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Gresaubach
letzte Änderung: 13.3.2008


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Kath. Pfarrkirche Herz Jesu. Neogotische zweischiffige Hallenkirche mit Giebelfassade mit abgewalmtem Dach. Quadratischer Turm, im Obergeschoß ins Oktogon übergehend, als Chorflankenturm beigestellt. Die Kirche 1910 nach Plänen von Julius Wirtz erbaut. Im Inneren reiche neogotische Ausstattung.

Die Wendalinuskapelle
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Als Beschützer des Viehes rief das Landvolk schon im Mittelalter den heiligen Wendalinus an. Man verehrte den Heiligen besonders in der Pfingstwoche gleichzeitig mit dem heiligen Mauritius, dessen Gebeine in Tholey ruhen. Am Pfingstmittwoch arbeiteten die Bewohner von St. Wendel und Tholey nicht. Eine Prozession ging an diesem Tag von Tholey aus, geführt von dem Abt und den Mönchen des Klosters in Tholey. In feierlichem Zuge trugen die Tholeyer den Sarg mit den Reliquien des heiligen Mauritius nach St. Wendel. An dem ersten Freitag nach Pfingsten zog eine St. Wendeler Prozession mit den Reliquien des heiligen Wendalinus nach Tholey. Die St. Wendeler Prozession ist urkundlich schon für das 14. Jahrhundert belegt.

Da die Geschichte der Pfarrei Bettingen auf's engste mit der Abtei Tholey verbunden war, ist es nicht verwunderlich, dass die Verehrung des heiligen Wendalinus in der Filiale Gresaubach schon sehr früh ihre Anfänge fand. Wann jedoch die Wendalinuskapelle von Gresaubach erbaut wurde, wird wohl nicht mehr genau feststellbar sein.

Im Zuge der französischen Revolution wurde die Abtei Tholey im Jahr 1793 aufgehoben und im Zusammenhang damit wurden fast alle Urkunden und Dokumente, die Aufschluß über das religiöse Leben der Pfarrei Bettingen und ihrer Filialen geben könnten, vernichtet.

Daß die Einwohner von Gresaubach jedoch keine Kosten und Mühen scheuten, um ihre Kapelle zu erhalten, geht aus einem Kreditvorgang zwischen den Einwohnern von Gresaubach und der Herzogin von Lothringen, der uns im Buch 04, Seite 680 des Schaumberger Notariats erhalten ist, hervor.

Nach diesem Kreditvorgang verkauften sämtliche Einwohner von Gresaubach der Herzogin von Lothringen das Wäldchen "Groß Häusgen" für 380 Livres, um damit die Kapelle zu reparieren. Daneben nehmen sie einen Kredit in Höhe von 50 Solidari auf, den sie alle zusammen verbürgen. - 27. Juli 1735 -

Daß die Wendalinuskapelle durchaus den Bedürfnissen der Filiale Gresaubach entsprach, geht auch aus einem Visitationsbericht des Jahres 1772 hervor, den der damalige Dechant des Dekanats Merzig, zu dem die Pfarrei Bettingen gehörte, für die Bischöfliche Behörde in Trier abfasste. In diesem Bericht heißt es, dass die Filiale "Gräsaubach" eine kleine Kapelle besitzt, in der zwar keine Messe gelesen wird, wo sich aber die Gläubigen des Dorfes im Advent und während der Fastenzeit zum Rosenkranzgebet einfinden.

Daß die Kapelle ursprünglich ihre vollendete Größe von 84 m² einnahm, ist nicht anzunehmen; so wurde die Kapelle rund 100 Jahre nach ihrer ersten Renovierung durch die Iniative von Pfarrer Anton Cannivè im Jahre 1836 grundlegend renoviert und erneut dem heiligen Wendalinus geweiht.

Diese erneute Weihe der Wendalinuskapelle gibt Anlaß zu der Vermutung, dass die Kapelle bei dieser Renovierung erweitert wurde, was bei der steigenden Einwohnerzahl von Gresaubach verständlich wäre. Auch einnäheres Betrachten einer alten Ansichtskarte aus dem Jahr 1905 dürfte diese Vermutung bestätigen.

Um einen Überblick über die steigende Bevölkerungszahl von Gresaubach zu erhalten, sei uns ein Blick in die Statistik gestattet. Eine Statistik vom Oberamte Schaumberg aus dem Jahre 1790 gibt für Gresaubach folgende Zahlen an:

Haushaltungen

ledige Personen
mit eigenem Haushalt

Witwer

Witwen

unverheiratete
Kinder

Gesinde

57

11

2

13

171

19

Eine andere Statistik gibt Einblick in die Entwicklung der Gemeinde ab dem Jahre 1815:

 

1815

1820

1841

1900

1928

1939

1946

1954

Einwohner:

318

412

615

733

1238

1329

1455

1543

Als dann im Jahre 1903 für die Filiale Gresaubach ein eigener Sonntagsgottesdienst eingeführt wurde, mußte die Wendalinuskapelle zu diesem Zweck erneut renoviert und durch eine Empore erweitert werden. Trotzdem konnte sie beim Sonntagsgottesdienst nicht alle Gläubigen fassen.

Die Leute, vor allem die Männer, standen bei Wind und Wetter um die Kapelle herum und suchten zum Teil unter einem Nußbaum Schutz.

Hier sei noch der tatenfrohe Einsatz des Kaplans Joseph Frensch erwähnt, der von 1905 - 1907 seinen Dienst in Gresaubach versah. Schon in aller Morgenfrühe sah man ihn mit seinem Pferd von Bettingen nach Gresaubach reiten, eine wahre Stütze für Definitor Kaas in seinem letzten Lebensjahr.

Nach dem Bau der Pfarrkirche fiel die Wendalinuskapelle der Spitzhacke zum Opfer. In der neuen Herz-Jesu-Pfarrkirche ist der rechte Seitenaltar dem heiligen Wendalinus geweiht.

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