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Holz
letzte Änderung: 20/2/2005

rot = Römerstraße

 
 

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Römerstraßenwww.saarlandbilder.netKarteOrtsverzeichnis

Ev. Pfarrkirche. Erbaut 1899-1900 nach Entwurf von Heinrich Güth, Saarbrücken. Saalkirche in romanisierenden und gotisierenden Formen, mit eingezogenem, polygonal geschlossenen Chor und Westturm.

Kath. Pfarrkirche St. Josef. Erbaut 1926/27 nach Entwurf der Architekten Prior und Kasel (Trier). Saalbau mit halbrunder Apsis und beigestelltem Turm. Teile der Skupturenausstattung aus dem Vorgängerbau von 1892.


St. Josef
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Schacht Holz
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Schacht Holz – © Delf Slotta link www.delfslotta.de


Schacht Holz – © Delf Slotta link www.delfslotta.de

Serie Wahrzeichen des Saarbergbaus (Teil 30):
Die Schachtanlage Holz
Quelle: link www.delfslotta.de

Kleine Grube vor großem Panorama

Die Schachtanlage Holz liegt prägnant an der von Holz nach Göttelborn führenden Saarbrücker Straße. Sie krönt die Göttelborner Höhe, den höchsten Punkt des saarländischen Steinkohlengebirges. Von hier aus bietet sich ein imposanter Panoramablick auf die verschiedenen Teile des Saarkohlenwaldes, auf den Hochwald und den Schaumberg.

Die Schachtanlage Holz wird jedoch in erster Linie mit Bergleuten in Verbindung gebracht. Schließlich fanden hier viele Menschen aus der Umgebung seit dem beginnenden 20. Jahrhundert einen Arbeitsplatz. Sie identifizierten sich mit diesem Ort, er stand für einen gewissen Wohlstand und sicheres Auskommen. Entsprechend avancierte die kleine Grubenanlage zum Holzer Wahrzeichen. 1995 ist der Schacht Holz stillgelegt worden und die Förderseile wurden abgelegt. Geblieben sind Teile der ehemaligen Tagesanlage, die die Erinnerung an den Bergbau wach halten.

Das wichtigste Gebäude auf der kleinen Parzelle ist das Zechenhaus. Es ist in seiner äußeren Form seit der Erbauung unverändert geblieben und steht unter Denkmalschutz. In dem weitläufigen, aus rotem Sandstein errichteten Gebäudekomplex befanden sich früher das Bad, der Verlesesaal, die Lampenstube, die Kaffeeküche und ein Gezähemagazin. "Der Bergmannsfreund" berichtet in der August-Ausgabe 1912 über die Einweihungsfeierlichkeiten: "Am 15. des Monats wurde das neue mit herrlicher Aussicht auf die Ausläufer des Hochwaldes und des Schaumberges am Waldesrande bei Holz gelegene Westfeldzechenhaus der Grube Göttelborn dem Betriebe übergeben. Nachdem die abfahrende Belegschaft des Westfeldes der Nachtschicht und die anfahrende der Frühschicht sich im Verlesesaal versammelt hatte, hielt der Werksdirektor, Herr Bergrat Bellinger, eine kurze Ansprache an diese. Er wies darauf hin, dass das Zechenhaus einen erfreulichen Zuwachs in den Wohlfahrtseinrichtungen der Berginspektion X bedeute, da es in erster Linie erbaut sei, um der Belegschaft des Westfeldes die Anfahrwege abzukürzen und ihr die Wohltat eines warmen Bades nach verfahrener Schicht zu ermöglichen."

Erhalten geblieben ist darüber hinaus das markante Fördergerüst. Die in den Jahren 1939/40 von der Kölner Firma Humboldt-Deutzmotoren AG erbaute Konstruktion ist ein typisches so genanntes "Vollwandgerüst". Unter Vollwänden oder Vollprofilen versteht man die massiven, durchgängigen Stahlelemente, die in der Stütze, den beiden Streben und im Kopf des Fördergerüsts zur Anwendung gekommen sind und dieser neuen Fördergerüstgeneration ihr besonderes Erscheinungsbild verliehen haben.

Die Vollwandkonstruktionen dokumentieren somit die Weiterentwicklung im Stahlbau. Das 21,50 Meter hohe Holzer Fördergerüst, gemessen von der Achse Fördermaschine bis zur Achse Seilscheiben, ist heute nach dem Schacht Reden IV das zweitälteste Vollwand-Fördergerüst im Saarbergbau.

Nach Stilllegung und Verfüllung des Schachtes stand das Fördergerüst vor dem Abriss. Es folgten hitzige Debatten zwischen Abrissbefürwortern und -gegnern, wobei die Argumentationsfronten quer durch die politischen und gesellschaftlichen Gruppen verliefen.

Das Gerüst blieb glücklicherweise erhalten. Es ist heute der markante Punkt innerhalb eines neuen Gewerbegeländes auf der Göttelborner Höhe. Die Silhouette des Berges mit ihren vielen Türmen blieb somit unangetastet. Ein Ort, der es durchaus lohnt, einmal besucht zu werden.

Delf Slotta

Bild rechts © Jens Söder link www.bergbau-online.de

Schachtanlage Holz Quelle: link www.denkmal.saarland.de

Bestand: Saarstraße: ehem. Zechenhaus; Fördereinrichtung mit Fördergerüst und Fördermaschinenhaus.

Als Nebenanlage der Grube Göttelborn wurde der Schacht Holz zur Erschließung des Westfeldes in den Jahren 1913 bis 1915 nach über Tage hochgebrochen. Die inzwischen stillgelegte Anlage ist durch ihre exponierte landschaftliche Lage nahe der Göttelborner Höhe ausgezeichnet. Die erhaltenen Gebäude sind entlang der Saarstraße aufgereiht.

Das ehemalige Zechenhaus von 1912, heute gewerblich genutzt, ist ein zusammenhängender Komplex giebel- und traufständiger Baukörper in Quadermauerwerk, von Ost nach West: Markenkontrolle, Waschkaue, Bürotrakt, Verlesesaal. Zeittypisch ist der weitgehende Verzicht auf historisierende Formen und die - hier zurückhaltende - Verwendung geometrischer Ornamente.

Nach Westen schließen sich die 1938 bis 1940 erneuerten Fördereinrichtungen an, bestehend aus dem Fördergerüst, der teilweise abgebrochenen Schachthalle und dem Fördermaschinenhaus. Insgesamt gibt das Ensemble eine gute Vorstellung von einer kleinen Nebenschachtanlage. Das Fördergerüst zählt zu den ältesten in Vollwandbauweise errichteten Fördergerüsten im Saarrevier.

Gruben & SchächteTabelle