gersheim | bliesgau | www.saarlandbilder.net | karte | ortsverzeichnis
Medelsheim
letzte Änderungen: 30.12.2004/ 9.3.2008


Quelle: link www.gersheim.de

Sehenswert:
kath Kirche mit Altarretabel 15.Jh. und gotische Fresken


Quelle: link www.medelsheim.info


© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen


Quelle: link www.medelsheim.info


freigelegte mittelalterliche Steinretabel am Altar der Kreuzkapelle
Quelle: Saarheimat 11´ 1979


Steinretabel nach der Renovierung
Quelle: Bünte

Burg und Stadt Medelsheim

Noch 1672 bezeichnete Mathias Merian Medelsheim als Stadt, und tatsächlich ist in mittelalterlichen Quellen und frühneuzeitlichen Karten eine ummauerte Burg genannt. Diese diente wohl zum Schutz der "Duser Straße", jener Fernverbindung, auf der das im lothringischen Dieuze gewonnene Salz nach Norden transportiert wurde.

Standort der Burg war, so ergaben Grabungen, das Umfeld der heutigen Pfarrkirche St. Martin. Der Ortsname wird bereits 888 erstmals urkundlich erwähnt, als König Arnulf dem Edlen Folkwin eine Königshube in "Medelinesheym" zum Geschenk machte. Im 13. Jahrhundert werden die Grafen von Zweibrücken als Besitzer genannt; "Statt und Burg" Medelsheim werden in einem Atemzug erstmals 1334 erwähnt.

Wegen der strategisch wichtigen Lage an der Salzstraße war der Ort oft Angriffsziel: So brachte 1504 König Maximilian als Erzherzog von Österreich Medelsheim in sein Eigentum, und 1620 wird die Augsburger Familie Fugger als Lehnsherr genannt. 81 Untertanen aus dem Amt Medelsheim zogen 1525 in den Bauernkrieg, viele von ihnen wurden, obwohl sie sich bereits ergeben hatten, Opfer des Massakers vom 16. Mai in Zabern.

Die Burg selbst wird 1576 letztmals als bewohnt und erhalten erwähnt. Die innerhalb des einstigen Burgbezirks befindliche Kirche birgt interessante gotische Fresken sowie ein um 1430 entstandenes Altarretabel.


Altar in der Kreuzkapelle
Quelle: Saarheimat 11´ 1979

Geschichtliche Zusammenfassung
Quelle: link www.medelsheim.info

Kurze Reise durch eine lange Geschichte

Lage und Geschichte: Nahe der französischen Grenze, eingebettet in die reizvolle Landschaft des Bliesgaus, liegt der kleine Ort Medelsheim im Saarpfalz-Kreis. Der weithin sichtbare Turm der Pfarrkirche St. Martin bildet den baulichen Akzent der kleinen Gemeinde. Medelsheim kann auf eine lange geschichtliche Tradition zurückblicken.

Erste Zeugnisse einer Besiedlung stammen aus dem 9. Jh., wonach überliefert ist, dass König Arnulf dem Edlen Folkwin, der Vorsteher des bedeutenden Klosters Hornbach (Kr. Pirmasens) war, im Jahre 888 bäuerlichen Grundbesitz in Medelinesheim schenkt. Einiges deutet jedoch darauf hin, dass die Ursprünge von Medelsheim in noch weit frühere Zeit zurückreichen. Dies bezeugen die Funde keltischer Gräber in der nahen Umgebung wie auch Reste römischer Bebauung. In Quellen des 14. Jh. werden "Statt und Burg" Medelsheim erwähnt, woraus sich Schlüsse auf den damaligen Status der Siedlung ziehen lassen. Vieles spricht dafür, dass Medelsheim einst von einer Mauer umgeben war.

Überreste mittelalterlicher Bauten kann man auch heute noch vereinzelt antreffen. Im Verlauf einer recht wechselhaften Ortsgeschichte lösen verschiedene Lehnsherren einander ab. Gehört Medelsheim um 1150 noch zur lothringischen Herrschaft Bitsch, gelangt es im 14. Jh. an die Grafen von Zweibrücken, geht dann auf die Kurfürsten von der Pfalz und schließlich auf die Grafen von Zweibrücken-Bitsch über. 1656 untersteht Medelsheim der Herrschaft des Hauses von der Leyen. Die Burg wird erstmals 1334 urkundlich genannt, 1656 findet sie in einer leyenschen Urkunde ihre letzte Erwähnung, danach scheint sie allmählich zerfallen zu sein. In der Zeiller/Merianschen Topographie von 1672 wird Medelsheim als Stadt bezeichnet. Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahre 1974 gehört Medelsheim zur Gemeinde Gersheim.

Geschichtliche Daten

Rückblick

Archäologische Funde und Spuren sind in Medelsheim von der frühen Bronzezeit an bis zur untergehenden gallo-römischen Epoche nachweisbar.

Am 28. Juni 888 wird die frühe fränkische Siedlung " Medilinesheim " in einer Urkunde des ostfränkischen Königs Arnulf erstmals als Dorf bezeichnet.

Zeitleiste

1334
Graf Walram II. von Zweibrücken bezeichnet gegenüber dem Erzbischof Balduin von Trier sein Eigengut Medelsheim als Stadt und Burg.

1395
Die Grafen von Zweibrücken, Herren zu Bitsch, empfangen Medelsheim als kurpfälzisches Lehen.

1504
König Maximilian bringt als Erzherzog von Österreich das bisherige pfälzische Eigengut Medelsheim als Kriegsbeute in seinen Besitz.

1525
Die Untertanen des Grafen von Zweibrücken-Bitsch in dem Amt Medelsheim beteiligen sich geschlossen am Bauernkrieg.

1620
Erzherzog Leopold von Österreich belehnt Johann Ernst Fugger, Baron von Kirchberg und Weißenhorn, als Gatten der Margaretha von Bollweiler, einer Tochter des früheren Lehensträgers, mit Medelsheim.

1635
Beginn der Entvölkerung und Verwüstung von Medelsheim als Folge des Dreißigjährigen Krieges.

1656
Erzherzog Ferdinand Carl von Österreich gibt das "Gut" Medelsheim samt beiden anhängenden Dorfschaften (Peppenkum und Seyweiler) dem Adelsgeschlecht von der Leyen als Lehen.

1677
Medelsheim wird von Truppen des französischen Marschalls Créquy niedergebrannt.

1793- 1814
Zwei Jahrzehnte unter französischer Herrschaft.

1798
Medelsheim wird Kantonshauptort im Departement Donnersberg.

1816
Medelsheim wird als eine Gemeinde des Rheinkreises, des späteren Kreises Pfalz, ein Bestandteil des Königreiches Bayern.

1818
Der Kanton Medelsheim wird mit dem Kanton Neuhornbach verschmolzen. Medelsheirn bleibt Sitz der nach ihm benannten Bürgermeisterei mit den Ortschaften Medelsheim, Peppenkum, Seyweiler und dazu ab 1828 Utweiler.

1920
Nach dem Ersten Weltkrieg wird Medelsheim dem Saargebiet zugeschlagen.

1935
Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich.

1937
Auflösung der Bürgermeisterei Medelsheim und Zuordnung zur Bürgermeisterei Altheim.

1939
Kriegsbedingte Räumung des Dorfes.

1939 -1945
In den Winterkämpfen 1939/40 und 1944/45 wird das Dorf Medelsheim zu etwa 84 Prozent zerstört.

1947
Das Saarland, dem Medelsheim angehört, wird eine selbständige politische Einheit mit wirtschaftlichem Anschluß an Frankreich.

1950
Wiederherstellung der Bürgermeisterei Medelsheim.

1957
Das Saarland wird aufgrund des Volksabstimmungsergebnisses von 1955 das 11. Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.

1974
Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform verliert die Gemeinde Medelsheim ihre kommunale Selbständigkeit und bildet zusammen mit Seyweiler einen Gemeindebezirk innerhalb der Gemeinde Gersheim.