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Saarfels
letzte Änderung: 7/7/2006

Saar auf- und abwärts
entlang der Saartalbahn

© link Landesamt für Kataster-,Vermessungs- und Kartenwesen

ursprüngl. Fuckingen, seit 1923 Saarfels.

Sehenswert: Wendalinuskapelle (St. Barbarakapelle) - 15.Jh.

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Quelle: link www.saarfels-saar.de


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pejder August 2005


Wendalinuskapelle
Quelle: link www.saarfels-saar.de


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Edle Tröpfchen vom Wolfersberg

Beckingen (rup). Das Naturschutzgebiet Wolferskopf bei Beckingen ist jetzt um eine Attraktion reicher. Beim "Tag der offenen Tür" konnten der Bürgermeister von Beckingen, Manfred Peter, und Eberhard Veith von der Naturlandstiftung den restaurierten Weinberg am Fischerberg seiner Bestimmung übergeben. Bis der Hang so aussah, wie er sich am "Tag der offenen Tür" präsentierte, war viel Schweiß geflossen. Die Weinbergterrassen der Jahrhundertwende wurden mit viel Liebe zum Detail von fleißigen Helfern in ihren ursprünglichen Zustand versetzt und mit 200 Weinstöcken bepflanzt. Vertreten sind die Rebsorten Riesling, Weiß-Burgunder und Auxerrois.

Die Reblaus hatte in den Jahren von 1908 bis 1912 dem Weinbau im Haustatter Tal den totalen Garaus gebracht. Jürgen Kautenburger hatte vor drei Jahren angefangen, mit einer Handvoll von Kräften der Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme die obere Terassenmauer zu errichten. Nach und nach kamen anschließend die anderen Kalkstein-Mauern hinzu.

In der oberen Reihe pflanzte man Riesling, in der Reihe darunter Weißburgunder. Und nach Rücksprache mit den saarländischen Winzern startete man weiter unten einen Versuchsanbau mit der an der Obermosel weit verbreiteten Rebsorte Auxerrois. Mit 300 Metern über dem Meeresspiegel bewegt man sich auf dem Fischerberg ohnehin an der oberen Grenze der Weinbaumöglichkeiten, denn Spätfrost ist in dieser Höhe ein nicht zu unterschätzender Gegner derartiger Weinbauaktivitäten.

Mit einem Mostgewicht von 78 Öchsle weist der Burgunder schon jetzt eine durchaus passable Qualität auf. Das Wolferskopf-Tröpfchen wird sich aber in den nächsten Jahren durchaus noch mausern. Umrahmt wurde die Präsentation des Weinberges am Fischerberg von den Darbietungen der Jagd- und Alphornbläser Reimsbach. Viele Gäste sind gespannt auf die Tröpfchen, die aus der Umgebung von Beckingen kommen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 23.Oktober 2002 Merzig-Wadern.

Aus der Geschichte des Dorfes


August 2005 pejder

Das Wappen der früheren selbständigen Gemeinde Saarfels ist im Jahre 1970 als Gemeindewappen eingeführt worden. Mit der Verleihungsurkunde des Ministers des Innern wurde der "Gemeinde Saarfels" auch das Recht zuerkannt, die Farben "Rot-Gelb" als Gemeindefarben zu führen. Die Blasonierung dieses Wappens "Durch roten Wellenschrägbalken geteilt, oben in Silber ein roter Schlüssel, unten in Gold ein schwarzes Kreuz" gibt Aufschluss über Namen und Geschichte des Dorfes. Der Wellenschrägbalken symbolisiert die Saar und damit auch die Namensbezeichnung Saarfels, die das Dorf erst am 16. Mai 1923 erhalten hat.

Das Kreuz soll auf den historischen Wendelinusgedenkstein und schließlich auch auf das Kloster bzw. die Abtei Mettlach verweisen. Die Abtei Mettlach hatte die Grundherrlichkeit für das halbe Dorf und die Herrschaft Montclair für die andere Hälfte des Dorfes. Der Deutschherrenorden hatte in Saarfels ebenfalls gewisse Rechte. An diesen Orden stellt das Kreutz lediglich eine gedankliche Anlehnung dar, da es schwebend und nicht, wie dies nach den Richtlinien der Heraldikals Zeichen für den Deutschritterorden sein müsste, durchgehend ist. Die Herrschaft Montclair wird durch den Schlüssel versinnlicht, wie er in den Wappen der Herren von Montclair, von Sierck und des Grafen von Sayn vorkommt. Für das Wappen wurden die Farben des Wappens der Herzöge von Lothringen gewählt, die die Landeshoheit hatten.

Mit der Wappenverleihung im Jahre 1970 war die 750-Jahrfeier des Dorfes verbunden, das bereits 1220 in zwei Urkunden als "Fuckingen" (lateinisch Fuckinga) erwähnt wird. Die Entstehungsgeschichte ist indessen viel älter. Wie andere Orte mit der charakteristischen Namensendung "ingen" gehört das Dorf zum Kerngebiet des fränkischen Saargaues. Die Endung "ingen" drückt die Abstammung oder Zugehörigkeit zu einem Stamm aus. Diese Ortsnamen erscheinen überall dort wo sich germanische Völker in den Zeiten der großen Wanderungen landnehmend niederließen. Max Müller ("Die Ortsnamen im Regierungsbezirk Trier") führt den Ortsnamen Fuckingen auf die Ansiedlung des Sippenführers Fucco und dessen Angehörige zurück, im Historischen Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen des Mosellandes ist als Personennamen "Focko" erwähnt. Im Jahre 1367 wird der Ort mit "Vorckingen", 1484 mit Fckingen, 1519 mit Fuchkingen, 1531 mit Fuckingen und 1570 wieder mit Fickingen bezeichnet. Im Jahre 1567 gab es hier nur 16 Familien mit einer ungefähren Bevölkerungszahl von 60 bis 70 Personen, 1590 waren 19 Haushaltungen hier, 1618 nur 16. Während des Dreißigjährigen Krieges war das Dorf lange Zeit ohne Bewohner. Die Gesamtbevölkerung zählte 1708 im ganzen 60 Seelen (10 Bauern und Handwerker mit ihren Frauen, 1 Knecht und 35 Kindern). Der Ort hatte 1803, mit der französischen Bezeichnung "Fecking" erwähnt, 108 Einwohner und 19 Häuser, 1817 mit "Feckingen" bezeichnet, 122 Einwohner. 1895 waren es 306 Einwohner.

Ab dem Jahre 1904 gab es eine zentrale Wasserleitung, 1907 kam der Anschluss an das Fernsprechnetz, 1915 wurde das Dorf mit elektrischem Strom versorgt. Saarfels wurde gegen Ende des 2. Weltkrieges zum großen Teil zerstört, fast die Hälfte der Bevölkerung war nur notdürftig untergebracht. Mit viel Mühe und Liebe zur angeborenen Heimat wurde das Dorf wiederaufgebaut, das, mit allen Einrichtungen einer modernen Daseinsfürsorge versehen, seinen stolzen Namen "Saarfels" alle Ehre erweist.

Viele Jahre bestand auf dem Katzenberg ein Gipswerk. Nach 1930 wurde mit dem planmäßigen Abbau von Gips begonnen, der Betrieb jedoch 1962 wegen Unrentabilität stillgelegt.

Im Jahre 1890 bekam Saarfels ein neues Schulhaus, ab 1970 wurden nur noch die Klassenstufen 1 bis 4 hier unterrichtet, die anderen Klassen in Beckingen. Im Jahre 1974 wurde der Schulbetrieb hier gänzlich eingestellt.

Die alte St. Barbara-Kapelle heute Wendalinuskaplle, die vor Jahrhunderten schon den Rittern des Deutschherrenordens in Beckingen als Jagdkapelle diente, ist ebenfalls ein Stück alter Dorfgeschichte. Sie konnte schließlich die Gläubigen des größer gewordenen Dorfes nicht mehr fassen. Pfarrer Theo Stammer ergriff daher schon im ersten Jahr seiner Tätigkeit in der Pfarrei Beckingen-Saarfels die Initiative zum Neubau der "St.Barbara-Kirche", die am 24.Juli 1960 eingeweiht worden ist. Die Saarfelser Bevölkerung hat über ein Drittel zu den enormen Gesamtkosten des Gotteshauses Beigetragen und großes Opfer für die Finanzierung gebracht, eingeschlossen die wesendliche Hilfe der Gemeinde und die vielen Veranstaltungen weltlicher und kirchlicher Vereine, deren Erlöse dem Kirchenneubau zuflossen.

Nach der hl. Barbara ist St. Wendalinus der zweite Patron des Dorfs. Seine Statue befindet sich in der alten St. Barbara-Kapelle, ein Gedenkstein auf dem Höhenweg zwischen Saarfels und Beckingen, alljährliches Ziel von Prozessionen von beiden Orten am Fest des hl. Wendalinus.

Hermann Niederkorn

Quelle: Saarfels wie es Früher war / Bilder aus der Vergangenheit 1985.