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Bierbach
letzte Änderung: 28/2/2008

Blies ab- und aufwärts
entlang der Bliestalbahn

© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen


pejder Juni 2004


pejder Storch am Adebar-Weg – Juni 2004

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Hl. Pirminius in der Herz-Jesu-Kirche
Hl. Barbara (um 1650)

Bilder: link www.herz-jesu-bierbach.de

Zur Geschichte von Bierbach
Quelle: link www.blieskastel.de

Bierbach liegt am rechten Ufer der Blies. Die Siedlung entstand an der Mündung des im Pirmannswald entspringenden kleinen Gewässers mit dem Namen Grohbach und ist in einer Urkunde vom Jahre 1230 bei einem Gütertausch des benachbarten Klosters Wörschweiler erstmals erwähnt. «Bier» ist aus dem althochdeutschen «buri» oder «bur», d.h. Gebäude, entstanden. Möglicherweise wurde von den ersten Siedlern der Bach nach den damals noch vorhandenen römischen Hausüberresten «Buribach» genannt, was sich im Laufe der Jahrhunderte zu dem heutigen Namen wandelte. 1927 wurde im Bierbacher Klosterwald ein gallo-römischer Tempelbezirk ausgegraben. Er bestand aus einer großen Einfriedungsmauer und verschiedenen baulichen Anlagen. Hierzu zählten auch zwei Tempel, die durch einen gemeinsamen Umgang zu einem Doppeltempel zusammengefaßt wurden. Der Tempel war vermutlich dem Gott Merkur und seiner Gefährtin, der Göttin Rosmerta, geweiht. Ein großer Münzfund gibt über die Datierung des Tempelbezirkes Auskunft. Demnach bestand dieser seit Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. bis zum Ende des 4. Jahrhunderts. 1924 fand man im Ort die Fundamente einer römischen Prachtvilla, die etwa zur gleichen Zeit wie der Tempelbezirk bestanden hatte. Der 68 m langen Hauptfassade war eine Säulenhalle vorgelagert. Zentrum des 21 Räume umfassenden Gebäudes war ein großer Saal mit einem vier Meter breiten Portal. Im Vorhof gegenüber dem Säuleneingang erhob sich einst das prächtig verzierte Grabmonument, das bereits 1809 von dem Blieskasteler Archivar und Friedensrichter F.C. Dercum teilweise ausgegraben wurde. Teile des Grabmales sowie dessen Rekonstruktion befinden sich in Speyer im Historischen Museum der Pfalz.

In der Reformationszeit wurde das Kloster Wörschweiler vom Herzog von Pfalz-Zweibrücken aufgelöst. Zu diesem Herzogtum gehörte Bierbach bis zur Französischen Revolution. Im Zuge der Neuordnung der deutschen Länder kam es dann 1816 zum bayerischen Rheinkreis.

Die Gemarkung von Bierbach liegt bis auf einen kleinen Geländeteil im Bliestal auf Böden aus Buntsandstein, die für eine landwirtschaftliche Nutzung nur sehr beschränkt nutzbar und größtenteils mit Wald, vornehmlich Buchenwald, bedeckt sind. Früher diente der Wald den Einwohnern als Viehweide, heute lädt ein gut ausgebautes Netz an Wanderwegen zu einem beschaulichen Waldspaziergang ein. Auch der Fischfang in der Blies war für die Bewohner von Bierbach ein wichtiger Erwerbszweig. Aufgrund der für eine landwirtschaftliche Nutzung benachteiligten Lage versuchte schon die herzogliche Regierung in Zweibrücken das Los der Einwohner zu bessern - zumeist jedoch ohne Erfolg. In herzoglichen Dekreten wurde auch auf die nützliche Verwendung der Korbweiden an der Blies aufmerksam gemacht. Das Korbflechten entwickelte sich daraufhin am Ort zu einer handwerklichen Kunstfertigkeit. Noch heute werden die Einwohner im Volksmund als «Korbmacher» bezeichnet. Der wirtschaftliche Aufschwung des Ortes war eng mit der Ansiedlung der Dingler-Werke AG (1922) verbunden, Anfang der 60er Jahre waren dort mehrere hundert Personen beschäftigt.

1910 wurde die protestantische Kirche nach Plänen von C.M. Rey aus Kaiserslautern errichtet. Es handelt sich um einen einfachen Saalbau mit einem kurzen Chorraum und angebautem Glockenturm. Sie gilt als ein gutes Beispiel für eine Dorfkirche im neobarocken Baustil. Die katholische Pfarrkirche Heiligstes Herz Jesu, ein Betonbauwerk mit winkelförmigem Grundriß, wurde 1963 fertiggestellt.