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Bliesransbach
letzte Änderung: 8/1/2008


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Sehenswürdigkeiten:
ehem. Pfarrkirche - 17./18.Jh., Wendalinuskapelle - 18.Jh.


Wendalinuskapelle


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Kurzgeschichte über die Entstehung von Bliesransbach
Quelle: link www.bliesransbach.org

Bliesransbach liegt im Mittelpunkt eines weiten Talkessels, der von der unteren Blies und ihren die Gemarkung durchfließenden Nebenbächen in die Hochfläche des Bliesgaues eingesenkt wurde. Die Gemarkung steigt über die breiten von den Zuflüssen der Blies zerschnittenen Terrassen von der Talaue der Blies (195 m über NN) bis zum Hasselberg im N (367 m über NN) Der Untergrund der Hänge besteht aus dem Mittleren Muschelkalk, ihm ist der Obere Muschelkalk als deutlich ausgebildete Stufe aufgesetzt. Die Talauen der Gewässer werden von Wiesen eingenommen. Auf den Terrassen und unteren erstrecken sich obstbaumbestandene Äcker, die auf den Höhen in Wald übergehen. Dieses Bliestalbecken wird von den Randhöhen abgeschirmt, es ist nur gegen Süden offen. Diese klimatische und siedlungsfreundliche Lage hat dazu geführt, dass die Gemarkung schon sehr früh besiedelt war. Hier haben Menschen der Steinzeit, Kelten, Römer und Franken ihre Spuren hinterlassen.

Die Anlage eines fränkischen Fronhofes durch einen adligen Grundherrn dürfen wir als Ursprung für Bliesransbach ansehen. Ein Siedler Namens Ramo könnte der Siedlung seinen Namen gegeben haben. Angehörige der fränkischen Widonensippe, Wido und Werinher vermachten im Jahre 796 Bliesransbach mit Dieterfingen und Willarum (letztere sind Wüstungen geworden) dem Kloster Hornbach bei Zweibrücken. Diesem Kloster stand im Mittelalter als Eigentümer die Grundherrschaft und die Gerichtsbarkeit über dieses Dorf zu. Die Vogteirechte über Bliesransbach könnten der Adelsfamilie der Herren von Mengen zu Lehen übertragen worden sein. Später nannten sich die "von Mengen" auch die "Herren von Warsberg", und als solche erscheinen sie dann als Vögte in dem Bliesransbacher Weistum von 1531. Teile der Vogtei kamen durch Heirat auch an die Herren von Kriechingen und von Bensdorf. Die Einkünfte aus dem Dorf waren so aufgeteilt, dass der Abt von Hornbach die Hälfte bekam, und die andere Hälfte an die Vögte abgegeben wurde. Weiteren Grundbesitz erhielten die durch Heiraten, Verpfändungen oder Schenkungen das Kloster Gräfinthal, der lothringische Amtmann Ulrich von Rosiér, die Blieskasteler Burgmänner Johann Hubenrisser von Odenbach und Hannemann Mauchenheimer, die Brüder Hans und Peter Fuhs von Itzenheim, der Saarbrücker Schultheiß Mathisen Degen, der Amtmann zu Blieskastel Herr Eltz und das Kloster Tholey. 1615 zog der leyische Amtmann Johann Nieger die Warsberger Gült ein. 1668 kaufte die Blieskasteler Herrschaft von der Leyen die Kriechinger Vogteirechte.

Im Weistum von 1531 wird gesagt, dass der Abt von Hornbacheinen freien Hof in Bliesransbach besitzt. Jede Familie hat auf diesem Hof Frondienste abzuleisten. Die Einwohner des Ortes sind verpflichtet in der Uhrigsmühle ihre Frucht mahlen zu lassen (Bannmühle)

Bei der großen Bauernrevolte 1525 waren 35 Männer aus unserem Dorf beteiligt, nach dem verlorenen Endkampf in Zabern sind 12 nicht mehr nach Hause gekommen. Bei einer Hexenverbrennung in Bliesransbach um 1580 wurden 10 als Hexen verurteilte Frauen lebendigen Leibes verbrannt.

Zur Zeit der Reformation wurde Bliesransbach schon sehr früh eine reformierte Pfarrei. Das Kloster Hornbach wurde 1558 aufgelöst. Die Einkünfte aus den Klostergütern wurden von Pfalz- Zweibrücken gesondert verwaltet und kirchlich-reformatorischen Zwecken zugeführt. Im dreißigjährigen Krieg ging das Dorf unter. 1644 soll hier nur noch 1 Mann gelebt haben. In den Reunionskriegen Ludwig XIV. wurde der Ort wieder verwüstet. Ende des 17. Jahrhunderts kamen katholische Neusiedler in unser Dorf, unter denen noch heute die ältesten Familien ihre Ahnen suchen dürften. Der französische Offizier Evrard de Vaulx d´Achy nahm 1683 den Klosterhof als herrenloses Gut in Besitz und baute ihn wieder auf. Die Bevölkerung war 1688 auf 20 katholische Familien mit zusammen 54 Kinder angestiegen. Bei der 1702 erfolgten Bannrenovierung wurde das Land an 24 Bauern verpachtet oder ihnen zum Kauf angeboten. Der Klosterschaffner berichtete 1714, dass nur der vierte Teil der Rentenschulden abgetragen worden sei. Er sollte darauf hin die Schuldner ausweisen und fleißigere Untertanen ansiedeln. Eine neue bescheidene Kirche wurde 1715, ein Pfarrhaus 1727 und eine Schule 1738 in der Dorfmitte gebaut.

1755 wurde das für Zweibrücken zu weit abgelegene Dorf Bliesransbach gegen Teile der saarbrückischen Herrschaft Homburg getauscht. Der Saarbrücker Amtmann Lex schreibt in einem Bericht, dass hier 82 Häuser und 2 Mühlen stehen. 22 Häuser sind mit Ziegeln, die übrigen mit Stroh gedeckt. Es wohnen 71 fronbare Gemeinsmänner, 10 Witwen und 2 Hintersassen im Ort. Unter den Einwohnern sind 10 wohlhabend, 20 mittelmäßig und alle übrigen schlecht vermögend.

Während der Französischen Revolution gehörte Bliesransbach im Arrondissement Saarbrücken und Kanton St. Arnual als größter Ort zur Mairie Bischmisheim. Im 2. Pariser Frieden 1815 kamen wir mit dem Kreis Saarbrücken an Preußen. Zu dieser Zeit war die Armut so groß, dass man neben dem Ackerbau das Einkommen durch Heimarbeit (Flechten von Strohhüten, Fertigung von Schnupftabakdosen, Leinenweberei, Kalkbrennen) aufzubessern suchte. Der Ackerbau wurde vernachlässigt. Die veranlasste den Saarbrücker Kaufmann H. Hartung Ländereien billig aufzukaufen und sich den Hartungshof zu bauen. Trotz der Armut wurden eine hölzerne Brunnenleitung in den Ort gebaut, bedeutende Reparaturen an der Kirche vorgenommen, ein neuer Friedhof angelegt, 1831 ein neues prachtvolles Schulhaus und 1835 ein neues Pfarrhaus errichtet.

Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert war Blieransbach ein noch überwiegend bäuerlich strukturiertes Dorf. Hier siedelte sich keine Industrie an. Die Eisenbahnlinien durch das Saar- und Bliestal berührten Bliesransbach nicht. Die Entwicklung stagnierte. 1909 nahm die Elektrizität im Dorf ihren Einzug. 1914 begann man mit dem Bau einer zentralen Wasserversorgung. 34 Soldaten fielen im ersten Weltkrieg. 1930/31 konnte die neue Pfarrkirche erbaut werden. Während der Völkerverbundzeit entwickelte sich das Vereinsleben zu hoher Blüte. Der Konsumverein wurde gegründet und die Jahnturnhalle gebaut. 1926 wurde die Omnibuslinie nach Saarbrücken eingerichtet. Im zweiten Weltkrieg wurden nach der Evakuierung viele Häuser in der Ortsmitte abgerissen. Die schreckliche Bilanz des Krieges waren 88 gefallenen und 34 vermisste Soldaten. An Kriegsverletzungen starben 12 Erwachsene und 4 Kinder. 1946 wurden ein Kindergarten, eine Nähschule und eine Krankenstation der Schwestern vom "Berg Karmel" begründet. 1955 wurde die neu erbaute 8-klassige Volksschule bezogen, die 1968 um 6 Klassenräume und 1972 mit einer Turnhalle erweitert wurde. Ab 1960 errichtete der Kettlerverein 24 Wohnhäuser. Weitere Wohngebiete wurden auf dem "Hasselberg" und "Auf der Leh" erschlossen.

1974 wurde Bliesransbach ein Ortsteil von Kleinblittersdorf.