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Dörsdorf
letzte Änderung: 30.11.2004


Dörsdorf. Blick vom Berg Kopp über die Starz zum Schaumberg
Foto: Bernhard Scholl © link www.doersdorf.de


Dörsdorf im Winter
Foto: Bernhard Scholl © link www.doersdorf.de

OrtsverzeichnissaarlandbilderSaarlandkarte

DORF UND LANDSCHAFT
Text: Bernhard Scholl – link www.doersdorf.de

Der Stadtteil Dörsdorf

Dörsdorf ist mit einer Höhenlage von 400 bis 430 m der höchstgelegene Stadtteil Lebachs und der höchstgelegene und zugleich nördlichste Ort des Kreises Saarlouis. Die Bergkuppen, die das Dorf umgeben, haben eine Höhe von 440 bis 480 m. Von ihrem vulkanischen Ursprung zeugen die Melaphyrrauschen in den Wäldern auf ihren Abhängen, die ehemaligen Melaphyrsteinbrüche auf der Höhe der "Starz" und das Naturdenkmal "Krummer Stein", in Dörsdorf "Käppchi" genannt. Das Naturschutzgebiet "Steinbachaue bei Dörsdorf", die Dörsdorfer nennen den Bach "Waldbach", zeichnet sich durch eine Vielzahl seltener Pflanzenarten aus. Der Blick von Süden auf Steinbach im Tal und darüber Dörsdorf auf der Höhe gehört sicher zu den reizvollsten Landschaftsansichten im Saarland. Der Dörsdorfer Bann gehört zum Naturpark Saar - Hunsrück.

Der Dörsdorfer Rundwanderweg führt vom Dorfplatz in der Ortsmitte aus auf einer Strecke von ca. 5 km durch kleine Wälder und offene Parklandschaft rund um das Dorf. Fast steigungslos, eignet er sich besonders auch für Wanderer, die auf Herz und Kreislauf Rücksicht nehmen müssen. Nahe des Rundwanderweges liegen die Aussichtspunkte "Belz", "Starz", "Schützenhaus" und "Krummer Stein".

Der mundartliche Name "Däächderch" entspricht der auf alten Karten zu findenden Bezeichnung "Dersters" und ist sicher annähernd die ursprüngliche Form des Ortsnamens. Erste schriftliche Zeugnisse liegen aus dem 13. Jahrhundert vor. Zu vermuten ist jedoch, dass die Anfänge der Siedlung in die keltisch - römische Zeit zurückreichen. Brandgräberfunde in der Deckschicht der "Starz" und der nachgewiesene Standort einer ehemaligen Villa Rustica [vgl.: Römerstätten im Saarland] in der Nähe des Dorfes in der Gewanne "Röberwiese" weisen darauf hin, dass in landschaftlich beherrschender Höhenlage und in der Nähe einer Römerstraße sehr früh Siedlungsanfänge bestanden. Alte römische Ackerbauterrassen finden sich auf dem Südostabhang der "Schnau". Bis kurz vor der Französischen Revolution zu Lothringen gehörend, lag Dörsdorf direkt an der Grenze zu Kurtrier. Ab dem 15. Jahrhundert waren die meisten Familien "Leute" der Herrschaft Dillingen/Braubach und danach der Herrschaft Sötern/Dagstuhl. Pfarrlich gehörte Dörsdorf bis 1913 zu Thalexweiler, ab dann zu Steinbach. Es besitzt jedoch seit 1964 eine eigene Filialkirche "Maria Königin".

Das heutige Dörsdorf mit ca. 1400 Einwohnern entstand aus dem Zusammenwachsen des alten Bauerndorfes "Däächderch", das z. B. um 1740 nur 17 Häuser zählte, und einer ab 1820 entstandenen Ansiedlung vermutlich ehemaliger Beschäftigter der zum Erliegen gekommenen Eisenindustrie des vorderen Hochwaldes, denen die damalige Gemeinde Dörsdorf Gemeindeland am Südosthang der "Starz" als Baugelände zur Verfügung stellte und damit eine neue Heimat ermöglichte. Eine sehr rege Bautätigkeit nach dem 2. Weltkrieg verdoppelte zwischen 1945 und 1997 die Einwohnerzahl. Ermöglicht wurde das neben der Schaffung kleinerer Neubaugebiete durch die Erschließung des großen Wohngebietes "Niederwiese" in guter Wohnlage am sonnigen Südhang der "Starz".

Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 wurde Dörsdorf, bis dahin zum Kreis Ottweiler und dem Amtsbezirk Eppelborn gehörend, Ortsteil der Gemeinde (nun Stadt) Lebach und damit in den Landkreis Saarlouis eingegliedert. Die örtliche Infrastruktur kann als vergleichsweise befriedigend bezeichnet werden: Ein Lebensmittelgeschäft, eine Bäckereifiliale, eine Apotheke, eine Arztpraxis, zwei Bankfilialen, drei Gasthäuser und mehrere Handwerksbetriebe genügen zumindest den wichtigsten Bedürfnissen der Bewohner; Kindergarten, Grundschule und Mehrzweckhalle bilden baulich ein gut funktionierendes Ensemble; mehrere Vereine besitzen eigene Vereinshäuser oder Vereinsräume. 15 Vereine entfalten ein reges dörfliches Vereinsleben und bieten auch der Jugend vielfältige sportliche und auch musikalische Betätigungsmöglichkeiten.

Zwei große Feste sind zur Tradition geworden und erfreuen sich ständig steigender Beliebtheit: das Hexen- und Maifest des Obst- und Gartenbauvereins am 30. April und 1. Mai und das Dörsdorfer Höhenfest, ein Dorffest, das am dritten Wochenende im August von zehn Vereinen unter dem Motto "Schmatz on Schwatz om Däächder Platz" auf dem Dorfplatz veranstaltet wird. Die Kirmes (Kirchweihfest) feiern die Dörsdorfer am 1. Wochenende im Juni, ebenfalls auf dem Platz in Dorfmitte. Ihre Attraktivität hat erheblich zugenommen, seitdem sie vom Musikverein und dem jeweiligen Ziehungsjahrgang mit einem bunten Programm eröffnet und beschlossen wird.

Bernhard Scholl