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Ballweiler
letzte Änderung: 30.11.2004


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Geschichte - Frühgeschichte
Quelle: link www.ballweiler.de


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Vor Jahrmillionen war der Bliesgau Teil eines seichten Meeres. 200 Millionen Jahre alt sind die Fossilien, die man in weiten Teilen der Region finden kann. In dem Muschelkalk sind Seelilien, Muscheln, Armfüßer ("Brachiopoden"), Fischzähne, Krebse und auch die schneckenartigen Ammoniten eingeschlossen. So zum Beispiel in Gersheim oder Rubenheim, Niedergailbach oder Obergailbach. um nur einige Orte zu nennen. Neben dem Bliesgau ist der Saargau und das angrenzende Lothringen das fossilienträchtigste Gebiet der Großregion

Der Bliesgau ist uralte Kulturlandschaft. Viele Ortschaften blicken auf eine ganz ähnliche Geschichte zurück. Erste Zeugnisse einer Besiedlung stammen aus der Mittleren- und Jüngeren Steinzeit (8000 - 1800 v.u.ZR). Fischer und Jäger durchstreiften die Region. Ein über die Region hinaus bekannte 4000 Jahre alte Menhir, der Gollenstein bei Blieskastel, ist uns aus dieser Zeit erhalten geblieben. Zahlreiche Funde wie Silexklingen und Keramik geben weitere Auskunft über die ersten Siedler der Region. Die wohl bekanntesten Zeugnisse aus der Eisenzeit (8. bis 1. Jhr. v.u.ZR) sind die 32 Grabhügel im Schorn- und Kappelwald bei Rubenheim und Wolfersheim. Die 4 hier gefundenen eisernen Hallstattschwerter sind die frühesten bekannten Zeugnisse dieser Zeit im Saarland.

Waren die Menschen in der Steinzeit hauptsächlich Wanderer, gelten die Kelten als die ersten beständigen Siedler im Bliesgau. Sie sind seit dem 7. Jahrhundert v.u.ZR nachweisbar. Der wichtigste und über die Landesgrenzen hinaus bekannte Fund aus dieser Zeit ist das keltische Fürstinnengrab bei Reinheim, in dem reichhaltige Schmuckbeigaben und Gebrauchsgegenstände gefunden wurden. Heute kann man eine Rekonstruktion im "Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim" bestaunen.

Die Entstehung des Ortes Ballweiler wird um 800 vermutet. Die Gegend war aber bereits zur Zeit der Kelten und Römer besiedelt. Funde keltischer Hügelgräber im Kappelwald im Süden der Gemarkung belegen das. Im Schornwald befindet sich das älteste, linksrheinische Gräberfeld Germaniens aus dem 6.-7. Jahrhundert. Die erste schriftliche Erwähnung Ballweilers stammt aus dem Jahr 1231. Ballweiler, dessen Name von "Ballo", einem fränkischen Sippenführer abgeleitet wird. Der Ort ist zu dieser Zeit ein Herrenhof. Ballweiler gilt als Tochtersiedlung des heute kleineren Wecklingen. "Wegkelingen" so die erste belegte Namensform, bedeutet "bei den Leuten des Wackilo". Allerdings war die Gegend bereits zur Zeit der Kelten und Römer besiedelt, wie Funde keltischer Hügelgräber im Kappelwald im Süden der Gemarkung belegen. Bedeutung erlangte der kleine Ort Wecklingen im 16. Jahrhundert, als eine Linie der Herren von Eltz es sich zum Stammsitz erkor und einen repräsentativen Schlossbau erstellen ließ. Die Herren von Eltz- Wecklingen führten ein despotisches Regime. Im Jahre 1560 soll das Wecklinger Schloss von den Bauern geplündert worden sein. Das Schloss ging in den Besitz derer von der Leyen über, diente jedoch nicht mehr wie bisher als herrschaftlicher Sitz, sondern als bäuerlicher Gutshof. Während der französischen Revolution wurde das Schloss bzw. der Gutshof als verhasstes Symbol ihrer Unterdrückung von den Bauern fast vollständig abgetragen. In der Zeit der Bliesgaugrafen gehört Ballweiler zu der Hundertschaft Hunackerhof, dessen Gerichtsstätte am Ormesheimer Berg in der Nähe des heutigen Hunackerhofes war. Dort stand auch der Galgen. Noch im Jahr 1555 wurde am Platz Gericht gehalten. Der Gerichtsbezirk besaß sogar ein eigenes Fruchtmaß, das Hunnengesei.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48) lebten gerade noch fünf Menschen im Ort: "Wendel, 46 Jahre alt, hat eine Kuh, Johann Schwarz, ungefähr 50 Jahr alt, hat 2 Kinder und nichts dazu, Friedrich Schmidt, 36 Jahr alt ungefähr welcher gar arm ist". 1698 waren es bereits 51 Einwohner.

Kirchlich gehörte Ballweiler ebenso wie Biesingen ab dem 12. Jahrhundert bis zum Anfang des 17. Jahrhundert zur Pfarrei Wecklingen. Nach der Reformation wurde Wecklingen lutherisch, Ballweiler dagegen katholisch. Erst im Jahr 1776 wurde Ballweiler wieder der Pfarrei Wecklingen zugesprochen. Seit 1803 gehörte der Ort dann zur Pfarrei Blickweiler.

Von 1816 bis 1918 gehörte der Ort zum Königreich Bayern. Wie die Ortschaften Alschbach, Bierbach, Wolfersheim, Blickweiler, Lautzkirchen und Wecklingen gehörte Ballweiler ab 1814 zur Stadt Blieskastel. 1920 trennte sich der Ort von Blieskastel und wurde für kurze Zeit selbständig.

Wein an der Blies?

Die Römer brachten den Wein in den Bliesgau. Bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde an den Hängen des Bliestals Wein angebaut. Die Mönche des Gräfintahler Klosters verkauften ihren Wein als "Engelswein". Die Reblaus setzte dem Weinanbau an der Blies ein vorläufiges Ende. Heute finden sich noch einige verwilderte Reben und Reste typischer Weinbergmauern (z.B. in Herbitzheim oder Habkirchen). In Walsheim gab es noch 1845 zwei Kelterhäuser. Auch das Rebenhäuschen in Reinheim, ein kleiner Rundbau mit Kuppelgewölbe (um 1800), gibt Zeugnis der alten Weinbautradition, die in Reinheim gerade wiederbelebt wird. Direkt unterhalb des Häuschens sind neuerdings einige Weinstöcke gepflanzt.