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Oppen


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Quelle: link www.oppen-saar.de


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Odilienkapelle, erbaut 1861 – Quelle: link www.oppen-saar.de


Odilienkapelle – Quelle: link www.oppen-saar.de


Der Odilienberg im Elsaß


Heidenmauer am Odilienberg im Elsaß

Geschichte von Oppen

Frühgeschichte

Die keltische Zeit

Die ältesten Funde einer Besiedlung sind Hünengräber im Staatsforst "Großer Lückner". Es handelt sich um Hügelgräber aus der Latène-Periode etwa 5. bis 1. Jahrhundert vor Christus (jüngere Eisenzeit). Damals wohnten hier Kelten vom Stamm der Treverer, deren Zentrum Trier war. Ihre Nahrung gewannen sie hauptsächlich aus Getreide, betrieben daneben auch eine ausgedehnte Weidewirtschaft.

Die Römerzeit

Zwischen 58 und 50 v. Chr. Unterwarfen die Römer unter Julius Cäsar die Kelten oder Gallier.

Zur besseren wirtschaftlichen Erschließung bauten die Römer alsbald ein ausgedehntes Straßennetz. Südlich von Oppen im Bereich des heutigen Galgenberges kreuzten sich zwei solcher Römerstraßen. Hier wurden römische Funde ausgegraben. Auch die Kapelle im Lückner steht auf römischen Fundamenten. So kann durchaus eine, wenn auch kleine römische Siedlung im Raum Oppen bestanden haben.

Die fränkische Zeit

Im 5 Jahrhundert brach das römische Reich unter der Stürmen der Völkerwanderung zusammen. In unseren Raum drängten die Franken. Die Moselfranken kamen auch in unsere Heimat, etwa in der 2. Hälfte des 5 Jahrhunderts. Allerdings war die Besiedlung hier nur spärlich. Leider gibt es im Bereich von Oppen keine entsprechenden Funde, die eine zuverlässige Aussage über die damalige Zeit zuließen. So können über die Anfänge des Ortes Oppen nur Vermutungen angestellt werden.

Die Entstehung des Ortes Oppen

Der Name Oppen in seiner heutigen Schreibweise begegnet uns erstmals in dem Jahrgedinge vom 1488. Im Titel allerdings wird der Ort noch Oipen genannt, im folgenden Text dann aber Oppen. Der Inhalt des Jahrgedinges zeigt deutlich, dass der Ort damals bereits eine eigenständige Siedlung war, kein Einzelgehöft, und dass er wesentlich älter sein muss. Tatsächlich gibt es auch ältere Urkunden, die mit höchster Wahrscheinlichkeit Oppen betreffen. So wird im Jahre 1232 in einer Urkunde bezeugt: "Der edle Herr Siberech kauft vom Abt Bernhard dessen Allode Opphawe". Ein Allod ist seit der Karolingerzeit ein lehensfreier Eigenbesitz. In einer weiteren Urkunde vom 26. November 1232 verzichtet Johann von Siersburg mit seiner Gemahlin Mechthilde und seinen Söhnen Johann und Arnold auf das dem Kloster Schönau verkaufte Allod zu Opphaue und verpflichtet sich dem Kloster zur Garantieleistung auf Jahr und Tag. Unter den Zeugen dieser Verzichtserklärung befinden sich auch die Herren Rudolf und Albert von Siberch.

zitiert bei Töpfer: Urkundenbuch für die Geschichte der Vögte von Hunolstein, Bd. 1, Nürnberg 1866
zitiert bei Dr. A. Jakob, Mondorf, Saar "Die Siersburg im Wandel der Zeiten" 1958

1232 erscheint die Schreibweise Ophawe, 1274 Ophoben, 1334 Ofhobin.

Es ist ziemlich sicher, dass unter diesen älteren Namen das spätere Oppen zu verstehen ist. Daraus lassen sich aber sowohl auf die Namensbedeutung als auch auf die Entstehungszeit bestimmte Schlüsse ziehen. So meint Max Müller: "Wenn die zuletzt genannten, alten Formen richtig auf Oppen zu beziehen sind, so müssen wir den Namen in Opphawe zerlegen. Das Grundwort ist die 2. Silbe "hawe". Sie kommt von dem Althochdeutschen hawi, im Mittelhochdeutschen howe, how. Die Stammform dazu ist hô, was soviel heißt wie hauen, Holzfällen. Die erste Silbe ist das Bestimmungswort. Es ist der Personenname Oppo, dessen in der Senkung stehende, schwache Flexionsendung frühzeitig abgefallen sein mag. " Wenn diese Deutung "Haus des Oppo" richtig wäre, müsste man folgern, dass Oppen also als eine Art Holzfällerhof entstanden ist.

Wolfgang Jungandreas deutet den Namen aus Ophoven, was soviel wie "höher gelegener Hof" bedeuten würde.

Ferdinand Pauly glaubt, dass man den 1274 erwähnten Namen "Ophoben" deuten könne als "auf den Hufen". Hufe ist der mittelalterliche Sammelbegriff für die zum Lebensunterhalt notwendige Hofstätte der bäuerlichen Familie mit Ackerland und einem Nutzungsrecht an der Allmende. Die Durchschnittsgröße der Hufe betrug etwa 7-10 ha, die Königshufe oder fränkische Hufe für Siedler hatte allerdings die doppelte Größe.

Ganz gleich, welche der drei angeführten Deutungen nun auch die "richtige" ist, alle drei lassen den gleichen Schluss zu; dass die Gründung des Ortes Oppen nicht in die Frühzeit der fränkischen Landnahme fällt, vielmehr in der späteren Ausbauzeit zu suchen ist. Möglicherweise geht die Gründung zurück in die Zeit der Waldrodungen, die in größerem Maße nach der Regierungszeit Karl des Großen einsetzten, als das Frankenreich weitgehend im Inneren befriedet war. Vor dieser Zeit hatte Königsforst, auch Bannforst genannt, nicht besiedelt werden dürfen, wozu sicher- lich auch der Lückner gehörte. Nun aber zwang ein starkes Bevölkerungswachstum dazu, wahrscheinlich unter der Anleitung von Klöstern, auch im Waldgebiet neue Siedlungen zu schaffen. Die erste Siedlungswelle dieser Art, etwa 850-900, erfasste allerdings zunächst nur bessere Talböden; die Namen der damals entstehenden Orte enden fast alle mit den Silben -rath, -roth, -ruth oder -reuth. Sowohl auf Grund der nicht gerade besten Böden in Oppen wie auch vom Namen her ist also anzunehmen, dass Oppen erst nach dem Jahre 1000 entstanden ist.

Mit Sicherheit ist Oppen später entstanden als die Nachbarorte Reimsbach und Erbringen. So wird Reimsbach bereits um 1152 fest als Pfarrei bezeugt, was anzeigt, dass der Ort damals schon eine gewisse Bedeutung hatte. Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist es aber schon Pfarrei zur Zeit des Trierer Erzbischofs Ruotbert (930-956).

In Erbringen sind seit 1098 Güter des Trierer Stifts St. Simeon bekannt, die nach einer Urkunde von 1154 fünf Hufen Ackerland umfasste. Im allgemeinen sind Orte mit den Endungen -ingen merowingische Gründungen des 6. bis 7. Jahrhunderts.

Hargarten dagegen dürfte auf die gleiche Zeit wie Oppen zurückgehen.