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Bliesdalheim
letzte Änderung: 21/1/2005
 

Blies ab- und aufwärts
entlang der Bliestalbahn
(auf diesem Streckenabschnitt ist nur noch der Bahndamm erhalten)
heute verläft auf dem Bahndamm der
link Bliestal-Freizeitweg

© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

Bliesgau | saarlandbilderKarte
Ortsverzeichnis


© link www.bliesdalheim.de


ev. Kirche
© www.derbliesgau.de


Eingang zum Eiskeller
© www.derbliesgau.de


"Eiskeller" - vorgeschichtl. Kultstätte
link www.bliesdalheim.de/eiskeller.htm


© Harald Schuster – 14/9/2003

Fundamente einer römischen Villa

© link www.bliesdalheim.de

In den Jahren 1887/88 wurden in den Bliesdalheimer Heizwiesen Fundament-Reste einer römischen Villa freigelegt und eingehend untersucht. Die Mauerreste ragte damals noch teilweise aus dem Boden, heute sind sie restlos von Weideland überdeckt.

Nach dem Grabungsbericht des Bezirksschaffners Rau lässt sich die Villa Rustica einem Typus von kleinländlichen Bauernhöfen zuordnen, wie sie im gesamten römischen Hinterland, insbesondere seitlich der Durchgangs- und Zubringerstraßen, zu finden waren.

Die Villa Rustica in den Heizwiesen war zwar im Vergleich zu anderen römischen Villen recht klein, doch auch hier wurden die typischen Merkmale eines römischen Gutshofes nachgewiesen. Im Besonderen wäre die Heizungsanlage zu nennen, bei der es sich um eine "Hypokaustanlage" (Fußbodenheizung) handelt. Vermutlich war auch ein kleines römisches Badezimmer vorhanden, das wohl als das erste Warmbad in Bliesdalheim angesehen werden kann.

Quelle: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, Speyer 1889, Seite 192 - 196

Römerstätten im Saarland

Der Bliesdalheimer Eiskeller

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Der Eiskeller mit seiner stets kühlen Temperatur (4 - 8°C) wurde nach Erzählungen älterer Bliesdalheimer im 19. Jahrhundert als Eislager zu Kühlzwecken benutzt, d.h. er besaß damals eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Bedeutung für die Besitzer Peter und Johann Rabung, die eine Brauerei, Weinkellerei und Schnapsbrennerei in Bliesdalheim betrieben.

Besucher sind häufig sehr beeindruckt von der Architektur dieser Sandsteinhöhle mit den stufenförmig angelegten Podesten im hinteren Teil. Ein Vergleich mit einer Kapelle ist sehr naheliegend und führte dazu, dass der Eiskeller in den letzten Jahren von vielen Fachleuten begutachtet wurde. Die Vermutung, dass der Eiskeller schon zur Römerzeit als Mithras-Kultstätte diente, ist bisher nicht belegt.

Hohlräume in Gesteinsschichten als Kühlkammern anzulegen, war während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Man findet solche Felsenhöhlen nicht nur im Sandstein, sondern auch in härteren Schichten, wie z. B. vulkanischen Gesteinen (Hillesheimer Raum). Die Höhlen wurden als "Eiskeller" bezeichnet, weil man im Winter Eisblöcke aus zugefrorenen Gewässern heraussägte und sie in diesen künstlich geschaffenen Höhlen lagerte. Auf diese Art und Weise wurde ein Raum geschaffen, in dem aufgrund der kühlen Temperatur Lebensmittel und Getränke auch während der warmen Jahreszeiten über das gesamte Jahr kühl gehalten und vor dem Verderben geschützt werden konnten.

Viele Eiskeller - auch der Bliesdalheimer - diente damals auch als Lagerraum für Bierfässer. Mancherorts wurde in einem Nebenraum Stroh aufbewahrt, mit dem das Eis abgedeckt und vor zu schnellem Schmelzen geschützt werden sollte.

Als im vergangenen Jahrhundert Kühlschränke und elektrische Kühlanlagen die Kühlfunktion übernahmen, gerieten die Eiskeller schnell in Vergessenheit, wurden aber inzwischen meist als Kulturdenkmale ausgewiesen.

Die Kühle in solchen Höhlen entsteht durch die Verdunstung des im Gestein befindlichen Wassers (Verdunstungskälte). In vielen Eiskellern sorgte ein in die Decke geschlagener Luftkanal für den nötigen Luftaustausch. Diese Funktion erfüllt im Bliesdalheimer Eiskeller der spitzbogenförmig ausgebildete Deckenraum, der auch aus statischen Gründen einer flachen Felsdecke vorzuziehen ist. Die Bergsicherheit des Eiskellers wird als gut bewertet, lediglich der etwa 6m lange, gemauerte Eingangstunnel, der im Übergangsbereich zum Sandsteinfels in den siebziger Jahren eingebrochen war, wurde 1996 saniert. Seitdem werden Besichtigungstermine für Kleingruppen zum Betreten des Eiskellers unter fachkundiger Leitung in den Monaten Mai bis August angeboten. Dabei sind zum Schutz der Fledermäuse bestimmte Auflagen einzuhalten (kein Lärm, kein Feuer, Rauchverbot, kein starkes Ausleuchten der Höhle).

Die geologische Besonderheit

Im Steinbruchgelände, an dessen Felsabbruchkante der Eingang des Eiskellers liegt, tritt der geologische Aufbau des Untergrundes deutlich zu Tage:

Im Bliestal reicht der Obere Buntsandstein, der 243 - 250 Millionen Jahre alt ist, von Nord-Osten her bis nach Breitfurt. Ab Bliesdalheim fallen die Schichten des Buntsandsteins wie die des Muschelkalkes in einem flachen Neigungswinkel von etwa 7° nach Westen ein, so dass die obere Schicht des Buntsandsteines unter die Talsohle taucht, während er in Herbitzheim bereits 3 bis 6 m darunter liegt.

Im Sommer 1996 waren bei Sanierungsarbeiten am eingestürzten Eingangstunnel die Grenzschichten zwischen dem Muschelkalk und dem unter ihm liegenden Buntsandstein sehr deutlich zu erkennen gewesen. Während das Eiskellergewölbe im Höhleninnern die uns bekannten Rottöne des Buntsandsteins zeigt, präsentieren die darüber liegenden Schichten an der Hangabbruchkante die für den Muschelkalk typischen Gelbocker- und Grautöne.

Die naturkundliche Bedeutung

Der Bliesdalheimer Eiskeller bietet besonders günstige mikroklimatische Verhältnisse für das Überwintern von Fledermäusen. Er ist ausgewogen kühl (um die 6°C), jedoch nicht frostig und seine Luftfeuchtigkeit ist hoch, wodurch die Flughäute nicht austrocknen.

Bei Kontrollen wurden in den letzten 15 Jahren folgende Arten im Eiskeller festgestellt:

Alle heimischen Fledermausarten sind in der "Roten Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Tierarten" ausgewiesen. Sie dürfen in ihren Quartieren nicht gestört und beunruhigt werden.

Schon in früher Zeit war die Ortsmark unseres Dorfes besiedelt

- waren Menschen hier an der Blies daheim

wie verschiedene Funde in der Gemarkung belegen:

ein Steinbeil aus der Jüngeren Steinzeit (4.500- ca. 3.000 v. Chr.), Brandgräber aus der älteren Eisenzeit (750 - 450 v. Chr.), ein merowingisches Grab (450 - 720 n. Chr.) sowie Fundamente eines römischen Gutshofes und Straßenreste römischen Ursprungs.

Die ersten Anfänge unseres Dorfes sind leider wie überall weitgehend in das Dunkel der Vergangenheit gehüllt. Urkundlich tritt unser Ortsname erstmals im 13. Jahrhundert auf.

Die Regesten des Klosters Wörschweiler nennen an mehreren Stellen "Daleheim oder Dalheim". Im Jahre 1218 vermachte Godefried Graf von Sponheim dem Kloster Wörschweiler Einkünfte seines Hofes zu "Daleheim". Ab 1816 führte der Ort, nachdem er zu Pfalz-Bayern gekommen war, zur Unterscheidung von dem weiter nordwestlich gelegenen Heckendalheim den Namen des Flusses als Beiwort.

Während des Mittelalters hatte das Kloster Wörschweiler im Dorf umfangreichen Grundbesitz. Im Laufe der Jahrhunderte gelang es den Herzögen von Zweibrücken, den gesamten Besitz an sich zu ziehen, bis sie im 16. Jahrhundert alleinige Grundherren wurden. Nur die Grafen von der Leyen hatten im 18. Jahrhundert noch einige Rechte im Dorf. Bis zur Französischen Revolution im Jahre 1793 verblieb der Ort beim Herzogtum Zweibrücken, unterstand dem Zweibrücker Oberamt und war Gerichtsort für die zweibrückischen Bliesdörfer. 1564 gehörten in den Dalheimer Hubhof, der gewöhnlich der Blieser Hof genannt wurde, die Orte Dalheim, Herbitzheim, Wolfersheim sowie der zu Wörschweiler gehörende Klosterort Walsheim. Als 1595 der Kirchheimer Hof und 1606 Breitfurt durch Umtausch unter zweibrückische Oberhoheit kamen, wurden auch diese Orte der Blieser Schultheißerei (Bürgermeisterei) zugeteilt.

Nachdem unter der Herrschaft Napoleons die kleinen Territorialstaaten beseitigt und die Gebiete links des Rheines in französische Départements eingeteilt wurden, gehörte Bliesdalheim zum Donnersberg-Département. Nach den Freiheitskriegen wurde es dann von 1816 bis 1920 bayrisch, im Verbande der Rheinpfalz (bayrischer Rheinkreis), Bezirksamt Zweibrücken. Ab 1920 war es Teil des damaligen Saargebietes im Kreis Homburg und bildete eine Verwaltungseinheit mit der Nachbargemeinde Breitfurt. Während des Zweiten Weltkrieges mussten die Bliesdalheimer wie die anderen Bewohner der "Roten Zone" die Evakuierung im ersten und letzten Kriegsjahr über sich ergehen lassen. Die Hälfte der Häuser fanden sie nach ihrer Rückkehr völlig zerstört und ausgeplündert vor. Die meisten Bliesdalheimer Familien trauerten um Väter und Söhne, die im Krieg ihr Leben lassen mussten.

1947 wurde das Saarland eine selbständige politische Einheit mit enger Anlehnung an Frankreich. Nach der Saarabstimmung von 1955 kam 1957 die politische und 1959 die wirtschaftliche Angliederung an die damalige Bundesrepublik Deutschland.

Seit der kommunalen Gebiets- und Verwaltungsneugliederung vom 1. Januar 1974 ist Bliesdalheim ein Ortsteil der Gemeinde Gersheim.