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Luftbild von Brenschelbach mit Blumenauer Mühle – Bildquelle: www.brenschelbach.de
Brenschelbach
letzte Änderung: 28.12.2007


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ev. Kirche © www.derbliesgau.de

ev. Kirche. Der Saalbau von 1784 wurde 1928 umgestaltet. Das Untergeschoß des Westturmes mit Kreuzrippengewölben noch aus dem 14.Jh.; der Abschluß 1904 erhöht und erneuert.

Brenschelbach und Riesweiler
Quelle: link www.blieskastel.de

Im südöstlichen Winkel des Stadtgebietes von Blieskastel liegt der Stadtteil Brenschelbach-Riesweiler unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. Als «Brenstelbach» wird die Gemeinde erstmals 1150 als zum Herzogtum Lothringen gehörig genannt. Der Ortsnamen wird als Bach an einer Brennstelle, vom mittelhochdeutschen «brenstal» abgeleitet, gedeutet. Der kleinere Ortsteil Riesweiler ist bereits 960 in einer lateinischen Urkunde als «Riswillri» belegt. Die frühesten Anzeichen menschlicher Besiedlung begegnen uns in Form von Gräbern aus der älteren Hallstattzeit (750 - 630 v. Chr.) und vom Ende der späten Bronzezeit (800 - 750 v. Chr.). Überreste römischen Mauerwerks mit Mörtel, Ziegel und Scherben wurden gleichfalls entdeckt. Brenschelbach und damit auch Riesweiler kam 1333 zur Grafschaft Zweibrücken. Außerdem war auf dem Brenschelbacher Bann die kleinadelige Familie von Blumenau begütert. 1403 war die «Blumenauer Mühle» im Besitz des Klosters Hornbach. Seit 1453 war Brenschelbach Sitz einer Schultheißerei, zu der auch Riesweiler gehörte. Brenschelbach war im Dreißigjährigen Krieg zerstört und ausgestorben und wurde durch Schweizer Einwanderer neu besiedelt. Riesweiler wurde von drei Familien aus dem benachbarten Peppenkum und Medelsheim wieder aufgebaut. Gegen Ende 18. Jahrhunderts wurden beide Orte der Schultheißerei Althornbach zugeteilt. 1920 kam Brenschelbach zum Kreis Homburg im Saargebiet. 1937 wurde es dem Bürgermeisteramt Altheim angeschlossen, im Jahre 1950 wieder selbständiges Bürgermeisteramt, bis 1974 beide Orte Stadtteile von Blieskastel wurden.

Ältestes Bauwerk in Brenschelbach ist der Turm der protestantischen Kirche. Er stammt aus dem 13./14 Jahrhundert und zählt zur Gruppe der «Hornbacher Türme». 1904 wurde sein charakteristisches Satteldach in ein Dach mit Helmspitze umgewandelt. Im Erdgeschoß des aus Quadermauerwerk errichteten Turmes ist noch das Kreuzrippengewölbe zu sehen. Die ursprünglich spitzbogige Turmtür wurde 1722 in Form eines Stichbogens verändert. 1928/29 wurde in einer Gemeinschaftsleistung der Gemeinde das Langhaus, eine schlichte Halle mit Chorraum, nach Plänen des Bezirkbaurates Müller aus Homburg erbaut. Nach schweren Beschädigungen im letzten Krieg konnte die Bevölkerung 1950 mit der neuerlichen Weihe der Kirche den Wiederaufbau abschließen. Die letzte größere Renovierung der Kirche erfolgte 1976.

Außerhalb des Ortes am Ormersweiler Weg steht ein stummer Zeuge einer vielfach wechselnden Grenzgeschichte: der sog. «Schwedenstein». Auf diesem alten Grenzstein ist auf zwei Seiten die Jahreszahl 1597 zu lesen. Auf der Frankreich zugewandten Seite ist das lothringische Doppelkreuz eingeschlagen. Die deutsche Seite zeigt ein Wappenschild mit Rautenmuster und den Buchstaben PZ. Dies steht für die ehemalige Herrschaft Pfalz-Zweibrücken. «Schwedenstein» wird das alte Grenzzeichen einer Sage nach genannt. Demnach sollen im Dreißigjährigen Krieg die schwedischen Truppen genau bis hierher vorgedrungen sein. Direkt daneben wurde 1989 ein Stein gesetzt, der die Grenze zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland markiert und den Ormesviller vom Brenschelbacher Bann scheidet. Die Buchstaben D und F zeigen an, in welchem Land man sich gerade befindet. Aber im Bereich Brenschelbach/Ormersviller hat die Staatsgrenze seit vielen Jahren für die Bevölkerung keine Bedeutung mehr.