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Aßweiler
letzte Änderung: 9.2.2008
   
 

Aßweiler
Quelle: link www.blieskastel.de

An der Quelle des Mandelbaches, am Fuße des Hölschberges, liegt der Ort Aßweiler. Er tritt erstmals am 28.7.1421 in einem Hochgerichtsweistum als «freie Hofstatt» in die urkundlich belegte Geschichte ein. 1553 wird er in einem Bericht des Kurtrierischen Amtmannes Hans Sulger als «Gut» genannt. Daß schon in der Römerzeit hier Menschen lebten, bezeugen einige Fundamente und Mauerreste aus dieser Zeit. Ein Faustkeil aus der Jungsteinzeit (4.500 - ca. 3.000 v. Chr.) wurde erst 1989 gefunden. Im 16. und 17. Jahrhundert soll die Ansiedlung, aus der sich nach und nach Aßweiler entwickelte, im Besitz der Herren von Eltz gewesen sein. Der Bann wurde 1660 als Kurtrierisches Lehen von der Familie von der Leyen erworben, in deren Besitz er bis 1793 blieb. 1783 zählte der Ort erst 10 Einwohner. Die Banngrenzen waren zu jener Zeit noch nicht klar geregelt, so daß es zu heftigen Dorffehden kam und ganze Ortschaften gegeneinander stritten, so auch Aßweiler gegen das benachbarte Niederwürzbach. Die jetzige Gemarkung wurde erst 1805 vermessen.

Kirchlich gehören die Katholiken des Ortes seit 1777 zur Pfarrei Biesingen, wo sie auch den Gottesdienst besuchten. Der Bau der katholischen Kirche in Aßweiler geht auf ein Gelübde hiesiger Männer im Ersten Weltkrieg zurück, die versprachen, eine Kapelle zu bauen, falls sie den Krieg unversehrt überstehen würden. Bedingt durch die politischen Verhältnisse wurde erst im Jahre 1950 ein Kirchenbauverein gegründet. Wegen der stark angestiegenen Bevölkerungszahl nahm man vom Bau einer Kapelle Abstand und beschloß, eine große Kirche zu errichten. Der für Aßweiler zuständige Pfarrer aus Biesingen war gegen einen Neubau im Ort und wurde wahrscheinlich durch den Boykott der einheimischen Männer, die wegen seiner negativen Einstellung nun andere Gotteshäuser besuchten, in seiner Haltung umgestimmt. Der Entwurf der Kirche stammt vom Leiter des Bischöflichen Bauamtes in Speyer, Wilhelm Schulte. Es ist eine schlichte Wandpfeilerkirche mit offenem Dachstuhl. Über der Eingangshalle erhebt sich ein verputzter Frontturm. «Nach außen hin» - so der Wunsch des Baumeisters Schulte - «soll der Bau nur durch einfache Massen wirken. Diese sind bewußt etwas schwer vorgesehen, damit sich die Kirche dem Menschenschlag und dem Boden der Landschaft anpaßt.» Am 28.6.1952 wurde feierlich der Grundstein gelegt für diese Filialkirche. Die Bevölkerung half mit Eigenleistungen und Spenden tatkräftig beim Bau der Kirche mit, so daß sie bereits am 11.11.1953 zu «Ehren der seligsten Jungfrau Maria, in den Himmel aufgenommen» geweiht werden konnte. Bildhauerische Sandsteinarbeiten am Portal und im Kircheninnern stammen von dem einheimischen Bildhauermeister Alois Dauer. Vor der Kirche steht auf einer schlanken Sandsteinsäule eine bronzene Marienstatue. Dieses von Helmut Schollenberger entworfene Marienbild stiftete 1995 der ehemalige Aßweiler Pfarrer Alfons Wilhelm.

Einen schönen Blick auf Aßweiler kann man vom Hölschberg aus genießen. Der Ort liegt auf einer völlig waldlosen Hochfläche, deren Wiesen einen geeigneten Standort für die umfangreichen Obstbaumanlagen bieten.