eppelborn | saarlandbilder | karte | ortsverzeichnis
Dirmingen
letzte Änderung: 29/12/2007

rot = Römerstraße

© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

saarlandbilderKarteOrtsverzeichnisRömerstraßen


ev. Kirche © link www.dirmingen.de

Sehenswert:

Über lange Jahre eines der reichsten Bauerndörfer weit und breit, wovon noch viele Bauernhäuser zeugen, reicht die Geschichte des Ortes zurück bis zu keltischen Ursprüngen. Die waren schon vor den Römern da. Diese wiederum mußten während der fränkischen Landnahmezeit das Weite suchen.

Abriss einer Ortsgeschichte
von Hermann Bock

Saarheimat Ausgabe 11-12/73

Verfasser dieses Textes ist Hermann Bock

Abriss einer Ortsgeschichte

Der Name

Dirmingen wird erstmals in einer Urkunde vom 28.Dezember 1281 erwähnt, und hier folgt der urkundliche Text:

Die Brüder Jehans und Godelmans, Ritter von Ekeswilre bekunden, dass sie einen Tausch mit dem Baron Simon, Grafen von Sarabrucke und Herrn von Commercy gemacht, indem sie ihm das Land von St.Jehan und St.Arnual, das sogenannte Neuegut, mit Ausnahme der beiden Brüder Fomar und Orri von Bradebach und ihres Gutes, übergeben und dafür erhalten haben das Dorf Berswilre im Hof von Diermanges mit Ausnahme der 2 Hörigen Dolart und Simont mit ihrem Gute. Heinrich, Graf von Salm und Castres und Eberhard und Walram, Grafen von Zweibrücken, siegeln.
1281 le dimenge apres la nativitei nostres seignor.

Das Original dieser Urkunde bewahrt das Staatsarchiv in Koblenz auf.

Die «–ingen» Endung unseres Ortsnamens lässt auch seine Entstehung bestimmen. Die germanisch-fränkische Landnahmezeit etwa im 5.-6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Lange jedoch bevor die Germanen in unser Gebiet eindrangen, haben andere Völker hier gewohnt, das Land bewirtschaftet, ihre Herden auf den Triften geweidet und wahrscheinlich auch in den ausgedehnten Wäldern gejagt. So lebten auch die Kelten in unserem Gebiet, dessen Stammeszugehörigkeit bis heute umstritten ist.

Der «Casselswald» zwischen Dirmingen und Urexweiler heißt eigentlich «Kasholz» und dieses Wort wird auf das keltische «Kasne» = Eiche zurückgeführt und so dürfen wir diese Namensgebung von den ehemals keltischen Bewohnern unseres Ortes und wohl des ganzen Gebietes ableiten. Die Belgen bewohnten das Gebiet zwischen Marne und Seine bis zum Rhein und der zu ihnen gehörende Stamm der Mediomatriker bewohnte speziell das Gebiet zwischen der mittleren Maas und dem Rhein. Ihre Hauptstadt war das heutige Metz. Unterworfen wurden die Kelten von den Römern und diese wiederum mussten den eindringenden Germanen weichen, die sich am Zusammenfluss der Ill (Dirminger Bach) und des Alsbaches (Berschweiler Bach) wohl auf Dauer niederließen und siedelten und auf die Gründung unseres Ortes zurückgeführt wird.

Nicht immer wurde unser Ort Dirmingen genannt und geschrieben. Wir finden ihn in alten Urkunden als «Dyrmendingas» – «Diermanges» – (nach der französischen Schreibweise) - «Dyrmendinga» – «Dürmingen» – «Dörmingen» – und zuweilen auch als «Dirming». Er gehört neben Illingen und Marpingen zu den weitesten nördlich des rechten Saarufers gelegenen Orten mit der «–ingen» Endung. Diese «-ingen» Ortsnamen sind allen deutschen Stämmen eigen. Die westgermanischen Franken kämpften nicht nur Sippe an Sippe gereiht in den Schlachten, sondern ließen sich auch im Sippenverbande, ihrer letzten politischen Einheit, landnehmend nach der Zeit der Wanderbewegung nieder und benannten ihre Siedlungen nach solchen Verbänden. Dabei wurde die «-ingen» Endung an germanische Vornamen, meistens sicher an den des Führers dieser Sippe, angehängt und diese Zusammensetzung deutete dann auf die Sippe, die Geschlechtsgenossen und auch auf die Nachkommen des im Stammnamen angeführten Namens hin und dieses Namensbild deklarierte auch gleichzeitig den jungen Personenverbandsstaat. So war es ursprünglich nicht eigentlich ein Ortsname, sondern ein Personenname, der im Laufe der Zeit zu einem Ortsnamen «erstarrte» und in der Folgezeit beibehalten wurde.

Vielfach wird Dirmingen von Fachkennern nach der früheren Schreibweise «Dyrmendingas» bzw. «Diermanges» auf das angelsächsische «Deormund» zurückgeführt und auf «Tiermund» gedeutet.

Als Name werden wir hoffentlich Dirmingen auch zukünftig, wenn auch nicht mehr als selbständische Gemeinde finden und wollen hoffen, dass er nicht weiterer «Verwaltungsvereinfachung» zum Opfer fällt und die nächsten Jahrhunderte überdauert.