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Sehenswürdigkeiten:
Klosterruine - 13./18.Jh., Naturbühne

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Grabmal Elisabeth von Blieskastel († 1273)


© Harald Schuster – 1/5/2003


© link www.derbliesgau.de


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Der Marienwallfahrtsort Gräfinthal entstand Mitte des 13. Jahrhunderts, als Gräfin Elisabeth von Blieskastel hier aus Dankbarkeit ein Wilhelmitenkloster stiftete.

Nach der legendenhaften Überlieferung wurde die Gräfin zuvor durch das Gnadenbild eines Einsiedlers von einem Augenleiden geheilt. Bei diesem Gnadenbild dürfte es sich um das einzigartige Vesperbild „Unsere liebe Frau mit den Pfeilen“ handeln, das sich heute in der Heilig-Kreuz-Kapelle beim Wallfahrtskloster Blieskastel befindet.

Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte wurde die Klosteranlage wiederholt zerstört oder beschädigt. Eine Blütezeit mit umfangreicher Bautätigkeit erlebte das Kloster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bedeutender Förderer war der vertriebene König von Polen und spätere Herzog von Lothringen Stanislaus Lesczynski, der von 1714 bis 1718 im Asyl in Zweibrücken lebte und seine 1717 verstorbene Tochter Anna in der Klosterkirche Gräfinthal beisetzen ließ. In diese Zeit fällt unter anderem der Wiederaufbau der Konventgebäude (Portal mit Jahreszahl 1714) und der Klosterkirche selbst, deren Westportal 1719 datiert ist.

Der Gräfinthaler Konvent bestand bis 1785, wurde auf eigenen Wunsch aufgelöst, in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt und übersiedelte nach Blieskastel. Das leerstehende Kloster, aus dem 1793 die noch verbliebenen Ausstattungsstücke versteigert wurden, verfiel danach zunehmend.

1803 erwarb Jean-Baptist Mathieu, Kaufmann und späterer Bürgermeister von Saargemünd, das inzwischen ruinöse Anwesen, um hier eine Seidenfabrik einzurichten, die jedoch schon bald darauf ihren Betrieb einstellen musste. Im Chor der Kirchenruine ließ Mathieu die heutige Kapelle errichten, in der er 1842 auch bestattet wurde. Im Jahr 1888 erwarb ein zu diesem Zweck gegründetes Komitee die Kapelle, um sie als Schenkung wieder in kirchlichen Besitz zu überführen.

Nachdem sich 1993 Benediktinermönche aus der niederländischen Abtei Vaals angesiedelt haben, ist das klösterliche Leben wieder nach Gräfinthal zurückgekehrt. Derzeit bemüht man sich seitens des Priorates Gräfinthal um den Neubau der Klostergebäudes auf dem historischen Grund.

Der Wallfahrtsort Gräfinthal zählt zu den religiös und kulturhistorisch bedeutenden Stätten des Saarlandes. Die geschichtlich geprägten, baulichen Ensembles inmitten einer gewachsenen Kultur-Landschaft machen den ungewöhnlichen Ort auch zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im Bliesgau. Dazu trägt auch die vorhandene Gastronomie bei. Quelle: link de.wikipedia.org