großrosseln | warndt | saarlandbilder | karte | ortsverzeichnis
Emmersweiler
letzte Änderung: 8/1/2007

Rossel auf - und abwärts

© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

saarlandbilderKarteOrtsverzeichnis


alte Prarrkirche vor dem Neubau 1960
© link www.emmersweiler.de

Geschichte von Emmersweiler Quelle: link www.emmersweiler.de


© link www.emmersweiler.de

Schon lange vor seiner Zerstörung im 30jährigen Krieg hat Emmersweiler bestanden. So existiert eine Urkunde vom 07. November 1345 ( Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 218 Nr. 603/99 und Bestand 701 Nr. 808 Seite 23 Verso ), in der ein Ritter Jakob von Bensdorf bestätigt, daß sein verstorbener Onkel Johann von Bensdorf dem Abt und Konvent von Wadgassen testamentarisch einige Einkünfte vermachte, unter anderem 32 Schillinge aus den Zinsen ( = jährliche Einkünfte ) zu Emmersweiler. Wie gesagt, ist dies die älteste, nach dem derzeitigen Forschungsstand gültige urkundliche Ersterwähnung von Emmersweiler. Es nicht auszuschließen, daß sich irgendwo doch noch eine ältere Erwähnung findet.


© link www.emmersweiler.de

Über die Einwohner von Emmersweiler ist vor 1633 in den Aufzeichnungen kaum etwas zu finden, lediglich, daß ein Einwohner « 5 Pfennert Wiesen in Emmersweiler » besaß.Die Einwohner ernährten sich durch Arbeit im Wald, durch Besenbinden und Betreiben von Ackerbau und Viehzucht. 1640 hatten Hungersnot und Pest als Folge des Krieges die Bewohner dahingerafft. Andere waren geflüchtet. Von dem Ort blieb nur ein Trümmerhaufen übrig. Der Wiederaufbau begann erst Ende des 17. Jahrhunderts. Die Folklinger ( Frankreich ) Kirchenbücher berichten, daß 1691 einige Familien in Emmersweiler wohnten. Die Einwohnerliste wird namentlich fortgeführt bis 1791. Die fürstliche Regierung schloß mit der französischen Regierung 1768 einen Tauschvertrag, wodurch die bis dahin französischen Gebietsteile mit Emmersweiler am 26. Oktober 1770 in den Besitz der Grafschaft übergingen. Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken ( 1768-1793) befahl eine Teilung des Ackerlandes und der Wiesen. Dadurch konnten sich die Einwohner in der Landwirtschaft etwas heraufarbeiten. 1798 kam Emmersweiler unter französische Herrschaft, die bis 1815 andauerte. Preußen übernahm das Gebiet und das Dorf konnte sich lange Zeit ungestört entwickeln. Um diese Zeit hatte das Dorf 160 Einwohner. Ein weiteres Aufblühen begann, nachdem das Stieringer Eisenhüttenwerk 1847 errichtet und die Steinkohlengruben in Betrieb genommen wurden. 1858 hatte das Dorf schon 326 Bewohner. Vorteile für Emmersweiler brachte dann der Bau der Eisenbahnlinie Großrosseln-Saarbrücken und der Straßenbahnlinie Kleinrosseln-Forbach nach 1909 Emmersweiler entwickelte sich in der Folgezeit rasch. 1900 zählte man 474 und 1922 bereits 835 Einwohner. Heute hat Emmersweiler als Ortsteil der Gemeinde Großrosseln rd. 1200 Einwohner und ist somit der drittgrößte Ort der Großgemeinde.

Aus der Chronik von Emmersweiler

Die bauliche Entwicklung in den letzten 100 Jahren **

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort Emmersweiler total zerstört. Die umher-ziehende Soldateska der Brüder von Scharfenstein terrorisierten die Bevölkerung durch barbarische Grausamkeiten und brandschatzte die Ortschaft. Viele Einwohner flüchteten in ruhigere Gebiete, die meisten aber starben um 1630 an der Pest. Schließlich ging der Ort in Flammen auf und ward längere Zeit nicht wieder aufgebaut.

Erst in den ersten Friedensjahren kamen die Rückwanderer und bauten den Ort etwa 300 bis 400 Meter nördlich der alten Lage an der Straße nach Rossbrücken wieder auf. Diese Straße nach Rossbrücken war eine wichtige Verbindung von Völklingen, dem Saarlouiser Raum und dem Köllerbachtal, nach Lothringen und zur Handelsstraße Metz - Saarbrücken.

So ist es nicht verwunderlich, daß die ersten neuen Einwohner aus diesem regen Verkehr ihren Nutzen zogen; es waren Schankwirte, Krämer, Schmiede und Fuhrleute. Waren es in den ersten 250 Jahren die Handelsleute, die nach der bergigen Fahrt von Werbeln, Ludweiler, Rosseln und Emmersweiler hier Einkehr hielten, so waren es in den letzten 100 Jahren die Bergleute aus dem benachbarten Lothringen, die von Kleinrosseln zu Fuß nach Hause gingen, und die vielen Fuhrleute, die mit ihren Pferdegespannen das umliegende Gebiet mit Kohlen versorgten, die hier im Vorbeigehen oder -fahren Rats einlegten.

So hat sich - wie aus der Skizze zu ersehen ist - um die heutige Dorfmitte eine neue Siedlung gebildet, die um 1850 etwa 40 Häuser zählte. Darunter waren mehrere Schankstätten, Krämereien, Gehöfte, Schmiede, Brennerei. Bald wurde im Mittelpunkt auch eine Schule eingerichtet und eine Kirche gebaut.

Im Jahre 1900 hatte der Ort schon 81 Häuser. Durch die Entwicklung des Bergbaues in Kleinrosseln nahm der Ort nun sehr schnell zu. Während er bis 1900 nur aus dem Ober- und Unterdorf bestand, kamen nun, besonders nach den 20er Jahren ganz neue Starßenzüge dazu. Zwischen den beiden Welkriegen wurden etwa 42 neue Häuser und nach dem letzten Krieg alleine 78 neue Häuser gebaut.

Eine Übersicht der baulichen Entwicklung gewinnt man sehr gut aus nachfolgneder Tabelle:

Wohnhäuser
 18501900192019391961
Rosseler Straße---341937
Wiesenstraße---3445
Forbacher Straße------128
Hanfgarten---2366
St. Nikolauser Straße18162130
Unterdorf152225229
Oberdorf2131344556
Kirchenstraße28151823
Feldstraße---11216
Wackenhübel---33611
Bergstraße---------15
Grasgarten------------2
 
 3981106150228

Das ergibt etwa das sechsfache an Wohnhäusern innerhalb der Entwicklung von 100 Jahren, während die Bevölkerung nur etwa um das drei- bis vierfache gestiegen ist, was auf die sinkende Kinderzahl zurückzuführen ist. Während in den Jahren um die Jahrtausendwende die durch- schnittliche Kinderzahl einer Familie zwischen 7 bis 8 lag, liegt die Zahl heute zwischen zwei und drei. Daher leben mehr kleine Familien in mehr Wohnungen. Um 1850 betrug die Bevölkerung von Emmersweiler etwa 350; um 1900 gab es 560 Einwohner und heute zählt der Ort bei 228 Wohnhäusern 1287 Seelen. Das ergibt für das Jahr 1850 etwa 10 Bewohner in einem Haus; um das Jahr 900 wohnten noch ihrer sieben in einem Haus und heute sind es nur noch fünf.

** Chronik vom 28. März 1961