohne Rücksicht auf die Bevölkerung und führt zum unwiederbringlichen Verschwinden eines liebenswerten Teils des alten Dorfs.

In den 1960er Jahren werden im Rahmen der Dorfplatzerneuerung weitere Häuser abgerissen.

Das Kriegsende

Zwischen Weihnachten und Neujahr 1944 werden die Männer aus der Evakuierung zum Volkssturm nach Heckendalheim zurückbeordert. Die meisten Volkssturmmänner sind Bergleute und verfügen über keine soldatische Ausbildung. Dementsprechend werden sie vor allem zum Schanzen, zur Objektsicherung, im Instandsetzungsbereich und als Wache an der Panzersperre im Unterdorf und der Straßensperre im Oberdorf in der damaligen Adolf-Hitler-Straße (heute St. Ingberter Str.) eingesetzt.

Heckendalheim ist durch die exponierte Lage am Westwall besonders gefährdet. In der Nacht vom 14. auf den 15. März 1945 beginnt heftiger Artilleriebeschuss durch die Amerikaner, der nicht nur auf den Westwall gerichtet ist. Viele Häuser des Dorfes werden zum Teil schwer beschädigt.

Zwischen dem 16. und dem 19. März ist Heckendalheim mehrmals in amerikanischer Hand, massiver deutscher Widerstand verhindert jedoch die Besetzung des Dorfes durch die Amerikaner. Erst am 19. März ist der Widerstand gebrochen und die Amerikaner gehen von Haus zu Haus, um die verängstigte Bevölkerung aus den Kellern zu holen.

Am 20. März gelingt im Zuge dieses Angriffs der Durchbruch durch den Westwall im Ensheimer Tal. Der Krieg ist in Heckendalheim damit zu Ende. Es dauert jedoch bis zum Dezember 1949, bis der letzte Kriegsgefangene die Heimat wieder sieht, und 53 Gefallene oder Vermisste sollten nie wieder nach Heckendalheim zurückkehren.

Die Nachkriegszeit


Kirche "St. Josef"

In den Jahren 1952 und 1953 wird unter großer Mitwirkung der Bevölkerung die neue Kirche erbaut. Die zum Bau verwendeten Sandsteine stammen aus Heckendalheimer Steinbrüchen, der Transport der Steine erfolgt durch einheimische Landwirte und Fuhrunternehmer. Die Überreste der Höckerlinie finden als Fundament der Kirche eine neue Verwendung. In einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion hilft das ganze Dorf beim Bau mit. Die Einsegnung der Kirche kann am 30. August 1953 (genau ein Jahr nach der Grundsteinlegung) vorgenommen werden.

1957 wird das Saarland als 11. Bundesland in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert.

Das neu gebaute Dorfgemeinschaftshaus, dem man den vorherrschenden zweckmäßigen Baustil jener Zeit deutlich ansieht, wird 1968 eingeweiht.