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Karlsbrunn
letzte Änderung: 19/11/2006


© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

Sehenswert: Jagdschloß - 18.Jh. (im Plan gelb markiert)

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Die Ev. Kirche Karlsbrunn wurde 1896/97 nach Plänen des Saarbrücker Architekten Heinrich Güth in neugotischem Stil errichtet. Vor dem Neubau der Kirche verfügte Karlsbrunn nur über einen kleinen Betsaal, 1743 im Obergeschoss des Pfarrhauses eingerichtet. Bauausführung und die Ausmalung der Wände und Glasfenster verhelfen der eher kleinen Kirche zu größerer Raumwirkung. Bemerkenswert ist die weitgehend original erhaltene Innenausstattung von Altar, Kanzel, Bänken, Emporen, der Glasfenster und des Fliesenbelags. Eine Besonderheit ist die fast 50 Jahre ältere Schrankorgel, die 1849 für eine Kirche nahe Düsseldorf gebaut worden war. Ab Mitte der 1990er Jahre erfolgten auf Initiative der Ev. Kirchengemeinde umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen. Besonders aufwändig, weil erst eine intensive Bauforschung erfolgen musste, waren die Sanierungsarbeiten der Innenfassaden. Historische Schwarz-Weiss-Fotos und weitere Befunde bildeten die Grundlage für die neue, dem historischen Vorbild gleichende, denkmalgerechte Innengestaltung.

Schloß Karlsbrunn


Quelle: Saarheimat 1´ 1984

Geschichte
Quelle: link www.grossrosseln.de

Ein idyllischer Fleck im Herzen des großen Warndtwaldes. Entstanden 1717 aus der Ansiedlung von Glasbläsern und der Errichtung einer kleinen Glashütte. Gelegen in einem stillen Talkessel, inmitten des seit dem frühen Mittelalter bekannten Bannwaldes "Warndt" (verwarnter Wald - verbotener Wald). Der nahe Wald, einst das Hofjagdrevier der Saargaugrafen, ihrer verwandten deutschen Kaiser und Könige sowie des in späterer Erbfolge regierenden Nassauischen Fürstengeschlechts, ist heute in seiner zusammenhängenden Gesamtgröße über 5.000 ha der schönste saarländische Forst, der noch mancher Wildart Heimat ist. Eine starke, natürliche Quelle im Sandsteinfels eines Talhanges sowie der Dank der Siedler an den Landesherren, Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken, waren der Ursprung der Namensgebung: Kalsbrunn. Aus Glasmachern und Waldbauern wurden im Wandel der Zeit hauptsächlich Bergleute und Hüttenarbeiter. Die Verbindung zur bäuerlichen Tradition jedoch blieb erhalten. In das um 1785 erbaute, von der französischen Revolution 1793 verschont gebliebene fürstliche - nassauische Jagdschloß zog 1815 die Staatliche Forstverwaltung ein. Einst waren es fürstliche Gäste und ihr Gefolge, die zur Jagd hier residierten und Karlsbrunn einen Hauch der großen Welt spüren ließen. Karlsbrunn beteiligte sich erfolgreich an dem Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Dabei errang die "Perle des Warndts" 1987 u.a. die Goldmedaille auf Bundesebene.

Für die Erholung und Entspannung vom verschleißenden Stress der modernen Arbeitswelt bietet Karlsbrunn und seine umgebende Waldlandschaft der Bevölkerung aus den nahen Ballungsräumen eine Vielfalt von Möglichkeiten. Neben einigen denkmalgeschützten Gebäuden wird in Karlsbrunn ein Wildfreigehege von ca. 30 ha für Naherholungssuchende vorgehalten.

1992 feierte Karlsbrunn sein 275järiges Bestehen.

Nachtrag zum Schloß (nach Dehio)

(...)Dreiflügelanlage auf hoher Terasse; Mittelbau dreigeschossig mit vier Achsen und Krüppelwalmdach, an der Hofseite Freitreppe mit steinernem Wachhäuschen davor, 1768-93 nach Plänen des Joh. Phil. von Welling für Fürst Ludwig (1768-93) erbaut. Zwei zweigeschossige zweiachsige Zwischenflügel verbinden zu den im rechten Winkel vorspringenden Seiten-(=Wirtschafts-)flügeln, 1786 von Wilhelm Balth. Stengel; vorderer Hofabschluß durch Terrassenbrüstung, die Zufahrt erfolgt durch den linken Seitenflügel. Die Schönheit der Lage leider durch den rücksichtslosen Ausbau der Straße vor dem Schloß beeinträchtigt.

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