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St. Nikolaus
letzte Änderung: 9/1/2007


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Im Jahre 1270 erbauten die Grafen von Nassau‑Saarbrücken im Warndt eine Kapelle, die dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Reisenden und Gefangenen, der Familien und Kinder geweiht wurde.

Zur Zeit der großen Wallfahrten war sie das Ziel frommer Pilger. Benediktinermönche der Abtei St. Nabor gründeten ein Priorat. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die kirchliche Niederlassung zerstört; mit den Steinen der Ruinen erbaute man das nassauisch-saarbrückische Jagdschloss in Karlsbrunn.

Nikolauskult und Nikolausbrauch haben ihren Fortbestand bis in unsere Tage. Der sozial‑sittliche Zug des St. Nikolaus, dem ehemaligen Bischof aus Myra, der sich in den Legenden des Wohltäters und Nothelfers widerspiegelt, ist auch dem Menschen von heute noch Anlass, sich seines Nächsten zu erinnern.

St. Nikolaus im Warndt, eingebettet in die Hügellandschaft des Buntsandsteins, geprägt durch bäuerliche und bergmännische Tradition, hat sich bis in die Gegenwart einen reizvollen und liebenswerten Flair dörflicher Kultur bewahrt. Der stets wache Gemeinschaftssinn seiner Bürger während aller Zeitläufe "Nikloser" Geschichte behauptete sich bis in unsere Tage. Seinem Namensgeber, dem hl. Nikolaus, verpflichtet, bekennt sich die ehemals selbständige Gemeinde seit eh und je zu den Wertvorstellungen des legendären Bischofs von Myra.

1270 wurde St. Nikolaus in einer Urkunde des Grafen Simon von Saarbrücken und Commercy erstmals erwähnt. Dem Kaplan der St. Nikolauskapelle wurde "für immer das Recht zugestanden, 60 Schweine abgabenfrei zur Buchecker­und Eichelmast in den Warndtwald zu treiben." Während vieler Jahrzehnte war die klösterliche Benediktiner‑Niederlassung das Ziel frommer Pilger.

Mit der Reformation verließen die Mönche Kloster und Kapelle.

Der Zerfall der Gebäude setzte unaufhaltsam ein.

1696 ließen sich nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges die ersten Siedler in "St. Nicklaß" nieder: HanI3 Jakob Jungblut, Paulus Lang, Vicarius Becker und Dietrich Lux. Ihre Ernährung zu sichern, bewilligte Graf Ludwig von Saarbrücken den Bau einer Mühle. 1735 wohnten in "St. Nicolas" 13 Familien. Mühsam rangen sie der kargen Erde spärliche Erträge ab. Zugewinne wurden durch die Beschäftigung mit Waldarbeit und Holztransport erzielt. Zur verfallenen Nikolauskapelle pilgerten trotz des Verbotes durch die evangelische Obrigkeit alljährlich zu den Bittagen fromme Wallfahrer. Der hl. Nikolaus wurde in allen großen und kleinen Nöten um Hilfe angerufen. Als die Mauerreste beim Bau des KarsIbrunner Jagdschlosses verwendet wurden, ließ die Verehrung des Heiligen keineswegs nach. Der geweihte Ort blieb auch in der Folgezeit Anziehungspunkt für Pilger.

1861 wurde erstmals eine eigene Schule mit einem Schulsaal, einer Lehrerwohnung und Stallungen errichtet. Der erste "geprüfte" Lehrer nahm seine Tätigkeit auf. Zu dieser Zeit lebten in St. Nikolaus 270 Menschen. 1900 waren es bereits 485 Einwohner. Mittlerweile waren aus Bauern und Tagelöhnern Knappen und Bergmannsbauern geworden.

Das dörfliche Leben bis zum 1. Weltkrieg war gekennzeichnet durch bedeutende Ereignisse: Bau einer Wasserleitung, Vergrößerung der Schule, Gründung der Feuerwehr und kulturtreibende Vereine.

Von den Kriegsereignissen geschüttelt, fand St. Nikolaus nach 1918 sehr rasch wieder zu sich selbst. Mit der Einweihung der Kirche am Waldrösberg erhielt die Gemeinde 1931 ein weithin sichtbares Zeichen gläubigen Sinnes. Das Leben bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges war geprägt von vielerlei Festlichkeiten und wirtschaftlichem Aufschwung. Mit der totalen Evakuierung zu Beginn des Völkermordes deutete sich auch im beschaulichen "Niklos" die Vernichtung von Geist und Gut an.

Auf den Nikolaustag 1944 zogen die amerikanischen Besatzer im arg geschundenen Dorf ein. Die Bevölkerung hatte sich in der Kirche zum gemeinsamen Gebet versammelt. Der große Heilige bewahrte auf wunderbare Weise vor Übergriffen. In seinem Schutze erlebte die Gemeinde wieder einen bedeutenden Aufschwung. Die Erschließung neuer Wohngebiete und die Sanierung der Altsiedlung, der Bau einer neuen Schule mit Turnhalle, die Unterhaltung des idyllischen Weihers und romantischer Wanderwege, die erfolgreiche Dorfverschönerung und die rege Vereinstätigkeit sind Meilensteine auf dem Weg in das nächste Jahrtausend. St. Nikolaus hat Zukunft wie wenige vergleichbare Orte, denn "ich bin umhergereist um die halbe Welt. Ich blieb bei manchem guten Wein und manchem Mädchen stehen. Hab manche schöne Stund' erlebt, doch nirgends hielt's mich fest. Im Herzen blieb die Sehnsucht stets nach meinem kleinen Nest." (4. Strophe des Nikloser Liedes von A. Zieder). Quelle: link de.wikipedia.org