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Friedrichsthal Geschichte Bildstock Maybach Glashütten Grube Friedrichsthal Schacht Erkershöhe
Bildstock
letzte Änderungen: 23.12.2007 / 14.3.2008

rot = Römerstraße (Grülingstraße) Saarbr. – Ottweiler - ... - Mainz


© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

die kath. Pfarrkirche St. Joseph 1906/07 von Johann Adam Rüppel
© René Rausch link www.rausch-spiesen.de


Bildstock mit Grube Helene (seit 1930 zu Grube Maybach) © link www.friedrichsthal.de

saarlandbilderKarteOrtsverzeichnisRömerstraßen


Quelle: link www.uni-saarland.de

Bildstock, Rechtsschutzsaal
Quelle: link www.uni-saarland.de

Der Rechtsschutzsaal in Friedrichsthal-Bildstock kann als die Geburtsstätte der Gewerkschaftsbewegung an der Saar bezeichnet werden. Bis in die achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts war es in der Saarregion kaum zu Streiks gekommen, trotz sehr schlechter Arbeitsbedingungen unter der Königlich Preußischen Bergwerksdirektion. Erst als Verhandlungen über bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen strikt abgelehnt wurden, kam es zur Gründung einer Gewerkschaft. Der Rechtsschutzsaal ist ein eingeschossiges Backsteingebäude, das auf 490 qm Grundfläche Platz für 980 Personen bot. Er wurde von dem Architekten Heinrich Güth entworfen. Der Bau des Saals wurde von den Mitgliedern des Rechtsschutzvereins finanziert und unterstützt mit jeweils einer Reichsmark und zwei Backsteinen. Nikolaus Kron, Gastwirt in Bildstock und Kassierer des Rechtsschutzvereins stiftete das Grundstück. Im Mai 1891 konnte die Grundsteinlegung für den Rechtsschutzsaal stattfinden. Dieses Versammlungshaus ist für damalige Verhältnisse einmalig. Die Einweihung fand trotz massiver Behinderungen durch die Behörden im September 1892 statt. Der Gründer des "Rechtsschutzvereins für die bergmännische Bevölkerung des Oberbergamtsbezirks Bonn" und Erbauer des Saals war Nikolaus Warken (1851-1920) aus Hasborn bei Tholey. Er wurde von seinen Kameraden "Eckstein" genannt, ein Gedenkstein erinnert heute noch an ihn. Schon im Januar 1893 ging der Rechtsschutzverein in Konkurs und im Dezember wurde er an eine Neunkircher Brauerei verkauft. Der Erlös ging vollständig in der Konkursmasse auf. Am 2. Januar 1895 erwarb die Königlich Preußische Bergwerksdirektion den Rechtsschutzsaal. Nach der Jahrhundertwende wurde der Saal als Schulhaus umgebaut. In den Folgejahren war die Nutzung unterschiedlich. Schließlich diskutierte man sogar über einen Abriß. Die Saarbergwerke AG war bis 1989 Besitzer des Gebäudes, danach überschrieb sie es der Stadt Friedrichsthal. Mitte 1995 wurden der "Stiftung Rechtsschutzsaal" Eigentum und Verwaltung des Gebäudes übertragen.

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